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21.10.2026
20:46 Uhr
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Flaute am Bosporus: Türkische Silberimporte fallen fast auf null!

Flaute am Bosporus: Türkische Silberimporte fallen fast auf null!
Symbolbild: KI-generiert

Die Türkei galt lange als einer der hungrigsten Edelmetallmärkte der Welt. Jetzt kauft sie im Ausland kaum noch Gold und Silber ein. Laut aktuellen Daten der Börse Borsa Istanbul kamen im September nur 1,87 Tonnen Gold und 1,11 Tonnen Silber ins Land. Beim Silber sind das rund 99 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Gold: Leichte Erholung im Keller

Eine gute Nachricht gibt es immerhin. Im August waren nur 1,08 Tonnen Gold eingeführt worden, im September stiegen die Importe also um gut 70 Prozent. Das klingt nach Aufschwung, ist aber nur eine Erholung auf sehr niedrigem Niveau.

Im September 2025 hatte die Türkei noch 9,46 Tonnen Gold importiert, also rund fünfmal so viel. Das Minus im Jahresvergleich liegt damit bei etwa 80 Prozent. Von Januar bis September summieren sich die Goldeinfuhren auf 51,08 Tonnen.

Zum Vergleich: Ankara hatte im August 2023 eine Obergrenze von 12 Tonnen pro Monat für unverarbeitetes Gold eingeführt. Damit wollte die Regierung das Defizit in der Leistungsbilanz drücken. In neun Monaten hätte die Quote also bis zu 108 Tonnen erlaubt. Tatsächlich eingeführt wurde weniger als die Hälfte.

Silber: Erst der Rekord, dann fast Stillstand

Beim Silber ist der Absturz noch heftiger. Im September 2025 hatte die Türkei noch 116,59 Tonnen eingeführt, jetzt waren es 1,11 Tonnen. Auch im August war es mit 1,18 Tonnen kaum mehr. Medienberichten zufolge waren es im Juli noch 28,04 Tonnen.

Dabei hatte das Jahr mit einem regelrechten Silberrausch begonnen. Im Januar importierte die Türkei Berichten zufolge 273 Tonnen. Im Februar waren es rund 359 Tonnen, ein historischer Monatsrekord. Von den 839,58 Tonnen, die bis Ende September zusammenkamen, entfallen damit rund drei Viertel allein auf die ersten beiden Monate. Seitdem kommt fast nichts mehr nach.

Die Notenbank kauft, der Handel stockt

Der Staat selbst setzt dagegen weiter auf Gold. Die türkische Zentralbank hat ihre Goldreserven laut eigenen Daten den dritten Monat in Folge aufgestockt. Im September kamen 3,58 Tonnen hinzu, der Bestand liegt nun bei 794,94 Tonnen. Seit Ende Juni summiert sich das Plus auf 65,10 Tonnen.

Das ist bemerkenswert. Medienberichten zufolge hatte die Notenbank nach Beginn des Iran-Krieges zunächst große Mengen Gold verkauft, um die Lira zu stützen. Inzwischen macht Gold mehr als 62 Prozent der gesamten türkischen Währungsreserven aus. Wenn das Geld wackelt, setzt auch ein Staat auf Gold.

Woran es bei den Importen hakt, erklären Beobachter vor allem mit den Einfuhrbeschränkungen und der angespannten Wirtschaftslage im Land. Hinzu kommt: Die Türkei ist eine wichtige Drehscheibe für den Edelmetallhandel zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien. Sinkende Einfuhren könnten daher auch auf veränderte Handelswege in der Region hindeuten und nicht nur auf eine schwächere Nachfrage im Land.

Was deutsche Sparer daraus lernen können

Importzahlen schwanken stark. Sie hängen von Quoten, Wechselkursen und Handelswegen ab. Über den eigentlichen Wert von Gold sagen sie wenig aus. Die Notenbanken zeigen dagegen klar, wohin die Reise geht: Sie bauen ihre Goldbestände aus, gerade in unruhigen Zeiten.

Auch in Deutschland gibt es Gründe zur Vorsicht. Das 500-Milliarden-Sondervermögen lässt den Schuldenberg wachsen, und die Kaufkraft des Geldes steht unter Druck. Wer sein Vermögen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Notenbanken halten Gold vor allem aus einem Grund: Es ist von keinem Versprechen einer Regierung abhängig.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

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