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Kettner Edelmetalle
17.04.2026
05:41 Uhr

Europa plant Militärmission an der Straße von Hormus – bewusst ohne Washington

Europa plant Militärmission an der Straße von Hormus – bewusst ohne Washington

Es ist ein geopolitisches Signal, das es in sich hat: Europäische Mächte bereiten offenbar eine eigenständige Marinemission zur Sicherung der Straße von Hormus vor – und schließen die Vereinigten Staaten dabei ausdrücklich aus. Was nach einem mutigen Schritt europäischer Souveränität klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als diplomatisches Minenfeld, das mindestens so gefährlich sein dürfte wie die realen Seeminen im Persischen Golf.

Großbritannien und Frankreich als Taktgeber

Wie das renommierte Wall Street Journal berichtet, arbeiten London und Paris federführend an einem Plan, die Schifffahrt durch die strategisch bedeutsamste Meerenge der Welt nach dem Ende der Kampfhandlungen wieder in Gang zu bringen. Die Mission solle defensiv angelegt sein und den internationalen Reedereien das nötige Vertrauen zurückgeben, ihre Tanker und Frachtschiffe wieder durch das Nadelöhr des globalen Ölhandels zu schicken. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron habe bereits für diesen Freitag ein Treffen in Paris anberaumt, an dem der britische Premierminister Keir Starmer persönlich teilnehmen werde. Zahlreiche weitere Staaten sollen per Videokonferenz zugeschaltet werden. Die USA? Ausdrücklich nicht eingeladen.

Macron sprach dem Bericht zufolge von einer „internationalen Verteidigungsmission ohne Beteiligung der kriegsführenden Staaten" – womit neben Iran und Israel eben auch die Vereinigten Staaten gemeint seien. Europäische Schiffe würden nicht unter amerikanischem Kommando operieren. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot betonte, die Mission könne erst eingesetzt werden, „wenn die Ruhe wiederhergestellt ist und die Feindseligkeiten beendet sind".

Deutschland soll eine Schlüsselrolle übernehmen

Besonders brisant: Auch Berlin dürfte sich an dem Vorhaben beteiligen – und das nicht nur als stiller Geldgeber. Unter Berufung auf einen hochrangigen deutschen Beamten berichtet das Wall Street Journal, dass eine deutsche Zusage das Projekt erheblich aufwerten würde. Deutschland verfüge über größere finanzielle Möglichkeiten als London und Paris und bringe zudem militärische Fähigkeiten mit, die für einen solchen Einsatz unverzichtbar seien. Konkret ist von Minenräumung und Überwachung die Rede – Minensucher aus Kiel könnten entsandt werden.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Eine deutsche Beteiligung wäre an ein Bundestagsmandat geknüpft, das wiederum ein belastbares internationales Mandat voraussetzt. Man darf gespannt sein, wie die neue Große Koalition unter Friedrich Merz mit dieser heiklen Frage umgehen wird. Denn eines ist klar: Wer deutsche Soldaten in den Persischen Golf schickt, muss dem Steuerzahler erklären können, warum – und vor allem, zu welchem Preis.

Ein dreistufiger Plan für die Meerenge

Der europäische Plan verfolgt dem Bericht zufolge drei klar definierte Ziele. Zunächst soll die Ausfahrt der derzeit in der Straße von Hormus festliegenden Schiffe ermöglicht werden. Anschließend seien großangelegte Minenräumarbeiten vorgesehen, um weitere Passagen zu sichern. Und schließlich solle durch militärische Begleitung – möglicherweise in Form eines Konvoisystems – die Sicherheit für die internationale Schifffahrt dauerhaft gewährleistet werden.

„Irgendwann wird es ein Begleitsystem oder irgendeine Form von Konvoi geben müssen, um Schiffe zu schützen. Versicherer und Reeder werden diesen Schutz wahrscheinlich verlangen."

So die Einschätzung von Mujtaba Rahman von der Eurasia Group gegenüber dem Wall Street Journal. Eine Einschätzung, die angesichts der Realitäten im Versicherungsmarkt kaum zu bestreiten ist.

Diplomatisches Hochseilakt zwischen Paris und Washington

Der bewusste Ausschluss der USA ist politisch hochexplosiv. Französische Diplomaten sehen eine amerikanische Beteiligung dem Bericht zufolge kritisch, weil sie die Mission für Teheran schwerer akzeptabel machen könnte. Ein nachvollziehbares Kalkül – schließlich führen die USA faktisch Krieg gegen den Iran. Britische Beamte hingegen befürchten, dass ein Ausschluss Washingtons Präsident Donald Trump verärgern könnte. Und wer Trump kennt, weiß: Verärgert ist noch die mildeste Beschreibung dessen, was dann folgen dürfte.

Hier offenbart sich das fundamentale Dilemma europäischer Sicherheitspolitik im Jahr 2026. Einerseits drängt die Realität Europa dazu, endlich eigenständig zu handeln und nicht bei jeder sicherheitspolitischen Herausforderung reflexartig nach Washington zu blicken. Andererseits fehlt dem Kontinent nach Jahrzehnten der militärischen Vernachlässigung schlicht die Substanz, um glaubwürdig als eigenständiger Akteur aufzutreten. Die europäischen Marinen sind ausgedünnt, die Verteidigungshaushalte trotz aller Lippenbekenntnisse noch immer weit von dem entfernt, was nötig wäre.

Was bedeutet das für den Ölpreis – und für Deutschland?

Die Straße von Hormus ist keine beliebige Wasserstraße. Durch diese nur etwa 50 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und Oman fließt rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls. Jede Störung dieser Passage trifft die globale Energieversorgung ins Mark – und damit auch die ohnehin angeschlagene deutsche Wirtschaft. Dass der Iran die Meerenge bereits zu Beginn des Konflikts vermint hat, macht die Lage umso dramatischer.

Für den deutschen Bürger bedeutet dies konkret: steigende Energiepreise, weitere Belastungen für die Industrie und ein zusätzlicher Inflationstreiber in einer Zeit, in der die Bundesregierung mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ohnehin schon die Gelddruckmaschine auf Hochtouren laufen lässt. Dass ausgerechnet in dieser Situation auch noch kostspielige Militäreinsätze am Golf finanziert werden sollen, dürfte bei vielen Steuerzahlern für Kopfschütteln sorgen.

Und dennoch: Die Alternative – nämlich untätig zuzusehen, wie eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt blockiert bleibt – wäre langfristig noch teurer. Es ist ein klassisches Dilemma, in dem es keine guten Optionen gibt, sondern nur weniger schlechte. Dass Europa in dieser Situation den Versuch unternimmt, eigenständig zu handeln, verdient zumindest Respekt. Ob die Mission am Ende gelingt, steht freilich auf einem ganz anderen Blatt. Die Geschichte europäischer Militäreinsätze der jüngeren Vergangenheit stimmt jedenfalls nicht gerade optimistisch.

Eines aber zeigt diese Entwicklung mit aller Deutlichkeit: Die Zeiten, in denen sich Europa bequem hinter dem amerikanischen Schutzschild verstecken konnte, sind endgültig vorbei. Wer Sicherheit will, muss bereit sein, dafür auch zu bezahlen – mit Geld, mit Material und im Zweifel auch mit dem Risiko für die eigenen Soldaten. Eine Lektion, die Deutschland nach Jahrzehnten der sicherheitspolitischen Bequemlichkeit erst noch verinnerlichen muss.

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