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12.03.2026
05:40 Uhr

Chinas stille Machtübernahme: Wie Peking die Straße von Hormus zur eigenen Handelsroute macht

Chinas stille Machtübernahme: Wie Peking die Straße von Hormus zur eigenen Handelsroute macht

Während der Westen gebannt auf die Raketen über dem Persischen Golf starrt, vollzieht sich im Schatten des Krieges gegen den Iran eine tektonische Verschiebung der globalen Machtverhältnisse. China, der lachende Dritte, sichert sich still und leise die Kontrolle über eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt – und der Westen schaut zu. Oder besser gesagt: Er kann gar nicht anders.

Die Straße von Hormus: Chinas neuer diplomatischer Pass

Was sich derzeit im Persischen Golf abspielt, dürfte Historikern eines Tages als Wendepunkt gelten. Die Straße von Hormus – jene Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels fließt – ist faktisch blockiert. Nicht etwa, weil Teheran sie gesperrt hätte. Nein, es waren westliche Versicherungsgesellschaften, die in panischer Flucht ihre Policen zurückzogen und damit den Schiffsverkehr für europäische, japanische und südkoreanische Tanker praktisch zum Erliegen brachten.

Doch für China gelten offenbar andere Regeln. Peking und Teheran hätten eine bilaterale Vereinbarung über eine sichere Durchfahrt ausgehandelt, die bereits seit Tagen in Kraft sei. Immer mehr Tanker sendeten nun auf ihren Transpondern die magischen Worte „Chinese Owned" – ein diplomatischer Freibrief auf hoher See. Was das bedeutet? Nichts Geringeres als das Ende der maritimen Vorherrschaft des Westens in dieser strategisch entscheidenden Region.

BRICS im Koma – Indien als Totengräber

Die geopolitische Analyse offenbart dabei ein weiteres, kaum weniger brisantes Kapitel: Die BRICS-Staatengemeinschaft liegt im Wachkoma. Ausgerechnet Indien, das sich stets als Anführer des Globalen Südens inszenierte, habe sowohl Russland als auch den Iran – beides Vollmitglieder der BRICS – nacheinander verraten. Und das ausgerechnet in dem Jahr, in dem Neu-Delhi den BRICS-Gipfel ausrichten soll. Ein schlechteres Timing hätte man sich kaum ausdenken können.

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Das ursprüngliche Primakov-Dreieck aus Russland, Indien und China – einst als Gegengewicht zur unipolaren Weltordnung erdacht – stirbt einen weiteren Tod. Selbst der erfahrene russische Außenminister Sergej Lawrow werde zu dem Schluss kommen müssen, dass die BRICS grundlegend umgestaltet werden müssten. Statt „RIC" könnte die Zukunft „RIIC" heißen: Russland, Iran, Indonesien, China.

Chinas unsichtbare Kriegsführung

Besonders bemerkenswert ist die Art und Weise, wie China seinen strategischen Partner Iran unterstützt – ohne einen einzigen Schuss abzufeuern. Das chinesische Aufklärungsschiff Liaowang-1, ein hochmodernes SIGINT-Überwachungsschiff der nächsten Generation, navigiere seit Wochen vor der Küste Omans. Eskortiert von Zerstörern des Typs 055 und 052D, verfüge das Schiff über mindestens fünf Radarkuppeln und Hochleistungsantennen, die mithilfe von Deep-Neural-Network-Algorithmen bis zu 1.200 Luft- und Raketenziele gleichzeitig verfolgen könnten – bei einer Sensorreichweite von rund 6.000 Kilometern.

Ergänzt werde dieses schwimmende Nervenzentrum durch über 300 Jilin-1-Satelliten, die buchstäblich alles aufzeichneten und eine gigantische Aufklärungsdatenbank bildeten. Die über das chinesische Beidou-Navigationssystem weitergeleiteten Echtzeitinformationen seien vermutlich entscheidend dafür gewesen, dass Teheran die Infrastruktur der 5. US-Flotte in Bahrain habe zerstören können – das Rückgrat der amerikanischen Hegemonie in Westasien.

Sunzi lässt grüßen

Man fühlt sich unweigerlich an Sunzis „Kunst des Krieges" erinnert, jenes 2.500 Jahre alte Strategiewerk, das bis heute Pflichtlektüre für ostasiatische Militärstrategen und Manager ist: Den Feind besiegen, ohne zu kämpfen – das ist die höchste Kunst. Peking beherrscht diese Disziplin meisterhaft.

Die Dollar-Flucht hat begonnen

Doch die geopolitische Dimension ist nur die eine Seite der Medaille. Folgt man dem Geld, wird das Bild noch dramatischer. China halte US-Staatsanleihen im Wert von 760 Milliarden Dollar und habe seinem gesamten Bankensystem angeordnet, diese abzustoßen – und gleichzeitig Gold zu horten. Eine Strategie, die angesichts der aktuellen Verwerfungen weitsichtiger kaum sein könnte.

Auch die Golfstaaten scheinen nervös zu werden. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Kuwait „überprüften" bereits sämtliche Verträge mit Washington. Zusammen kontrollierten sie US-Investitionen in Höhe von nicht weniger als zwei Billionen Dollar – Staatsanleihen, Technologieanteile im Silicon Valley, Immobilien. Eine Flutwelle von Kapital beginne, nach Ostasien abzufließen.

Wer in diesen Zeiten noch glaubt, der US-Dollar sei unantastbar, der glaubt vermutlich auch, dass die Ampelkoalition an ihrem eigenen Erfolg zerbrochen ist.

Was bedeutet das für Europa – und für Deutschland?

Für Europa und insbesondere für Deutschland sind die Konsequenzen verheerend. Während China sich über alternative Versorgungsrouten – Pipelines aus Russland, Kasachstan und Myanmar sowie den gesicherten Seeweg durch die Straße von Hormus – absichert, steht Europa vor dem Scherbenhaufen seiner eigenen Energiepolitik. Chinas strategische und kommerzielle Rohölreserven reichten für bis zu vier Monate. Darüber hinaus könne Peking seine Importe aus Russland und Zentralasien jederzeit aufstocken.

Die bittere Wahrheit lautet: Die Blockade von Hormus könnte den Westen in die Knie zwingen. China hingegen wird sie nicht brechen. Während die Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen die Infrastruktur retten will und gleichzeitig die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert hat, baut China seine globale Machtposition systematisch aus. Man fragt sich unwillkürlich, ob in Berlin überhaupt jemand versteht, welche Zeitenwende sich gerade vor unseren Augen vollzieht.

Die Lehre aus alledem ist so alt wie simpel: Wer seine Energieversorgung von ideologischen Wunschträumen abhängig macht, statt von nüchterner Realpolitik, wird am Ende den Kürzeren ziehen. China hat das verstanden. Europa offenbar nicht.

Gold als Anker in stürmischen Zeiten

Dass ausgerechnet China in dieser Phase massiv Gold hortet, sollte jedem Anleger zu denken geben. In einer Welt, in der Währungen durch geopolitische Erschütterungen unter Druck geraten und das Vertrauen in Staatsanleihen schwindet, erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als das, was sie seit Jahrtausenden sind: der ultimative Wertspeicher. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte physisches Gold und Silber als festen Bestandteil eines breit gestreuten Portfolios in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Konsultieren Sie im Zweifelsfall einen unabhängigen Finanzberater.

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