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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
06:01 Uhr

Deutschlands Autoindustrie im freien Fall: Bis zu 100.000 Jobs vor dem Aus

Es ist ein Befund, der erschüttert – und doch niemanden mehr überraschen dürfte, der die wirtschaftspolitische Geisterfahrt der vergangenen Jahre aufmerksam verfolgt hat. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer, in Fachkreisen als „Autopapst" bekannt, hat in einem Gespräch mit der Mediengruppe Bayern ein vernichtendes Urteil über den Automobilstandort Deutschland gefällt. Seine Diagnose ist so knapp wie schmerzhaft: „Das größte Problem für die hiesigen Konzerne ist Deutschland."

Ein Land, das sich selbst aus dem Rennen nimmt

Man muss sich diese Aussage auf der Zunge zergehen lassen. Nicht China mit seinen aggressiven Preisstrategien, nicht die amerikanische Zollpolitik unter Präsident Trump, nicht der globale Wettbewerb an sich – nein, das eigene Land sei das Haupthindernis für die einst stolzeste Industriebranche der Republik. Dudenhöffer spricht von einem Land, das schlicht „zu teuer und wettbewerbsunfähig" geworden sei. Die Kostenstrukturen seien desaströs, die Lohnnebenkosten erdrückend, die Energiepreise – er nennt sie wörtlich „entsetzlich hoch".

Und was tut die Politik? Sie hält Sonntagsreden. So zumindest die bittere Einschätzung des Branchenkenners. Es sei letztlich die Industrie, die den aufgeblähten Sozialstaat finanziere. Eine Erkenntnis, die freilich nicht neu ist, aber in ihrer Konsequenz offenbar immer noch nicht bei den Entscheidungsträgern in Berlin angekommen zu sein scheint.

Der Dominoeffekt ist längst Realität

Was Dudenhöffer bereits im Vorjahr als düstere Prognose formulierte, materialisiert sich nun mit erschreckender Geschwindigkeit. Nach der Ankündigung von Bosch, 13.000 Stellen zu streichen, warnte er vor einem Dominoeffekt – insbesondere für mittlere und kleinere Zulieferer sowie den Maschinenbau. Bis zu 100.000 weitere Arbeitsplätze könnten bis 2030 verloren gehen. Eine Zahl, die man sich vergegenwärtigen muss: Das sind ganze Städte, die ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage verlieren.

Die Zahlen sprechen bereits jetzt eine unmissverständliche Sprache. Zwischen 2019 und August 2025 schrumpfte die Beschäftigung bei Autobauern und Zulieferern in Deutschland um satte 14 Prozent. Von einst 834.000 Arbeitsplätzen vor Corona, Ukraine-Krieg und Energiekrise blieben gerade noch 720.000 übrig. Mehr als 114.000 Jobs – einfach weg.

Traditionsunternehmen fallen wie Dominosteine

Besonders dramatisch zeigt sich die Lage am Beispiel der Zulieferkette. Der Großzulieferer ZF, selbst mit Schulden im zweistelligen Milliardenbereich belastet, hat seine Bestellungen beim Zulieferer Schlote Saar in Saarbrücken massiv zurückgefahren. Für das seit 1876 – man lese und staune: seit fast 150 Jahren – bestehende Traditionsunternehmen könnte dies das endgültige Aus bedeuten. 120 Mitarbeiter bangen um ihre Zukunft. Bereits 2024 musste die Schlote-Gruppe für mehrere Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden, im März 2025 folgten vier weitere Standorte in Harsum, Wernigerode, Brandenburg und Harzgerode.

Ein Traditionsunternehmen nach dem anderen fällt der Krise zum Opfer. Und man fragt sich unweigerlich: Wie viele Warnschüsse braucht die Politik noch, bevor sie endlich handelt?

Erholung ja – aber nicht in Deutschland

Dudenhöffers Prognose enthält einen besonders bitteren Kern. Die deutsche Automobilindustrie werde sich durchaus erholen können, so der Experte. Nur eben nicht hierzulande. „Aber im Ausland", fügt er lakonisch hinzu. Das Jahr 2025 sei ein „extrem schlechtes Ausnahmejahr" gewesen – doch die strukturellen Probleme des Standorts Deutschland würden bleiben, solange sich an den Rahmenbedingungen nichts Grundlegendes ändere.

Immerhin: Volkswagen konnte im vergangenen Jahr ein europaweites Absatzplus von knapp 50 Prozent bei Elektromodellen verzeichnen. Rund 247.900 E-Autos wurden ausgeliefert, in Deutschland lag das Wachstum sogar bei 61 Prozent. Modelle wie der ID.3, ID.4 und ID.5 profitierten von aggressiven Rabattaktionen und Preissenkungen. Doch dieser Lichtblick täuscht nicht über die Gesamtlage hinweg – denn auf dem entscheidenden asiatischen Markt verliert der Konzern weiter an Boden. Chinesische Hersteller produzieren schneller, günstiger und innovativer. Auch Mercedes und BMW kämpfen dort mit denselben Problemen und setzen zunehmend auf Kooperationen mit lokalen Partnern.

Die Rechnung für Jahre der Fehlpolitik

Was wir hier erleben, ist nichts weniger als die Quittung für Jahre ideologiegetriebener Wirtschaftspolitik. Statt die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken, hat man sich in Berlin lieber mit Gender-Sternchen, Klimazielen und bürokratischen Monsterprojekten beschäftigt. Die Energiewende hat die Strompreise in astronomische Höhen getrieben, die Bürokratie erstickt jede unternehmerische Initiative im Keim, und die Lohnnebenkosten machen Deutschland zum teuersten Produktionsstandort der westlichen Welt.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht – doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die Schuldenlast weiter in die Höhe treiben und kommende Generationen belasten. Ob die angekündigten Reformen tatsächlich bei der Industrie ankommen oder wieder nur in den Mühlen der Berliner Bürokratie versanden, bleibt abzuwarten. Die Automobilindustrie jedenfalls hat offenbar bereits ihre Schlüsse gezogen – und investiert lieber anderswo.

Deutschland, einst das Land der Ingenieure und Tüftler, das Land von Mercedes, BMW und Porsche, droht zum Museum seiner eigenen industriellen Vergangenheit zu werden. Wenn die Politik nicht endlich aufwacht und die Rahmenbedingungen grundlegend verbessert, werden die nächsten 100.000 Arbeitsplätze nicht die letzten sein, die verloren gehen.

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