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27.10.2026
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Clan-Fehde bei Hannover: Auto rast zweimal in Menschengruppe!

Clan-Fehde bei Hannover: Auto rast zweimal in Menschengruppe!
Symbolbild: KI-generiert

Ein Autofahrer hat am späten Montagabend in Neustadt am Rübenberge bei Hannover offenbar gezielt eine Menschengruppe angegriffen. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, einige davon schwer. Polizisten feuerten auf das Fahrzeug. Nach Angaben der Polizei gehören die Beteiligten Großfamilien an, die teils schon mit Clankriminalität aufgefallen sind.

Gegen 23.30 Uhr: Zurücksetzen, Gas geben, noch einmal

Tatort ist die Mecklenhorster Straße. Laut Polizei lenkte der Fahrer den Wagen nicht nur einmal in die Gruppe. Er habe zurückgesetzt und es ein zweites Mal versucht. Deshalb gehen die Ermittler von einer gezielten Attacke aus. Sie ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts.

Dass es nicht noch schlimmer kam, war Glück. In der Nähe kontrollierten Beamte gerade den Verkehr. Sie griffen ein und schossen mehrmals auf das Auto. Nach Darstellung eines Polizeisprechers stoppten die Schüsse den zweiten Angriff „mehr oder weniger“. Ein rund achtminütiges Augenzeugenvideo, das dem NDR vorliegen soll, zeige genau diesen Ablauf. Das Fahrzeug war laut Bild ein BMW.

Flucht zu Fuß, Hubschrauber ohne Erfolg

Gefasst wurden die Insassen trotzdem nicht. Sie ließen das beschädigte Auto stehen und flohen zu Fuß. Die Polizei suchte mit Hubschrauber und Hunden nach ihnen, zunächst ohne Ergebnis. Über das Kennzeichen fanden die Beamten dann den Halter des Wagens. An dessen Adresse nahmen sie drei Personen vorläufig fest. Ob die drei direkt mit der Tat zu tun haben, werde noch ermittelt, teilte die Polizei mit.

Am Tatort suchten Ermittler Berichten zufolge mit Metalldetektoren und Spürhunden nach Spuren. Ein Sprecher sagte, man werte alles aus: jeden Schuss, jede Bewegung von Personen und jede Kameraaufnahme.

Streifenwagen vor den Häusern der Familien

Die Polizei hält den Konflikt offenbar für gefährlich. Streifenwagen bewachen inzwischen die Häuser der beteiligten Familien. Diese stehen Bild zufolge nur etwa 800 Meter voneinander entfernt. Angehörige hätten vor Ort bestätigt, dass mehrere Verletzte im Krankenhaus liegen. Weitere Details nannte die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht.

Die Behörden betonen, die Bevölkerung sei nicht in Gefahr gewesen. Es handle sich um keinen Anschlag, die Beteiligten würden sich kennen. Die Anwohner dürfte das wenig beruhigen. Ein Auto rast nachts zweimal in Menschen, und es fallen Schüsse. Eine Regionalzeitung zitiert einen Anwohner mit dem Satz, es sei traurig, was aus Neustadt geworden sei. Laut demselben Blatt gab es zwischen zwei Großfamilien in der Stadt schon früher Konflikte mit Messerstichen und Schlagstöcken.

Sinkende Zahlen und ein blutiger Montagabend

Erst im August stellten Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens und Justizministerin Kathrin Wahlmann (beide SPD) das neue Lagebild vor. Darin zählen die Behörden für 2025 insgesamt 2.691 Straftaten mit Bezug zur Clankriminalität, 454 weniger als im Jahr davor. Die Zahlen sinken damit zum dritten Mal in Folge. Fast die Hälfte der Tatverdächtigen trat allerdings mehrfach in Erscheinung.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter warnt davor, daraus eine Entwarnung zu machen. Ein Lagebild zeige nur das Hellfeld, also die bekannt gewordenen Taten. Einschüchterung, falsche Loyalitäten und überlastete Ermittler könnten die Zahlen nach unten drücken. Außerdem gebe es Hinweise auf eine überdurchschnittlich starke Bewaffnung in diesen Strukturen.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Neustadt, wie weit Statistik und Wirklichkeit auseinanderliegen können. Die Politik verkündet Erfolge, während in einer niedersächsischen Kleinstadt Streifenwagen Familien voneinander abschirmen müssen. Für viele Bürger ist das eine Folge jahrelanger Versäumnisse in der Sicherheits- und Integrationspolitik. Sie erwarten zu Recht einen Staat, der sein Gewaltmonopol durchsetzt, und zwar bevor auf offener Straße geschossen wird.

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