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04.09.2026
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Gebührenfunk im Wahlkampf: Schwere Vorwürfe gegen SRF-Reportage

Gebührenfunk im Wahlkampf: Schwere Vorwürfe gegen SRF-Reportage
Symbolbild: KI-generiert

Drei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt ausgerechnet ein Beitrag des Schweizer Fernsehens für Zündstoff. Das SRF-Magazin «Rundschau» widmete dem Wahlkampf im deutschen Osten rund zwanzig Minuten Sendezeit. Ein Schweizer Medienbericht wirft der Redaktion nun vor, keine Reportage, sondern eine politische Kampagne geliefert zu haben.

Zwei Bilder, eine Botschaft

Der Aufbau des Films sei durchsichtig, heißt es in der Kritik: hier das Wahlfest der AfD, dort ein evangelischer Pfarrer auf dem Motorrad, unterlegt mit dramatischer Musik. Der Reporter habe beklagt, von rechten Streamern angepöbelt worden zu sein. Ein einzelner Festbesucher mit dem T-Shirt-Aufdruck «Braun ist bunt genug» habe als Beleg für Rechtsextremismus in der gesamten Partei herhalten müssen.

Besonders bemerkenswert: Wenn AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sachlich antworte, laute der Off-Kommentar, er gebe sich bürgernah und gemäßigt. Weise er Vorwürfe zurück, heiße es, er «wiegle ab». Wer so montiert, hat das Ergebnis vor dem Dreh schon im Kopf — so lässt sich der Vorwurf zusammenfassen.

Der Pfarrer als Gegenheld

Der porträtierte Geistliche Andreas Tschurn ist Medienberichten zufolge Direktkandidat der Linken im Wahlkreis Querfurt und tritt dort gegen den AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider an. In dem Beitrag wirft er der AfD Kirchenfeindlichkeit vor — Hintergrund ist unter anderem die Forderung, Staatsgelder für die Landeskirchen zu kürzen und Freikirchen zu stärken.

Dass der Kandidat an seinem Infostand kaum jemanden für seine Flyer begeistern konnte, während sich das Schweizer Fernsehen brennend für ihn interessierte, gehört zu den bitteren Pointen des Berichts. Auch Plakate der evangelischen Kirche mit dem Slogan «Herz statt Hetze» tauchen auf. Kirche als Wahlkampfhelferin — für viele Bürger ein Grund mehr, sich von den Amtskirchen abzuwenden.

Zahlen, die den Furor erklären

Warum die Nervosität so groß ist, zeigt ein Blick auf die Umfragen. Nach veröffentlichten Erhebungen der vergangenen Wochen lag die AfD in Sachsen-Anhalt zwischen 40 und 43 Prozent, die CDU bei rund 22 bis 23 Prozent. Zum Vergleich: 2021 holte die CDU 37,1 Prozent, die AfD 20,8 Prozent. Ein politisches Erdbeben bahnt sich an.

  • Wahltag: 6. September 2026
  • CDU-Spitzenkandidat: Ministerpräsident Sven Schulze, seit Januar 2026 Nachfolger von Reiner Haseloff
  • AfD-Spitzenkandidat: Ulrich Siegmund, vom Landesverfassungsschutz wird die Landes-AfD als «gesichert rechtsextremistisch» eingestuft

Die eigentliche Frage: Wer zahlt, und wofür?

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall ein strukturelles Problem, das Schweizer wie deutsche Gebührenzahler betrifft. Zwangsfinanzierte Sender beanspruchen Ausgewogenheit — und liefern nach Ansicht vieler Zuschauer immer häufiger Haltung statt Handwerk.

Es ist eine Reportage wie aus dem Bilderbuch der politischen Kampagne.

So das vernichtende Urteil des Schweizer Beitrags. Ob es zutrifft, muss jeder Zuschauer selbst beurteilen. Sicher ist: Wähler, die sich bevormundet fühlen, lassen sich vom Fernsehen kaum umstimmen — sie wählen erst recht, wie sie wollen. Am Sonntagabend wird sich zeigen, wie wirksam solche Bilder wirklich sind.

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