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Kettner Edelmetalle
05.06.2026
05:20 Uhr

Der Reifen als Spitzel: Wie Pirellis „Cyber Tire“ den letzten Rest Privatsphäre im Auto pulverisiert

Der Reifen als Spitzel: Wie Pirellis „Cyber Tire“ den letzten Rest Privatsphäre im Auto pulverisiert

Es klingt wie aus einem dystopischen Roman, ist aber bittere Realität: Die italienische Reifenschmiede Pirelli hat auf dem SelectUSA Investment Summit verkündet, dass ihre KI-gestützten „Cyber Tires“ in Serie gehen. Produktionsstart soll im US-Werk im georgischen Rome sein. Was uns die Marketingabteilungen als Quantensprung für Sicherheit und Fahrkomfort verkaufen wollen, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als das, was es ist: ein weiterer dreister Schritt in Richtung lückenloser Überwachung des einst so freien Individualverkehrs.

Vom Stück Gummi zum Datenspion auf vier Rädern

Die Technologie basiert auf Sensoren, die direkt in den Reifen eingelassen werden. Beschleunigungssensoren erfassen Kräfte, Straßenbeschaffenheit, Unebenheiten und Schlaglöcher – und das in Echtzeit. Verarbeitet werden diese Datenströme von Pirellis hauseigenen Algorithmen und anschließend direkt in die Fahrzeugelektronik gespeist. Künftig sollen die Reifen sogar mit anderen Fahrzeugen und der Infrastruktur kommunizieren, neudeutsch „Vehicle-to-Everything“ genannt. Ihr Auto „spricht“ also bald mit der Welt – nur Sie als Fahrer haben dabei nichts mehr zu melden.

Pirellis Technikchef erklärte sinngemäß, die Autos könnten nun miteinander kommunizieren, die Infrastruktur sei vorhanden und gerade bei autonomen Fahrzeugen seien die Möglichkeiten grenzenlos. Grenzenlos – ein verräterisches Wort. Nicht umsonst hat sich der Konzern gleich 30 Prozent an der schwedischen KI-Firma Univrses einverleibt.

Die ganze Branche zieht mit – ein abgestimmtes Spiel?

Pirelli ist beileibe kein Einzeltäter. Continental setzt auf RFID-Chips zur Reifendatenverwaltung, Michelin hat diese längst in Produktion und Logistik integriert. Was uns als praktische Nachverfolgung von Herstellung, Wartung und Entsorgung schmackhaft gemacht wird, schafft in Wahrheit neue Einfallstore für die permanente digitale Identifikation – und damit die Ortung jedes Fahrzeugs zu jeder Zeit.

Die Reifen werden zu aktiven Datensammlern, die nicht nur Druck und Verschleiß messen, sondern Fahrverhalten, Routen und potenziell die gesamten Gewohnheiten des Fahrers durchleuchten.

Datenschutz? Ein Witz aus vergangenen Tagen

Die alles entscheidende Frage lautet: Wer kontrolliert eigentlich diese Daten? Der Fahrer? Wohl kaum. Der Autohersteller, der Reifenkonzern, die Versicherung, die Behörden? Die Erfahrung mit den sogenannten Connected Cars lehrt uns Schlimmes: Die Daten landen in irgendwelchen Clouds, werden zunächst für „Sicherheit“ und „Wartung“ verwendet – und irgendwann für ganz andere Zwecke missbraucht. Datenskandale haben wir genug gesehen, um zu wissen, dass das Versprechen absoluter Sicherheit eine Lüge ist.

Die Versprechungen klingen verführerisch vertraut: bessere Sicherheit, bessere Leistung, vorausschauende Wartung. Doch der Preis dafür ist die letzte Bastion der Privatsphäre, die uns im Straßenverkehr noch geblieben war.

Der große Plan: Der mündige Bürger als Risikofaktor

All dies fügt sich nahtlos in das Narrativ der „smarten“ und später autonomen Mobilität ein. Wer noch selbst sein Auto steuert, soll zum Sicherheitsrisiko erklärt werden. Je mehr Sensoren, Kameras und vernetzte Bauteile, desto leichter lässt sich das Verhalten der Menschen steuern, versichern, besteuern oder im Ernstfall ferngesteuert einschränken. Erst kamen Smartphones, dann Assistenzsysteme und Telematikeinheiten, nun die Kamera hinter dem Lenkrad – auf ausdrücklichen Wunsch der EU, versteht sich. Natürlich nur „zu Ihrer Sicherheit“.

Für den Normalbürger heißt das: Bald weiß nicht nur das eigene Auto, wohin man fährt und wie man fährt. Die Daten fließen in Systeme, auf die man keinerlei Einfluss hat. Dateneigentum? Ein Fremdwort. Ein Opt-out? Praktisch unmöglich, sobald die Technik serienmäßig verbaut wird.

Was bleibt dem freien Bürger?

Wer noch ein ehrliches, „dummes“ Auto mit analogen Reifen fahren möchte, sollte sich beeilen, solange dies noch erlaubt ist. Die Preise für Gebrauchtwagen mit Baujahr 2022 und früher dürften bald spürbar anziehen. Die Zukunft, so scheint es, gehört den rollenden Überwachungspaketen – verkauft im glänzenden Mantel von Sicherheit und Fortschritt. Der EU-geförderte 5G-Ausbau war dafür die technische Grundvoraussetzung. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Es ist ein altbekanntes Muster: Im Namen von Sicherheit und Fortschritt wird Stück für Stück die Freiheit des Einzelnen geopfert. Die Mobilität der Zukunft wird „smart“ – aber vor allem smart für jene, die die Daten sammeln, auswerten und am Ende zu Geld machen.

Warum Sachwerte in unsicheren Zeiten Vertrauen schaffen

Wenn selbst das eigene Auto zum Datenspitzel mutiert und Eigentum zunehmend zur kontrollierbaren Dienstleistung degradiert wird, gewinnt eine simple Erkenntnis an Bedeutung: Echte Werte lassen sich nicht aus der Ferne abschalten, vernetzen oder überwachen. Physisches Gold und Silber sind frei von Algorithmen, Clouds und Hintertüren. Wer sein Vermögen breit streuen und einen krisensicheren Anker setzen möchte, findet in Edelmetallen eine bewährte und greifbare Ergänzung eines gesunden Portfolios – analog, anonym und unabhängig von jeder digitalen Schnüffelei.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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