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01.02.2026
16:14 Uhr

Drohnenbedrohung außer Kontrolle: NRW-CDU fordert endlich nationale Abwehrstrategie

Drohnenbedrohung außer Kontrolle: NRW-CDU fordert endlich nationale Abwehrstrategie
Symbolbild: KI-generiert

WĂ€hrend Deutschland jahrelang die Augen vor einer wachsenden Gefahr verschlossen hat, platzt der CDU in Nordrhein-Westfalen nun der Kragen. Mit einem Antrag fĂŒr den Bundesparteitag in Stuttgart fordert der Landesverband eine umfassende nationale Strategie zur Drohnenabwehr. Es ist höchste Zeit, dass sich endlich jemand dieser Bedrohung annimmt, die seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine dramatisch zugenommen hat.

ZustÀndigkeitschaos gefÀhrdet die Sicherheit

Das Kernproblem liegt wie so oft in der deutschen BĂŒrokratie: Unterschiedliche Rechtsgrundlagen, uneinheitliche Verfahren und völlig unklare Verantwortlichkeiten zwischen Bund, LĂ€ndern und Bundeswehr schaffen ein Vakuum, das im Ernstfall tödlich enden könnte. Die NRW-CDU bringt es auf den Punkt: Im Einsatzfall drohen Verzögerungen und Unsicherheiten, die sich Deutschland schlichtweg nicht leisten kann.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach bei der Einweihung des neuen Drohnenabwehrzentrums in Berlin im Dezember Klartext. Die Drohnen, die ĂŒber deutschen FlughĂ€fen, Bundeswehrstandorten und Energieversorgern kreisen, seien zu einem erheblichen Teil von feindlichen MĂ€chten gesteuert. Eine beunruhigende Erkenntnis, die das jahrelange Wegschauen der VorgĂ€ngerregierung umso unverantwortlicher erscheinen lĂ€sst.

Kritische Infrastruktur im Fadenkreuz

Die Forderungen der NRW-CDU sind konkret und ĂŒberfĂ€llig. Betreiber kritischer Infrastrukturen sollen kĂŒnftig verpflichtet werden, Risikoanalysen sowie standardisierte Schutz-, Alarmierungs- und Meldekonzepte zu erstellen. Denn wer glaubt, dass ein Kraftwerk oder ein Flughafen ohne entsprechende Vorkehrungen gegen Drohnenangriffe gewappnet sei, der irrt gewaltig.

Besonders brisant: Die Landespolizeien, die in vielen Szenarien als erste handeln mĂŒssen, verfĂŒgen weder ĂŒber spezialisierte Einheiten noch ĂŒber mobile Abwehrmittel in ausreichender Zahl. Gegen handelsĂŒbliche Kleindrohnen, die mittlerweile fĂŒr wenige hundert Euro erhĂ€ltlich sind, stehen unsere SicherheitskrĂ€fte oft mit leeren HĂ€nden da.

Hybride KriegsfĂŒhrung als neue RealitĂ€t

Was viele BĂŒrger nicht wissen: Drohnenangriffe sind Teil einer umfassenden hybriden KriegsfĂŒhrung, die militĂ€rische, wirtschaftliche, geheimdienstliche und propagandistische Mittel kombiniert. Staatlich gelenkte Cyberattacken, Desinformationskampagnen und eben auch unbemannte Luftfahrzeuge bilden ein Arsenal, dem Deutschland bislang erschreckend wenig entgegenzusetzen hat.

Die Innenminister von Bund und LĂ€ndern waren sich bei ihrer Herbstkonferenz einig: Die Polizei kann die Abwehr grĂ¶ĂŸerer militĂ€rischer Drohnen schlichtweg nicht bewĂ€ltigen. Das sei grundsĂ€tzlich ein Fall fĂŒr die Bundeswehr. Doch deren Einsatz im Inland ist rechtlich kompliziert, weshalb das Kabinett eine Reform des Luftsicherheitsgesetzes auf den Weg gebracht hat.

Technologische AufrĂŒstung dringend erforderlich

Die geforderte Strategie soll einen verbindlichen Ausbaupfad fĂŒr moderne Detektions- und Abwehrsysteme festlegen. Störsender, Fangnetze oder Flugabwehrkanonen – das Arsenal zur DrohnenbekĂ€mpfung ist vielfĂ€ltig, doch Deutschland hinkt bei der Beschaffung und dem Einsatz dieser Technologien anderen Nationen hinterher.

Es ist bezeichnend fĂŒr den Zustand unserer Sicherheitsarchitektur, dass erst ein Krieg in Europa nötig war, um diese Defizite offenzulegen. Die NRW-CDU verdient Anerkennung dafĂŒr, dass sie dieses Thema nun auf die bundespolitische Agenda setzt. Ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz die nötige Entschlossenheit aufbringt, bleibt abzuwarten. Die Bedrohung jedenfalls wartet nicht.

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