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Kettner Edelmetalle
13.06.2026
09:09 Uhr

Frieden mit Iran? Trumps fauler Deal und das ewige Schwert über der Straße von Hormus

Während Diplomaten an feinziselierten Vertragstexten basteln, schickte Teheran kurzerhand Kampfdrohnen Richtung Straße von Hormus. Man kann es sich kaum besser ausdenken: Da verkünden Washington und Iran mit großem Pathos das nahende Kriegsende – und nur wenige Stunden später müssen US-Streitkräfte mehrere iranische Einweg-Angriffsdrohnen vom Himmel holen, die nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle eine Bedrohung für den kommerziellen Schiffsverkehr dargestellt hätten. Friedensdiplomatie auf iranische Art.

Ein Abkommen, das nach Kapitulation riecht – allerdings nicht aus Teheran

Der US-Außenminister – Verzeihung, ein hochrangiger Regierungsvertreter, der nur unter dem Schutz der Anonymität sprechen wollte – versicherte, beide Seiten hätten sich auf einen Text geeinigt und man erwarte die Unterzeichnung eines ersten Abkommens binnen weniger Tage. Soweit die offizielle Erzählung. Doch wer die Details liest, reibt sich die Augen.

Der iranische Außenminister Abbas Araqchi ließ sich im Staatsfernsehen zu einem bemerkenswerten Satz hinreißen:

„Iran ist der Gewinner des Krieges mit den USA."

Und das Sahnehäubchen reichte er gleich hinterher: „Unser Schwert wird immer über der Straße von Hormus hängen." Man stelle sich vor, ein westlicher Politiker würde mit derartiger Drohrhetorik einen angeblichen Friedensvertrag bewerben. Der Aufschrei wäre ohrenbetäubend. Bei Teheran herrscht betretenes Schweigen.

Was steht eigentlich in diesem Vertragswerk?

Die geleakten Eckpunkte, die Reuters von westlichen, pakistanischen und iranischen Quellen beschrieben wurden, lesen sich wie ein Wunschzettel aus Teheran:

  • Die USA sollen Milliarden eingefrorener iranischer Vermögenswerte freigeben
  • Sanktionen auf iranische Ölexporte sollen aufgehoben werden
  • Die Marineblockade iranischer Häfen würde fallen
  • Das Atomprogramm wird erst später in einer 60-Tage-Frist verhandelt
  • Sogar Kriegsreparationen für Teheran stehen im Raum

Und was bekommt der starke Mann im Weißen Haus, der den Krieg einst mit dem iranischen Atomprogramm begründet hatte? Die bloße Wiederöffnung jener Meerenge, die der Iran selbst geschlossen hatte. Ein Tausch, bei dem man nicht recht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Trump dementiert – und gerät selbst in Erklärungsnot

Der US-Präsident wies die Berichte über einen für Iran vorteilhaften Deal als unzutreffend zurück. Sein anonymer Beamter beteuerte trotzig, kein Geld werde freigegeben, ehe Teheran liefere: „Keine iranische Finanzierung von Terrorgruppen. Das ist ein leistungsbasierter Deal." Schöne Worte. Doch Araqchi stellte umgehend klar, dass sein Land den Abbau des Atomprogramms keineswegs akzeptiert habe. Stattdessen wolle man das hochangereicherte Uran lediglich verdünnen. Man darf gespannt sein, wer hier am Ende wen über den Tisch zieht.

Israel macht nicht mit – und das aus gutem Grund

Bemerkenswert: Israel war an diesen Verhandlungen überhaupt nicht beteiligt. Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte unmissverständlich, sein Land werde kein Teil dieser Vereinbarung sein. In den vergangenen Wochen war es offenbar zu erheblichen Spannungen zwischen Washington und Jerusalem gekommen, weil die USA von Israel verlangten, seine militärischen Aktivitäten im Libanon zu zügeln – damit man mit Teheran ins Geschäft kommt.

Während Araqchi behauptete, das Abkommen werde den Krieg im Libanon beenden und damit einen israelischen Rückzug bedeuten, stellte Israels Verteidigungsminister klar: Man werde sich nicht zurückziehen. Ein hochrangiger israelischer Vertreter betonte, sein Land erwarte, seine Handlungsfreiheit gegen Bedrohungen zu behalten. Mit anderen Worten: Jerusalem lässt sich nicht von einem Deal einlullen, der dem Mullah-Regime in die Karten spielt.

Die Börsen jubeln – das Öl wird billiger

An den Finanzmärkten sorgte die Aussicht auf ein Kriegsende für Erleichterung. Die globalen Aktienmärkte legten zu, die Ölpreise fielen deutlich – Brent-Rohöl gab um mehr als drei Prozent nach und erreichte den niedrigsten Stand seit fast zwei Monaten. Die Märkte feiern, doch wer genauer hinsieht, erkennt die Fragilität dieser Euphorie. Ein einziger Drohnenangriff, ein einziger Zwischenfall an der Meerenge, durch die vor dem Krieg ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung floss – und das Kartenhaus könnte in sich zusammenfallen.

Innenpolitischer Sprengstoff für Trump

Der Konflikt ist längst zum Politikum geworden. Steigende Spritpreise und sinkende Zustimmungswerte setzen das Weiße Haus unter Druck. Manche Republikaner fürchten gar, die Unbeliebtheit des Krieges könnte bei den Zwischenwahlen im November die Kontrolle über den Kongress kosten. Gleichzeitig dürfte es vielen Parteifreunden Trumps schwerfallen, einen Deal abzunicken, der als allzu iranfreundlich gilt. Eine Zwickmühle, aus der es kaum ein gutes Entkommen gibt.

Was bleibt? Unsicherheit – und ein altbekannter Anker

Dieser brüchige Frieden, der noch nicht einmal unterzeichnet ist, während gleichzeitig Drohnen fliegen und Explosionen die iranische Küste erschüttern, führt uns eindrücklich vor Augen, wie schnell geopolitische Gewissheiten zerbröseln können. Heute jubeln die Aktienmärkte, morgen kann ein einziger Funke das Pulverfass zünden. Wer sein Vermögen ausschließlich auf Papierwerte und die Launen der Weltpolitik baut, lebt gefährlich.

Gerade in Zeiten, in denen Verhandlungstexte über Nacht wertlos werden und Drohnen über strategischen Wasserstraßen kreisen, haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrtausende als verlässlicher Anker bewährt. Sie kennen weder Staatspleiten noch geopolitische Erpressungsmanöver und eignen sich als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten, krisenfesten Portfolio.

Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen dar und ist keine Anlageberatung. Wir betreiben weder eine individuelle Finanz- noch eine Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte ein unabhängiger Fachberater hinzugezogen werden.

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