
Deutschlandticket entlarvt den Tarif-Wahnsinn: Monatskarten in Großstädten kosten bis zu 140 Euro
Wer in einer deutschen Großstadt lebt und auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist, der kennt das Gefühl: Man blickt auf den Preis seiner Monatskarte und fragt sich unwillkürlich, ob man nicht versehentlich eine Jahreskarte erworben hat. Ein aktueller ADAC-Vergleich der Nahverkehrstarife in 25 deutschen Großstädten fördert nun Zahlen zutage, die den Bürger regelrecht schwindelig machen dürften.
103 Euro im Schnitt – für eine einzige Stadt
Das Deutschlandticket, jenes bundesweit gültige Abo für den Nah- und Regionalverkehr, schlägt derzeit mit 63 Euro monatlich zu Buche. Klingt nicht gerade nach einem Schnäppchen – bis man die Preise der städtischen Monatskarten danebenlegt. Im Durchschnitt zahlen Pendler in den untersuchten Großstädten satte 103,33 Euro für eine Monatskarte, die lediglich im inneren Stadtgebiet gilt. Wohlgemerkt: nicht für ganz Deutschland, sondern für eine einzige Stadt.
Die Spannbreite ist dabei enorm. München kommt mit 71,40 Euro noch vergleichsweise glimpflich davon, wobei das dortige Ticket immerhin übertragbar sei und die Mitnahme mehrerer Kinder unter 14 Jahren erlaube. Am anderen Ende der Skala thronen Köln und Bonn mit atemberaubenden 140,50 Euro. Für diesen Preis könnte man sich andernorts bereits zwei Deutschlandtickets leisten – und hätte noch Kleingeld für einen Kaffee übrig.
27 Prozent Preissteigerung in fünf Jahren
Besonders alarmierend ist die Preisentwicklung der vergangenen Jahre. Laut ADAC seien die Ticketpreise über alle Kategorien hinweg in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 27 Prozent gestiegen – und damit sogar über der kumulierten Inflationsrate von 22 Prozent. Der öffentliche Nahverkehr verteuert sich also schneller als das allgemeine Preisniveau. Ein Armutszeugnis für ein Land, das sich gerne als Vorreiter der Verkehrswende inszeniert.
Man muss kein Mathematiker sein, um zu erkennen, was hier schiefläuft. Während die Politik seit Jahren gebetsmühlenartig predigt, die Bürger sollten doch bitte das Auto stehen lassen und auf Bus und Bahn umsteigen, werden genau diese Alternativen immer teurer. Die Einführung des Deutschlandtickets vor rund drei Jahren habe zwar die Preisstruktur vieler Verkehrsverbünde beeinflusst, doch offenbar nicht in die richtige Richtung. Mehr als 14 Millionen Menschen nutzen das Abo derzeit – ein Erfolg, der allerdings die strukturellen Probleme des ÖPNV nur notdürftig kaschiert.
Einzelfahrten: Ein teures Vergnügen
Auch wer nur gelegentlich den Nahverkehr nutzt, wird kräftig zur Kasse gebeten. Einzeltickets kosten zwischen 2,90 Euro in Erfurt und über 4,20 Euro in Augsburg und München. Ein Tagesticket schlägt im Schnitt mit 8,44 Euro zu Buche, wobei Berlin mit 11,20 Euro den traurigen Spitzenplatz einnimmt. In den meisten Städten lohne sich ein Tagesticket bereits ab drei Einzelfahrten – in einigen Ruhrgebietsstädten, Hamburg, Bielefeld, Karlsruhe und Stuttgart sogar schon ab zwei.
Wochentickets hingegen befinden sich auf dem Rückzug. Nur noch 15 der 25 untersuchten Städte bieten sie überhaupt an. Bei einem Durchschnittspreis von 32,46 Euro lohnten sie sich im Vergleich zum Deutschlandticket nur in Ausnahmefällen – etwa für Touristen. Der ADAC bezeichne sie als Auslaufmodell.
Symptom einer verfehlten Verkehrspolitik
Was dieser Tarifvergleich offenbart, ist weit mehr als eine nüchterne Preisstatistik. Er ist ein Spiegelbild einer Verkehrspolitik, die den Bürger mit hehren Klimazielen und moralischen Appellen überhäuft, ihm aber gleichzeitig die finanziellen Mittel für den Umstieg entzieht. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen zwar Infrastrukturinvestitionen angekündigt, doch ob davon tatsächlich etwas beim maroden ÖPNV ankommt, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt: Großspurige Versprechen und reale Verbesserungen für den Bürger liegen in der deutschen Politik oft Welten auseinander.
Solange eine Monatskarte in Köln mehr als das Doppelte des Deutschlandtickets kostet, braucht sich niemand zu wundern, wenn die Deutschen weiterhin ins Auto steigen. Denn am Ende des Tages entscheidet nicht die politische Rhetorik über das Mobilitätsverhalten der Bürger – sondern der Blick ins Portemonnaie.

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