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Kettner Edelmetalle
26.05.2026
21:51 Uhr

Drehtür an der Grenze: Wie Zurückgewiesene durch die Hintertür ins Asylsystem schlüpfen

Es ist eine jener Zahlen, die das Bundesinnenministerium offenbar lieber als Erfolgsgeschichte verkaufen möchte – doch bei genauerem Hinsehen entpuppt sie sich als beunruhigender Beleg für die Schwächen des deutschen Grenzregimes. Zwischen Mai 2025 und April 2026 hätten exakt 5.020 Personen einen Asylantrag in Deutschland gestellt oder gar einen Schutzstatus erhalten, obwohl sie zuvor bereits an einer deutschen Grenze zurückgewiesen worden seien. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage hervor, über die zuerst die „Welt“ berichtet hatte.

Die Statistik im Klartext

Im selben Zeitraum habe die Bundespolizei nach eigenen Angaben 38.831 Personen an den Grenzen zurückgewiesen. Monatlich seien es relativ konstant zwischen 3.000 und 4.000 Abweisungen. Dem stünden zwischen 300 und 400 Asylanträge pro Monat von Personen gegenüber, die irgendwann zuvor schon einmal abgewiesen worden seien. 845 dieser ehemals Zurückgewiesenen hätten im Berichtszeitraum tatsächlich einen Schutzstatus zugesprochen bekommen. Die Bundesregierung verweist darauf, dass diese Zahlen auf der polizeilichen Eingangsstatistik beruhten und somit nachträglich noch leicht variieren könnten.

Erfolgsmeldung oder Augenwischerei?

Die Botschaft, die das Ministerium hier zu transportieren versucht, lautet: Seht her, nur ein Bruchteil derer, die wir an der Grenze zurückschicken, kommt am Ende doch noch ins Asylsystem. Doch ist diese Lesart wirklich tragfähig? Der stellvertretende AfD-Fraktionsvorsitzende Sebastian Münzenmeier, der die Anfrage initiiert hatte, sieht das anders. Er kritisierte gegenüber der „Welt“, es dürfe schlichtweg nicht sein, dass abgewiesene Migranten es einfach am nächsten Tag oder ein paar hundert Meter weiter erneut versuchten – und damit Erfolg hätten. Wer aus triftigen Gründen zurückgewiesen werde, dürfe nicht kurz darauf doch noch einreisen und Asyl beantragen dürfen. Er forderte eine Sperrfrist sowie die Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten außerhalb der EU.

Als Sofortmaßnahme schlägt der Politiker vor, den „Sozialstaatmagneten abzudrehen“. Wenn Asylsuchende hierzulande nur noch Bett, Brot und Seife bekämen, werde der Zustrom von ganz allein abnehmen – und das schaffe automatisch Entlastung an der Grenze.

Der akademische Streit um Push und Pull

Selbstverständlich darf in dieser Debatte der erhobene Zeigefinger der Migrationsforschung nicht fehlen. Das in den 1960er Jahren entwickelte Modell der Push- und Pull-Faktoren werde heute in akademischen Kreisen kritisch gesehen, weil es die Komplexität von Migrationsprozessen angeblich zu stark vereinfache. Der vielfach angeführte „Pullfaktor Sozialstaat“ sei isoliert betrachtet nicht ausschlaggebend, so die wissenschaftliche Standardantwort. Bemerkenswert ist diese Einschätzung dennoch: Während Forscher in seminarverliebten Aufsätzen die Welt erklären, dürften die Bürger draußen im Land den schlichten Menschenverstand bemühen. Wer sich entscheidet, ein Land tausende Kilometer entfernt anzusteuern, vergleicht zwangsläufig – und sei es noch so unwissenschaftlich – die zu erwartenden Lebensbedingungen.

Die Polizei widerspricht der Verharmlosung

Heiko Teggatz, der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft DPolG, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass die Grenzkontrollen wirkten. Jeder, der bei einer unerlaubten Einreise festgestellt und gegebenenfalls zurückgewiesen werde, durchlaufe eine erkennungsdienstliche Behandlung. Fingerabdrücke und Lichtbilder würden gespeichert und im Ausländerzentralregister erfasst. Es könne daher nicht sein, dass deutlich mehr Zurückgewiesene später Asylanträge stellten, als das Ministerium ausweise. Bei einer späteren erfolgreichen Einreise könne das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erkennen, dass die Person bereits zuvor aktenkundig geworden sei – ein Vorteil bei der Bestimmung des zuständigen EU-Landes.

Was bleibt, ist die politische Bilanz

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt rühmt sich zwar damit, die Asyl-Erstanträge nahezu halbiert zu haben, und der Kurs werde fortgesetzt. Doch die Zahlen sprechen eine ambivalente Sprache: Über 38.000 Zurückweisungen bedeuten zugleich, dass eben diese 38.000 Menschen überhaupt erst bis an die deutsche Grenze gelangen konnten. Von einem funktionierenden europäischen Außengrenzschutz sind wir nach wie vor meilenweit entfernt. Die Bundesregierung verwaltet das Problem – sie löst es nicht. Solange Brüssel keinen wirksamen Außengrenzschutz organisiert und solange der innereuropäische Verteilungsmechanismus eine Farce bleibt, wird Deutschland weiter mit den Symptomen einer verfehlten Migrationspolitik kämpfen, deren Wurzeln tief in die Jahre der Vorgängerregierungen zurückreichen.

Wenn Vertrauen erodiert, suchen Bürger Sicherheit

Diese politischen Dauerbaustellen – ob in der Migrations-, Wirtschafts- oder Energiepolitik – hinterlassen Spuren. Sie nagen am Vertrauen der Bürger in die Handlungsfähigkeit des Staates. Und genau in solchen Zeiten besinnen sich kluge Sparer wieder auf das, was über Jahrtausende seinen Wert bewiesen hat: physische Edelmetalle wie Gold und Silber. Sie sind keine Wundermittel gegen politische Fehlentscheidungen, aber sie bieten einen verlässlichen Anker in einem Umfeld, das von Unsicherheit und steigender Staatsverschuldung geprägt ist. Wer sein Vermögen diversifizieren und gegen Inflationsrisiken absichern möchte, sollte einen sinnvollen Anteil an physischen Edelmetallen als bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.

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