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Kettner Edelmetalle
12.08.2026
04:43 Uhr
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Fax statt Digitalstaat: ICE-Rettungsübung wird zum Debakel

Fax statt Digitalstaat: ICE-Rettungsübung wird zum Debakel
Symbolbild: KI-generiert

Ein brennender ICE, 100 Komparsen im Rauch, 250 Einsatzkräfte im Anmarsch – und dann passiert: erst einmal wenig. Bei einer Großübung im 1.320 Meter langen Sandbergtunnel bei Traßdorf im Ilm-Kreis erreichten erste Kräfte des Rettungsdienstes das Nordportal nach Beobachterangaben erst nach zwei Stunden und sieben Minuten. Vorgesehen waren rund zehn bis 25 Minuten.

Das Szenario am 8. August 2026: Brand eines ICE im Tunnel, etwa 30 der simulierten Insassen schwer betroffen. Der Lokführer setzte den Übungsnotruf ab. Danach stockte die Rettungskette an gleich mehreren Stellen.

Die Alarmierung reiste per Faxgerät

Der entscheidende Punkt klingt wie ein Witz aus den Neunzigern – ist aber Realität: Zwischen Thüringer Leitstellen läuft ein Teil der Alarmierung noch immer per Fax. Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders (parteilos) bestätigte das ausdrücklich.

„Hier ist dringender Handlungsbedarf erforderlich. Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung.“

Medienberichten zufolge dauerte es allein rund 15 Minuten, bis die Notrufleitstelle der Deutschen Bahn die zuständige Rettungsleitstelle im Ilm-Kreis überhaupt informiert hatte. Die Bahn selbst betont, keine Faxgeräte mehr einzusetzen – die Papiertechnik liegt nach bisherigem Kenntnisstand bei den öffentlichen Leitstellen.

Wenn mehrere Zahnräder gleichzeitig klemmen

Das Fax war nur ein Baustein der Pannenkette. Das Thüringer Innenministerium bestätigte Schwierigkeiten bei Notrufübermittlung und Feuerwehralarmierung. In der Leitstelle fiel zudem die Technik aus – die Kommunikation mit Nachbarleitstellen war zeitweise nicht möglich.

Aufgefallen sei das laut Landratsamt zunächst nicht, weil parallel zwei schwere Verkehrsunfälle im Ilm-Kreis Priorität hatten. Staus auf der A71 bremsten Einsatzkräfte zusätzlich aus. Auch die Warnung über NINA und KATWARN funktionierte offenbar nicht vollständig.

Und am Zug? Die Türen ließen sich von außen nicht wie vorgesehen mit dem Vierkantschlüssel öffnen. Im Ernstfall hätten Retter Fenster einschlagen müssen. Ein Feuerwehrexperte fasste die Lage nach Medienberichten drastisch zusammen: „Wäre das hier echt, wären längst alle tot.“

Zwölf Leitstellen, jede für sich

Innenminister Georg Maier (SPD) beobachtete die Übung vor Ort und fordert nun leistungsstärkere Rettungsleitstellen. Zwölf Leitstellen-Standorte gibt es im Freistaat – Kritik an dieser Kleinteiligkeit gibt es seit Jahren. Eine geplante Fusion für Wartburgkreis, Gotha und Ilm-Kreis scheiterte am Streit über den Standort.

Maier setzt weiter auf Freiwilligkeit statt Zwang und will künftig viele kleine Übungen statt weiterer Großszenarien. Zugleich betonte er, die eigentliche Rettung habe gut geklappt, sobald die Kräfte da waren. Der Trost ist schmal: Im Ernstfall hätte die Verzögerung Menschenleben kosten können. Die AfD-Fraktion im Landtag kündigte an, das Thema im Innenausschuss aufarbeiten zu lassen.

Strategiepapier trifft Tonerkassette

Berlin diskutiert über digitale Identitäten, KI in Behörden und Cloud-Verwaltung. In Thüringen entscheidet derweil möglicherweise ein Papierstau darüber, wann jemand losfährt. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Traßdorf den ganzen Abstand zwischen politischem Anspruch und operativer Wirklichkeit – ein Staat, der seine Kernaufgaben vernachlässigt, während er neue Milliardenprogramme auflegt.

Wer aus solchen Befunden Konsequenzen zieht, denkt auch privat über Vorsorge nach – von der Notfallausrüstung bis zur Streuung des Vermögens, in der physische Edelmetalle traditionell als krisenfeste Ergänzung gelten.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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