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Kettner Edelmetalle
23.09.2026
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Gas-Alarm vor dem Winter: Wird es in Deutschland jetzt eng?

Gas-Alarm vor dem Winter: Wird es in Deutschland jetzt eng?
Symbolbild: KI-generiert

Deutschland geht mit so leeren Gasspeichern in die Heizsaison wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. RWE-Chef Markus Krebber warnt, bei einem harten Winter drohten Engpässe und kräftig steigende Preise. Die Bundesnetzagentur gibt sich dagegen gelassen. Doch wie belastbar ist diese Zuversicht?

Halb leer, und das kurz vor der Heizsaison

Nach Angaben der Initiative Energien Speichern (INES) startete Deutschland mit Füllständen von nur rund 53 bis 56 Prozent in den September. So niedrig lagen sie seit 15 Jahren nicht. Mitte September meldeten die Daten gut 56 Prozent, das sind rund 20 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Krebber, der Deutschlands größten Stromerzeuger führt, spricht im Interview mit dem „Focus“ sogar von den niedrigsten Ständen seit 20 Jahren. Sie lägen noch unter denen von 2022, als die russischen Pipeline-Lieferungen ausfielen.

„Wenn wir einen milden Winter bekommen, ist alles in Ordnung. Wenn der Winter hart wird, kann es deutlich höhere Preise geben. Und es kann eng werden.“

Außerdem drohten ohne zusätzliches Stromangebot „Verteilungskämpfe um Strom“, so Krebber. Industrie, Rechenzentren und die politisch gewollte Elektrifizierung von Wärme und Verkehr würden dann um dieselben Mengen konkurrieren.

Das 80-Prozent-Ziel ist nicht mehr zu schaffen

Nach Berlins eigener Vorgabe sollen die meisten Speicher bis zum 1. November zu 80 Prozent gefüllt sein. Dieses Ziel ist praktisch aufgegeben. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, räumte im Phoenix-Interview ein:

„Mittlerweile sind sich alle Experten einig: Diese 80 Prozent sind technisch schon jetzt nahezu unmöglich zu erreichen und auch nicht realistisch.“

Müller verweist auf vier eigene LNG-Terminals und auf Lieferungen aus Norwegen, Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Eine unmittelbare Krise sieht seine Behörde nicht. Trotzdem stellt sich die Frage: Was ist ein Speicherziel wert, das man im Ernstfall einfach fallen lässt?

Die Sperrung der Straße von Hormus treibt die Preise

Laut Branchenanalysen hat sich das Einlagern im Sommer nicht gelohnt, weil die Preisunterschiede zwischen Sommer- und Wintergas ungünstig waren. Dazu kommt der Iran-Krieg. Wegen der Sperrung der Straße von Hormus fällt Medienberichten zufolge Katar weitgehend als Lieferant aus. Das Land stellte zuvor knapp ein Fünftel des weltweit gehandelten Flüssiggases.

Der europäische Referenzpreis TTF liegt Berichten zufolge inzwischen bei rund 80 Euro je Megawattstunde. Vor dem Krieg waren es etwa 30 Euro. Analysten von Morgan Stanley halten je nach Wetter sogar 100 Euro für möglich.

Im schlimmsten Fall sind die Speicher im Februar leer

Die INES-Modelle beschreiben ein ernstes Szenario. Geht die Befüllung weiter nur langsam voran und folgt ein Extremwinter wie 2010, könnten die Reserven schon im Januar oder Februar aufgebraucht sein. An einzelnen Tagen könnten dann bis zu 25 Prozent des Bedarfs fehlen.

Treffen würde es zuerst die Industrie. Sie müsste ihre Produktion drosseln, damit die Haushalte weiter heizen können. Für einen Standort, der ohnehin unter hohen Energiekosten leidet, wäre das ein weiterer schwerer Schlag.

Kein Grund zur Panik, aber zur Vorsicht

DIW-Energieökonomin Claudia Kemfert unterscheidet zwischen Knappheit und steigenden Preisen. Ein akuter Mangel sei nicht ihr Basisszenario. Die niedrigen Bestände machten das System aber anfälliger. Sich auf kurzfristige Last-Minute-Lieferungen zu verlassen, sei „riskant und teuer“.

Etwas Entlastung gibt es: Die Speicher in der gesamten EU sind zu knapp 70 Prozent gefüllt. Außerdem waren die meisten der vergangenen zehn Winter mild.

Fazit: Auf mildes Wetter zu hoffen, ist keine Strategie

Deutschland verlässt sich wieder auf das Wetter und den Weltmarkt, obwohl seit 2022 genug Zeit gewesen wäre, die Versorgung krisenfest zu machen. Den Bürgern drohen hohe Heizkosten, der Industrie im schlimmsten Fall Zwangspausen. Teure Energie treibt zudem die Inflation. Die EZB hat bereits die Zinsen erhöht. Wer sein Vermögen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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