
Ein Muslim spricht aus, was Deutschlands Islamverbände verschweigen – und entlarvt damit das ganze Elend der Integrationslüge

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang: Ausgerechnet ein ehemaliger Justiziar der Ditib, jenes türkischen Moscheeverbands, der seit Jahren unter dem Verdacht steht, verlängerter Arm Ankaras auf deutschem Boden zu sein, findet klarere Worte zum islamistischen Terror als sämtliche Verbandsfunktionäre, Integrationsbeauftragte und Regierungssprecher zusammen. Murat Kayman, deutsch-türkischer Jurist, hat nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day einen Satz gesagt, den man in Deutschland eigentlich seit zwanzig Jahren hören müsste – und nie hört: Die Muslime hierzulande hätten ein Islamismusproblem.
Wenn ein einziges Wort gelöscht wird – und damit alles gesagt ist
Kayman schildert eine Szene, die an Symbolkraft kaum zu überbieten ist. Ein Funktionär eines Islamverbands habe auf der Plattform X zunächst den „islamistischen Terror" verurteilt. Wenige Minuten später sei der Beitrag verschwunden – und in überarbeiteter Fassung wieder aufgetaucht. Diesmal ohne das unbequeme Adjektiv. Übrig geblieben sei die Verurteilung von „Terror". Punkt. Terror irgendwo, von irgendwem, aus irgendeinem Grund.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Da stirbt eine Frau, weil ein Täter mit einem eigens gemieteten Transporter in eine Menschenmenge rast, zahlreiche Menschen werden teils schwer verletzt – und die organisierte Vertretung der Muslime in Deutschland ringt sich nicht einmal dazu durch, den religiösen Charakter der Tat beim Namen zu nennen. Kayman bringt es auf den Punkt: Die Stellungnahmen der Verbände und des Koordinationsrats der Muslime seien beliebig und austauschbar. Man müsse lediglich Datum und Ort ersetzen, dann passe die Erklärung auf den nächsten Anschlag ebenso.
„Kein Missbrauch der Religion, sondern ihr Gebrauch"
Der eigentliche Sprengsatz in Kaymans Analyse liegt aber woanders. Jahrzehntelang wurde dem deutschen Bürger von Kanzeln, Talkshowsesseln und Regierungsbänken herab die Formel eingetrichtert, Islamisten missbrauchten eine friedliche Religion. Kayman widerspricht – und zwar als Muslim.
Die Gewalt von Islamisten habe einen religiösen Ursprung, sie bediene sich religiöser Begründungen. Das sei kein Missbrauch der eigenen Religion, sondern deren Gebrauch.
Der Attentäter, so Kayman weiter, habe sich nicht als Extremist verstanden. Er habe in der Überzeugung gehandelt, ein religiöses Urteil an Sündern zu vollstrecken. Wer diesen Unterschied nicht begreife, begreife gar nichts. Und genau hier versagt der deutsche Diskurs seit Jahren auf ganzer Linie. Denn wer den religiösen Kern benennt, gilt hierzulande sofort als „islamophob" – ein Kampfbegriff, der zuverlässiger funktioniert als jedes Denkverbot.
Der Mut fehlt – und zwar auf beiden Seiten
Kayman fordert von den muslimischen Gemeinschaften eine Ehrlichkeit, die sie bislang schuldig geblieben seien. Wer von der Mehrheitsgesellschaft Differenzierung verlange, müsse sie im eigenen Lager zuerst leisten. Ein Gedanke von entwaffnender Logik. Er wünsche sich, dass Verbandsvertreter offen aussprächen, dass hier jemand Menschen bestrafen wollte, weil sie nicht dem entsprächen, was viele Muslime unter rechtgläubigem Leben und Lieben verstünden. Und dass es die Aufgabe der Gemeinschaft sei, dieses Problem zu bearbeiten.
Nur: Wer sollte das bearbeiten? Ausgerechnet jene Verbände, die vom deutschen Staat hofiert, in Beiräte gesetzt und mit Steuergeld bedacht werden? Man wird den Verdacht nicht los, dass die politische Klasse in Berlin über Jahre hinweg lieber mit funktionierenden Ansprechpartnern kuschelte, als unbequeme Fragen zu stellen. Integration wurde zur Verwaltungsaufgabe erklärt, nicht zur kulturellen Bedingung.
Die Tat und ihre politische Verwertung
Zur Erinnerung: Der Täter, ein deutscher Staatsbürger libanesischer Herkunft, war am Samstagabend mit dem angemieteten Fahrzeug in die Menge gefahren. Eine Frau starb. Am Sonntagabend spürte ein Spezialeinsatzkommando ihn in einer Kleingartenparzelle in Berlin-Spandau auf. Beim Zugriff soll er die Beamten mit einer Stichwaffe angegriffen haben, die Polizisten erschossen ihn.
Und was passiert in Berlin? Der Queer-Beauftragte der Hauptstadt warnt vor der politischen Rechten und sogar vor der CDU, die den Anschlag angeblich instrumentalisiere. Der Islamismus tötet – und die Debatte dreht sich um die vermeintliche Rhetorik derer, die das Problem seit Jahren benennen. Absurder geht es kaum. Ein Muslim mit Verbandsvergangenheit spricht Klartext, während deutsche Funktionäre sich in Ausweichmanövern üben. Das ist nicht bloß peinlich, das ist gefährlich.
Was bleibt
Kaymans Wortmeldung ist ein seltener Lichtblick in einer verlogenen Debatte. Ob sie folgenlos verhallt, hängt davon ab, ob die politisch Verantwortlichen endlich bereit sind, Realität vor Wunschdenken zu stellen. Die Bürger dieses Landes haben das Recht auf Sicherheit – und auf eine Politik, die nicht jede unbequeme Wahrheit unter dem Teppich der Toleranzrhetorik verschwinden lässt. Nach unserer Überzeugung, und die dürfte ein erheblicher Teil der Bevölkerung teilen, braucht es dafür Politiker, die für dieses Land regieren, nicht gegen es.
Wer in solchen Zeiten überlegt, wie er sein Vermögen vor gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Instabilität schützt, denkt zunehmend an physische Werte. Gold und Silber haben Kriege, Währungsreformen und politische Umbrüche überdauert – sie sind kein Versprechen auf Rendite, sondern eine jahrtausendealte Versicherung gegen das Versagen von Institutionen.
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