
Getreide-Stau an der EU-Grenze: Polen und RumÀnien sagen Kiew Nein!

Die Ukraine bittet um Hilfe, doch zwei wichtige Nachbarn sagen ab. Polen und RumĂ€nien wollen ihre TransitkapazitĂ€ten fĂŒr ukrainisches Getreide nicht weiter ausbauen, obwohl Russlands Angriffe auf HĂ€fen und Schiffe im Schwarzen Meer andauern. Kiews Agrarminister Taras Wysozkyj hatte diese Woche in BrĂŒssel mehr Transportwege und 1,1 Milliarden Euro fĂŒr die gestiegenen Frachtkosten gefordert.
Bukarest zieht eine klare Linie
RumĂ€niens Landwirtschaftsminister Barna TĂĄnczos sprach gegenĂŒber dem Magazin Politico ungewohnt offen. Seine Botschaft ist kurz und deutlich:
âDie Interessen unserer eigenen Bauern haben weiterhin Vorrang."
Nach seiner Darstellung sind die rumĂ€nischen HĂ€fen schon jetzt ĂŒberlastet. Zum ukrainischen Getreide komme der niedrige Wasserstand der Donau hinzu. Deshalb hĂ€tten rumĂ€nische Landwirte MĂŒhe, ihre eigene Ernte zu verkaufen. Bukarest verbessere zwar die Logistik und habe mit Kiew Erleichterungen an GrenzĂŒbergĂ€ngen und bei Bahnverbindungen vereinbart. Man könne die Zahl der ZĂŒge, StraĂen und HĂ€fen aber nicht einfach verdoppeln, sagte TĂĄnczos sinngemĂ€Ă.
Warschau winkt ebenfalls ab
Auch aus Polen kommt eine Absage. Das Infrastrukturministerium habe âkeine PlĂ€ne", mehr ukrainische Agrarprodukte durch das Land zu leiten. So teilte es Sprecherin Anna SzumaĆska mit. Ăberraschend ist das nicht. Polen, die Slowakei und Ungarn beschrĂ€nken die Einfuhr von ukrainischem Getreide schon lĂ€nger, um ihre eigene Landwirtschaft zu schĂŒtzen.
Der Konflikt hat eine Vorgeschichte. Nach dem russischen Einmarsch 2022 öffnete BrĂŒssel die Grenzen fĂŒr ukrainische Agrarprodukte und verzichtete auf Zölle. Viel billige Ware landete dann nicht auf dem Weltmarkt, sondern auf den MĂ€rkten in Osteuropa. Die Preise brachen ein. In Polen protestierten wĂŒtende Bauern monatelang und blockierten zeitweise sogar GrenzĂŒbergĂ€nge. Die Regierungen in Warschau und Bukarest haben das nicht vergessen.
Das droht der Ukraine
FĂŒr Kiew wird die Lage ernst. Laut Wysozkyj kann die Ukraine ĂŒber StraĂen, Schienen und FlĂŒsse in der EU derzeit weniger als die HĂ€lfte ihrer möglichen Exportmenge ausfĂŒhren. Bleibt die Blockade bestehen, könnten in diesem Jahr bis zu 35 Millionen Tonnen AgrargĂŒter im Land festsitzen.
Darunter leidet auch die nĂ€chste Ernte. Ohne Einnahmen aus dem Export fehlt vielen Bauern das Geld fĂŒr das Saatgut. HĂ€lt die Lage bis zum FrĂŒhjahr an, könnte die bestellte FlĂ€che nach Angaben des Ministers um 35 bis 40 Prozent schrumpfen. Ein Getreidekorridor wie im Abkommen von 2022 ist nicht in Sicht. Russland war im Juli 2023 aus diesem Abkommen ausgestiegen. Medienberichten zufolge versuchen die TĂŒrkei und die Vereinten Nationen nun, neue GesprĂ€che zu organisieren.
BrĂŒssel vage, Berlin hilfsbereit
Agrarkommissar Christophe Hansen warnte vor Folgen fĂŒr die weltweite ErnĂ€hrungssicherheit. Konkrete Zusagen machte er aber nicht. Die Bundesregierung zeigt sich dagegen bereit, alternative Exportrouten zu stĂ€rken. Kiew prĂŒft offenbar auch deutsche und niederlĂ€ndische HĂ€fen. Viele Steuerzahler dĂŒrften sich fragen, wer am Ende die Kosten trĂ€gt.
Die Lage ist schon angespannt: Die WelternÀhrungsorganisation FAO meldete Anfang Oktober, dass die Lebensmittelpreise weltweit so hoch sind wie seit November 2022 nicht mehr. Wenn Getreide knapp wird, zahlen das am Ende die Verbraucher an der Supermarktkasse. Zugleich verlieren Ersparnisse auf dem Konto an Kaufkraft. Wer sein Vermögen gegen solche Risiken absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
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