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Geheimbrief nach Teheran: Vance' letzte Chance vor neuen Bomben?

Geheimbrief nach Teheran: Vance' letzte Chance vor neuen Bomben?
Symbolbild: KI-generiert

US-Vizepräsident J.D. Vance hat einen Brief an einen der mächtigsten Hardliner des Iran geschickt. Empfänger ist Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats in Teheran. Den Anstoß gab Vance nach US-Medienberichten selbst, Präsident Trump habe zugestimmt. Der Kontaktversuch fällt in eine Woche, in der Washington offenbar schon die nächste Angriffswelle vorbereitet.

Diplomatie mit dem Ex-Revolutionsgardisten

Die Wahl des Adressaten ist bemerkenswert. Rezaei war früher der am längsten amtierende Kommandeur der Islamischen Revolutionsgarden. Er gilt als Mann mit direktem Draht zum Obersten Führer Modschtaba Chamenei. Laut Wall Street Journal wolle Vance ausloten, ob es genug Gemeinsamkeiten gebe, um Trump von einem finalen Befehl für einen kurzen, heftigen Schlag gegen den Iran abzubringen.

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters gegenüber Axios macht der Brief klar: Jede Verhandlung erfordere „Gespräche über die Atomfrage“. Der Präsident sei von dem Schreiben „begeistert“ gewesen. Trump selbst stellte die Sache vor Reportern deutlich harmloser dar. Im Kern gehe es darum, medizinische Hilfsgüter ins Land zu bringen, für Menschen, denen es nicht gut gehe.

Was stimmt denn nun? Friedensinitiative oder Lieferung von Medikamenten? Schon dieser Widerspruch zeigt, wie unübersichtlich die Lage in Washington ist.

Die Uhr tickt bis nach den Midterms

Parallel dazu verdichten sich die Hinweise auf eine neue Eskalation. Laut Wall Street Journal haben die USA mehrere arabische Golfstaaten aufgefordert, sich nach den Kongresswahlen Anfang November auf einen „kurzen, intensiven Militäreinsatz“ einzustellen. Ein weiteres Patriot-Abwehrsystem soll von Texas nach Israel unterwegs sein. US-Truppen würden Berichten zufolge von Stützpunkten am Golf abgezogen, um sie vor iranischen Vergeltungsschlägen zu schützen.

Gefragt nach Angriffen nach der Wahl, antwortete Trump knapp, alles sei möglich. Nach Berichten der Washington Post hat der Krieg einem internen Dokument zufolge bereits rund 47 Milliarden Dollar gekostet. Die Frage, was nach einer weiteren Bombenrunde kommen soll, lässt Washington offen.

Teheran mauert beim Atomprogramm

Die Gegenseite gibt sich unbeeindruckt. Einen von Katar übermittelten Entwurf für ein Kriegsende soll ein hochrangiger iranischer Vertreter gegenüber Reuters als „inakzeptabel“ bezeichnet haben. Der Plan habe einen Siebentagesfahrplan mit täglichen vertrauensbildenden Schritten beider Seiten vorgesehen. Zwischenzeitlich bestritten iranische Quellen sogar, überhaupt einen neuen Vorschlag erhalten zu haben.

Der Knackpunkt bleibt das Atomdossier. Washington verlangt, dass der Iran sein hochangereichertes Uran aufgibt, bevor es Sanktionserleichterungen gibt. Teheran will über sein Atomprogramm erst reden, wenn der Krieg vorbei ist. Vorher sollen die USA die Seeblockade aufheben, eingefrorene Gelder freigeben und Ölverkäufe zulassen. Ohne überzeugende Antwort, so eine iranische Quelle, bleibe die Straße von Hormus geschlossen.

Israel ohne klare Führung

Dazu kommt Unsicherheit in Israel. Nach der Wahl vom Dienstag beanspruchen Premier Benjamin Netanjahu und Herausforderer Gadi Eisenkot beide den Regierungsauftrag. Teilergebnissen zufolge liegt Netanjahus Block bei 55 Sitzen, Eisenkots Lager bei 50.

Was das für Anleger bedeutet

An den Ölmärkten sorgte die Nachricht vom Vance-Brief zunächst für sinkende Preise. Die Erleichterung steht aber auf wackligen Beinen. Durch die Straße von Hormus lief vor dem Krieg ein großer Teil des weltweiten Ölhandels. Ein neuer Schlagabtausch könnte die Energiepreise wieder hochtreiben, und das trifft gerade die energiehungrige deutsche Industrie hart.

Für Sparer zeigt sich einmal mehr, wie schnell geopolitische Krisen Papierwerte ins Wanken bringen. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Phasen über Jahrhunderte als Krisenschutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie ein sinnvoller Baustein der Vermögenssicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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