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Kettner Edelmetalle
13.08.2026
08:23 Uhr
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Donau versiegt: Rumänien nimmt sein einziges AKW komplett vom Netz

Donau versiegt: Rumänien nimmt sein einziges AKW komplett vom Netz
Symbolbild: KI-generiert

Erst sprengte die Armee einen Felsen im Flussbett, jetzt gehen die Lichter im Reaktor aus: Rumänien hat am Donnerstag sein Kernkraftwerk Cernavoda vollständig heruntergefahren. Der Grund ist so banal wie dramatisch – die Donau führt zu wenig Wasser, um die Reaktoren zu kühlen. Das Werk deckt normalerweise rund 20 Prozent des rumänischen Strombedarfs.

Ein Fluss entscheidet ĂĽber die Stromversorgung eines Landes

Nach Angaben des Energieministeriums, das von der Agentur Mediafax zitiert wird, ging gegen 10.00 Uhr MEZ auch der zweite Reaktorblock vom Netz. Der erste war bereits Ende Juli wegen fehlenden KĂĽhlwassers abgeschaltet worden.

Cernavoda liegt im Osten des Landes an einem Donau-Arm und bezieht sein gesamtes Kühlwasser aus dem Fluss. Zwei Reaktoren kanadischer CANDU-Bauart, in Betrieb seit 1996 und 2007, liefern jährlich rund zehn Millionen Megawattstunden. Jetzt: null.

Sprengstoff gegen die Dürre – ein Sieg für ein paar Tage

Zuvor hatte Rumänien zu einem Mittel gegriffen, das man eher aus Kriegsfilmen kennt. Rund 50 Kilometer flussaufwärts, nahe dem Ort Izvoarele, sprengte die Marine an einer Gabelung zweier Donau-Arme einen Felsen, damit mehr Wasser in Richtung Kraftwerk fließt. Zusätzlich versenkte man Geröll aus vier Lastkähnen, um den Zufluss zu lenken.

Der Pegel bei Cernavoda stieg – geringfügig. Verteidigungsminister Radu Miruta erklärte, der Betrieb des zweiten Blocks habe dadurch um einige Tage verlängert werden können. Für eine dauerhafte Versorgung reichte die Aktion nicht.

Im schlimmsten Fall werde die Stromzufuhr für industrielle Großverbraucher eingeschränkt, sagte Staatssekretär Cristian Busoi laut Mediafax. Für die Bevölkerung habe die Abschaltung keine Folgen.

Eine erst kĂĽrzlich erlassene Regierungsverordnung erlaubt solche Eingriffe. FrĂĽheren Berichten zufolge verhandelt Bukarest mit der Ukraine und Bulgarien ĂĽber Stromimporte.

Nicht nur Rumänien: Europas Kraftwerke laufen trocken

Der Fall ist kein rumänischer Sonderweg, sondern ein europäisches Muster. Medienberichten zufolge musste auch Ungarn seine Reaktorblöcke am Standort Paks wegen fehlenden Kühlwassers drosseln, in Frankreich nahm der Betreiber EDF im Sommer wiederholt Reaktoren vom Netz. In Österreich, das keine Atomkraft nutzt, arbeiten laut denselben Berichten viele der über 4.000 Kleinwasserkraftwerke nur gedrosselt oder stehen still.

Auch der Rhein meldet Rekordtiefstände – am Messpunkt Lobith an der deutsch-niederländischen Grenze sei nie zuvor ein niedrigerer Wasserstand registriert worden, erklärte das niederländische Infrastrukturministerium.

Die unbequeme Lehre fĂĽr Berlin

Der Vorgang führt vor Augen, wie verwundbar Stromsysteme sind, die an einzelnen Flüssen, Wetterlagen und Importleitungen hängen. Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Argument für Vielfalt und Redundanz in der Erzeugung – und gegen die deutsche Praxis, funktionierende Kapazitäten aus ideologischen Gründen abzuschalten und die Lücke mit Importen zu füllen, deren Herkunft man dann lieber nicht hinterfragt.

Denn wenn der Nachbar selbst am Netz zerrt, wird aus dem europäischen Strombinnenmarkt schnell ein Verteilungskampf. Wer daraus für sein Vermögen Konsequenzen zieht, denkt in solchen Phasen traditionell auch an physische Edelmetalle als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Portfolios.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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