
Flaute und Frost: Deutschland verbrennt Gas wie seit Februar nicht!

Die erste Kältewelle ist da, und die Energiewende zeigt ihr bekanntes Problem. Am Mittwoch, dem 21. Oktober, lieferten Deutschlands Gaskraftwerke so viel Strom wie seit Ende Februar nicht mehr. Gleichzeitig ließ der Wind nach, und die Gasspeicher sind gerade einmal zu 61 Prozent gefüllt.
Die Gasturbinen laufen auf Hochtouren
Die Zahlen gehen auf eine Auswertung der Erzeugungsdaten der Fraunhofer-Energy-Charts zurück, über die Medien berichten. Danach stieg die durchschnittliche Leistung der Gaskraftwerke binnen eines Tages von rund 9,3 auf 10,1 Gigawatt. Das ist ein Plus von knapp neun Prozent. Am Montag hatte der Wert noch bei knapp acht Gigawatt gelegen.
Gegen 19.30 Uhr am Mittwochabend kam die Spitze: knapp 13,7 Gigawatt. Über den ganzen Tag speisten die erfassten Anlagen rund 241 Gigawattstunden Strom in das öffentliche Netz ein. Einen höheren Tagesdurchschnitt gab es zuletzt am 25. Februar. Auch die Abendspitze war die höchste seit dem Spätwinter.
Eine Einschränkung gehört dazu. Die Daten zeigen nur die öffentliche Nettostromerzeugung. Was Heizungen und Industrie zusätzlich an Gas verbrauchen, ist darin nicht enthalten.
Wenn der Wind nachlässt, bleibt das Gas
Warum sprangen die Gaskraftwerke ein? Weil die Windräder weniger lieferten. Windkraft an Land und auf See kam am Mittwoch zusammen auf durchschnittlich rund 16 Gigawatt, nach etwa 21,7 Gigawatt am Dienstag. Das ist rund ein Viertel weniger.
An Land fiel der Rückgang besonders stark aus, von rund 15,4 auf 10,1 Gigawatt. Auf See sank die Leistung nur leicht von 6,3 auf 5,9 Gigawatt. Atomkraftwerke stehen seit April 2023 nicht mehr zur Verfügung. Also müssen Gaskraftwerke, Speicher und Importe die Lücke schließen. Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und herunterfahren. Ihr Brennstoff ist inzwischen aber teuer geworden.
Halb leere Speicher vor dem Winter
Nach dem Lagebericht der Bundesnetzagentur vom 22. Oktober sind die Speicher zu rund 61,1 Prozent gefüllt. Das entspricht etwa 151 Terawattstunden. Die Behörde räumt selbst ein, dass die Vorräte deutlich unter den Werten früherer Jahre liegen. Medienberichten zufolge lag der Füllstand Ende September rund 19 Prozentpunkte unter dem Vorjahr.
Die Bundesnetzagentur hält die Versorgung trotzdem für gesichert. Sie verweist auf stabile Importe: Vom 14. bis 20. Oktober kamen 17,5 Terawattstunden per Pipeline ins Land und weitere 1,6 Terawattstunden über die deutschen LNG-Terminals. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht Berichten zufolge ebenfalls keinen Mangel. Ob die Lage so ruhig bleibt, entscheidet am Ende das Wetter.
Der Gaspreis steigt kräftig
Der Markt ist weniger gelassen. Laut Medienberichten stieg der europäische Terminkontrakt TTF am Dienstag erstmals seit Ende 2022 wieder über 90 Euro. Als Gründe nennen Marktbeobachter die Iran-Krise, Angriffe in der Straße von Hormus und den Wettbewerb um LNG-Lieferungen. Hinzu kommt eine geplante staatliche Gasreserve. Für sie sollen Gaskunden laut Berichten ab 2027 über eine Umlage zahlen.
Was das für Ihren Geldbeutel bedeutet
Die Bundesnetzagentur macht keine feste Zusage. Ob höhere Großhandelspreise bei Haushalten und Betrieben ankommen, hänge unter anderem davon ab, wie lange der Nahostkonflikt dauere, wie die Versorger einkauften und welche Verträge gälten. Damit bleibt offen, ob und wann die Kosten an die Kunden weitergegeben werden.
Ein kalter Tag ohne viel Wind hat gereicht, um die Grenzen des Stromsystems zu zeigen. Bei teurer Energie und neuen staatlichen Umlagen setzen viele Sparer zusätzlich auf Sachwerte. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen dazu beitragen, Kaufkraft über Krisen hinweg zu erhalten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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