
Einbürgerungs-Rekord: 333.000 neue Deutsche – wer politisch profitiert

Deutschland hat 2025 so viele Menschen eingebürgert wie nie zuvor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erhielten rund 332.500 Ausländerinnen und Ausländer den deutschen Pass – die endgültige Zahl liegt Medienberichten zufolge bei 333.343. Das entspricht der Einwohnerzahl einer Großstadt wie Mannheim. In einem einzigen Jahr.
Fünf Rekordjahre in Folge – und eine Zahl, die alles verändert
Es ist der fünfte Anstieg hintereinander. Gegenüber 2024 (292.000) legten die Einbürgerungen um 14 Prozent oder 40.500 Personen zu. Erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 2000 wurde die Marke von 300.000 überschritten.
An der Spitze stehen erneut syrische Staatsangehörige: Jeder fünfte neue Deutsche – 65.600 Personen – besaß zuvor den syrischen Pass. Es folgen türkische (34.100) und russische Staatsangehörige (19.700), beide mit einem Sprung von jeweils 51 Prozent. Besonders auffällig: bosnische Einbürgerungen plus 126 Prozent, US-amerikanische plus 100 Prozent.
Der Doppelpass als Turbo
Den Ausschlag gab die Ampel-Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, die Ende Juni 2024 in Kraft trat. Seither dürfen Eingebürgerte ihre alte Staatsbürgerschaft generell behalten – der frühere Grundsatz, Mehrstaatigkeit möglichst zu vermeiden, wurde kassiert. Für viele Türken und Russen, die im Schnitt seit 24 beziehungsweise 14 Jahren hier leben, fiel damit die letzte Hürde.
Ein Detail wirft Fragen auf: Syrer beantragten den Pass durchschnittlich nach nur 7,9 Jahren Aufenthalt – deutlich früher als der Gesamtdurchschnitt von 12,4 Jahren. Die schnelle Einbürgerung nach drei Jahren bei „besonderen Integrationsleistungen" strich der Gesetzgeber Ende Oktober 2025 wieder.
Fast jeder Antrag hat Erfolg
467.400 Anträge wurden 2025 gestellt, 371.100 Verfahren abgeschlossen. 90 Prozent endeten mit der Verleihung der Staatsbürgerschaft, nur rund drei Prozent wurden abgelehnt. Eine Ablehnungsquote, die manchen Beobachter fragen lässt, wie streng die Prüfung tatsächlich ausfällt.
In Berlin, wo laut Schätzungen etwa 400.000 Muslime leben, schossen die Einbürgerungen Medienberichten zufolge um fast 80 Prozent nach oben – weit über dem Bundestrend.
Neue Wähler, neue Mehrheiten?
Der Bericht, der die Debatte ausgelöst hat, verweist darauf, dass knapp die Hälfte der Eingebürgerten aus muslimisch geprägten Ländern stammt – und dass diese Gruppe mehrheitlich links wählt. Belege liefert die Wahltagsbefragung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zur Bundestagswahl im Februar 2025: Danach entfielen unter muslimischen Wählern 29 Prozent auf die Linke und 28 Prozent auf die SPD, während CDU/CSU auf 12 und die Grünen auf 4 Prozent kamen.
Jede Einbürgerung schafft einen neuen Wahlberechtigten. Bei 333.000 pro Jahr summiert sich das binnen einer Legislaturperiode auf eine siebenstellige Größenordnung – mehr als so manche Partei an Stimmen benötigt, um in den Bundestag einzuziehen.
Was daraus folgt
Aus Sicht unserer Redaktion ist das keine Frage von Herkunft, sondern von politischer Ehrlichkeit: Wer das Wahlvolk in diesem Tempo verändert, sollte offen sagen, welche Folgen das für die demokratische Willensbildung hat. Unionspolitiker fordern inzwischen Nachbesserungen und wollen den Doppelpass wieder begrenzen. Ob die Große Koalition dazu die Kraft findet, bleibt abzuwarten – der Koalitionspartner SPD dürfte wenig Neigung verspüren, an dieser Stellschraube zu drehen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.












