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Comeback nach dem Absturz: Gold und Silber schlagen zurück!

Comeback nach dem Absturz: Gold und Silber schlagen zurück!
Symbolbild: KI-generiert

Erst der Ausverkauf, dann die Gegenbewegung: Gold und Silber haben am Montag, dem 2. November 2026, nach einem heftigen Kursrutsch kräftig zugelegt. Gold kletterte zeitweise um 2,26 Prozent auf 3.962,60 US-Dollar je Feinunze, Silber legte sogar um 3,77 Prozent auf rund 50,99 Dollar zu. Analysten des Edelmetallkonzerns Heraeus sehen bei beiden Metallen neue Impulse, beim Silber kommen sie vor allem aus Indien.

Die Fed bleibt der Spielverderber

Ganz ungetrübt ist die Stimmung allerdings nicht. Die US-Notenbank hat die Zinsen in der vergangenen Woche zwar nicht verändert. Weitere Erhöhungen liegen laut Heraeus aber klar auf dem Tisch. Während der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh sei der Goldpreis zunächst gefallen und habe sich erst erholt, als der Dollar und die kurzlaufenden Renditen nachgaben.

Die Konjunkturdaten vom Donnerstag haben dann für Ernüchterung gesorgt. Der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Fed, stieg im September auf 3,6 Prozent nach 3,4 Prozent im Vormonat. Die Kerninflation zog auf 3,1 Prozent an, und die US-Wirtschaft wuchs im dritten Quartal mit kräftigen 3,4 Prozent auf das Jahr hochgerechnet. Danach rutschte Gold unter die Marke von 4.000 Dollar.

Am Terminmarkt rechnen Anleger laut CME Group inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 76 Prozent, dass die Fed die Zinsen im Dezember um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Die Geldpolitik bleibe deshalb ein spürbarer Gegenwind für Gold, so die Analysten. Dahinter steckt ein Problem: Die Inflation ist offensichtlich nicht besiegt. Und wer sein Erspartes in Papierwährungen hält, verliert weiter an Kaufkraft.

Wartet China schon auf billiges Gold?

Heraeus sieht im Rücksturz unter 4.000 Dollar auch eine Chance. Als Gold diese Zone im Juni und Juli zuletzt testete, hätten chinesische Käufer zugegriffen. Die nicht-monetären Goldimporte stiegen im Juni auf 173 Tonnen, den höchsten Wert seit März 2024. Die People's Bank of China kaufte im Juni 15 und im Juli 20 Tonnen, so viel wie seit Ende 2023 nicht mehr. Das habe den Preisen vor der Rally im August eine Untergrenze verschafft.

Ob sich das wiederholt, sei noch offen. Der Aufschlag in Shanghai sei derzeit bescheiden. Klarheit sollen die Reservedaten der chinesischen Notenbank für Oktober bringen, die Anfang November erwartet werden. Die Strategie Pekings ist trotzdem eindeutig: Die Notenbank sammelt seit Jahren Gold, während viele westliche Notenbanken vor allem Schulden verwalten.

Newmont liefert stabil

Auf der Angebotsseite gibt es wenig Bewegung. Der Minenriese Newmont förderte im dritten Quartal laut Heraeus 1,30 Millionen Unzen. Das war ein Prozent mehr als im Vorquartal, aber rund acht Prozent weniger als die 1,42 Millionen Unzen im dritten Quartal 2025. Für das vierte Quartal erwarte der Konzern rund 1,37 Millionen Unzen, die Jahresprognose von 5,26 Millionen Unzen sei damit in Reichweite. Das entspräche etwa 4,5 Prozent der weltweiten Minenproduktion, die 2025 bei 3.672 Tonnen lag.

Indien öffnet die Silber-Schleusen

Die spannendste Nachricht betrifft das Silber. Indien hat laut Heraeus Genehmigungen für rund 6.500 Tonnen Silberimporte in den kommenden sechs Monaten erteilt. Das sind etwa 209 Millionen Unzen und damit rund 90 Prozent dessen, was das Land im gesamten Jahr 2025 importiert hat (232 Millionen Unzen laut Silver Institute).

Davor hatte die Regierung in Neu-Delhi den Markt mit Lizenzpflichten fast lahmgelegt. Im Mai und Juni sanken die Importe auf etwa eine Million Unzen pro Monat. Im August erholten sie sich auf 15,5 und im September auf 11,0 Millionen Unzen. In den ersten neun Monaten 2026 kamen insgesamt nur rund 87 Millionen Unzen ins Land, 32 Prozent weniger als im Vorjahr. Die neuen Lizenzen decken also fast das Zweieinhalbfache dieser Menge ab. Heraeus weist aber darauf hin, dass ein großer Teil ungenutzt bleiben könnte, falls die Nachfrage im Inland schwach bleibt.

Der Zeitpunkt ist günstig. Am 8. November wird Diwali gefeiert, und in der Festsaison steigt die Nachfrage traditionell an. Im Vorjahr schnellten die Importe im Oktober auf 55,9 Millionen Unzen. Die Knappheit lässt bereits nach: Die Händleraufschläge fielen am 22. Oktober auf 0,45 Dollar je Unze, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei bis zu 2,50 Dollar und im Juli bei rund 6,50 Dollar gelegen hatten.

Fazit: Rücksetzer gehören zum Spiel

Steigende Zinsen, hartnäckige Inflation und Notenbanken, die ihre Goldreserven ausbauen, prägen derzeit den Markt. Kurzfristig schwanken die Preise heftig, an den Grundlagen hat sich aber wenig geändert. Für langfristig denkende Sparer können physisches Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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06.10.2026
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