
Der stille Aderlass: Wie Familienunternehmer vor dem Kollaps des Standorts Deutschland warnen

Es ist ein Befund, der eigentlich alle Alarmglocken in Berlin schrillen lassen müsste – und doch verhallt er wie so vieles im politischen Berlin nahezu ungehört. Ein Jahr nach Antritt der schwarz-roten Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz schlägt die Stiftung Familienunternehmen und Politik mit dramatischen Worten Alarm: Die deutsche Wirtschaft blute langsam und nahezu geräuschlos aus. Eine Diagnose, die nichts weniger bedeutet als das Ende jenes Geschäftsmodells, das die Bundesrepublik einst zur Exportnation Nummer eins gemacht hat.
Erwartungen enttäuscht – Hoffnungen verraten
Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung, die mehr als 600 mittlere und große Familienunternehmen vertritt, fand im Gespräch mit dem "Focus" deutliche Worte. Die Familienunternehmer hätten der Koalition große Vorschusslorbeeren gewährt – im Vertrauen darauf, dass nach der katastrophalen Ampel-Ära endlich wieder eine wirtschaftsfreundliche Politik einkehren würde. Doch die Bilanz nach zwölf Monaten? Ernüchternd. "Das kann man nicht anders sagen", so Kirchdörfer. Eine höfliche Umschreibung dessen, was viele Unternehmer hinter vorgehaltener Hand deutlich drastischer formulieren dürften.
Drei Brandherde gleichzeitig
Kirchdörfer skizziert ein Bedrohungsszenario auf drei Ebenen: Erstens zerstörten die USA unter Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik jede Planbarkeit eines regelbasierten Welthandels. Zweitens bekäme die europäische Führung nicht einmal den selbst gemachten Bürokratie-Wahnsinn in den Griff. Und drittens – das ist die bittere Pointe – nehme er die Politik der nationalen Regierung bislang nicht als Hilfe wahr. Drei Fronten, an denen die deutschen Familienbetriebe gleichzeitig kämpfen müssen, während die Politik in Berlin offenbar damit beschäftigt ist, neue Rekorde im Schuldenmachen aufzustellen.
Die doppelte Tragik des Standorts Deutschland
Besonders bitter ist die paradoxe Situation, in der sich deutsche Familienunternehmen wiederfinden. Sie wollen in Deutschland investieren. Sie stehen zum Standort. Sie identifizieren sich mit jenem Land, in dem ihre Vorväter oft über Generationen aufgebaut haben, was heute Tausende Arbeitsplätze sichert. Und doch erzielen sie ihre Gewinne mittlerweile im Ausland – schlicht und ergreifend, weil in Deutschland kaum noch etwas geht. Genehmigungsverfahren, die sich über Jahre ziehen. Energiepreise, die jeden Wettbewerb erdrücken. Eine Steuerlast, die international längst zur Lachnummer geworden ist. Und werden dann notgedrungen Investitionen ins Ausland verlagert, hagelt es auch noch politische Vorwürfe. Eine Verkehrung der Verhältnisse, wie sie absurder kaum sein könnte.
Der Staat lebt auf zu großem Fuß
Besonders scharf fiel Kirchdörfers Kritik beim Thema Staatsausgaben aus. Keinerlei positive Zeichen sehe er bei den Bemühungen, dass der Staat endlich seine Ausgaben reduziere. Stattdessen werde "immer nur über neue Einnahmen via Steuern" nachgedacht. Ein Befund, der sich nahtlos einfügt in das, was die Bundesregierung gerade vorführt: Ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, eine im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045, neue Schulden, die Generationen belasten werden – und das alles, obwohl der Bundeskanzler im Wahlkampf das genaue Gegenteil versprochen hatte. Wortbruch ist mittlerweile zur politischen Standardvokabel geworden.
Die wahren Ressourcen werden verspielt
"Unsere beiden wichtigsten Ressourcen sind die Familienunternehmen und die jungen Köpfe, die das Morgen gestalten sollten", so der Stiftungsvorsitzende. Beide bräuchten vernünftige Rahmenbedingungen. Mehr sei es eigentlich nicht. Ein Satz, der so simpel klingt wie unbequem ist. Denn er entlarvt die Inkompetenz einer politischen Klasse, die offenbar nicht einmal die einfachsten ökonomischen Grundregeln verinnerlicht hat. Wer Leistungsträger über Jahrzehnte mit Bürokratie, Steuern und ideologischer Belehrung drangsaliert, der darf sich nicht wundern, wenn diese irgendwann ihre Koffer packen – oder zumindest ihr Kapital.
Was bedeutet das für den Vermögensschutz?
Wenn die Substanz einer Volkswirtschaft langsam ausblutet, wenn Familienbetriebe, das Rückgrat des deutschen Mittelstands, ihre Gewinne ins Ausland verlagern müssen, und wenn der Staat seine Probleme reflexartig durch neue Schulden und höhere Steuern zu lösen versucht, dann wird die Frage nach dem Schutz des privaten Vermögens immer drängender. Inflation, schleichende Enteignung durch Negativrealzinsen und politische Unsicherheit sind keine theoretischen Risiken mehr, sondern konkrete Realität. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässliche Säule eines breit gestreuten Portfolios bewährt – gerade in Zeiten, in denen das Vertrauen in politische Steuerung schwindet, behalten sie ihren Wert über Generationen.
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