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Kettner Edelmetalle
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30.06.2025
16:12 Uhr

Goldfieber im Osten, Verkaufswelle im Westen: Die gespaltene Welt des Edelmetalls

Während amerikanische Kleinanleger ihre Goldbestände massenhaft abstoßen, greifen asiatische Investoren weiterhin beherzt zu. Diese gegensätzliche Entwicklung offenbart nicht nur unterschiedliche Markteinschätzungen, sondern wirft auch ein grelles Licht auf die fundamentalen Unterschiede im Umgang mit wirtschaftlichen Unsicherheiten zwischen Ost und West.

Der amerikanische Goldausverkauf

Nach einer beeindruckenden Rally, die den Goldpreis von 2.030 Dollar Anfang 2024 auf zwischenzeitlich 3.500 Dollar im April 2025 katapultierte, scheinen amerikanische Privatanleger genug zu haben. Die Verkaufswelle hat mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass der US-Markt regelrecht mit Gold überschwemmt wird. Die Folgen sind dramatisch: Händler mussten ihre Aufschläge auf den niedrigsten Stand seit sechs Jahren senken.

Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung bei der beliebten American-Eagle-Münze. Käufer zahlen derzeit nur noch 20 Dollar über dem Spotpreis – ein gewaltiger Einbruch gegenüber 175 Dollar vor vier Jahren. Noch bitterer trifft es die Verkäufer: Statt wie früher einen Aufschlag zu erhalten, müssen sie nun teilweise sogar Gebühren entrichten. Ein Zustand, der noch 2021 undenkbar gewesen wäre, als Verkäufer durchschnittlich 121 Dollar pro Unze zusätzlich kassierten.

Trump-Euphorie verdrängt Krisensorgen

Philip Newman von der Beratungsfirma Metals Focus bringt es auf den Punkt: Die mehrheitlich republikanisch gesinnten US-Privatanleger sehen unter Trump weniger Gründe für Goldkäufe. Die Ironie dabei: Während die Staatsverschuldung weiter explodiert und die geopolitischen Spannungen zunehmen, lassen sich amerikanische Anleger von der Trump-Euphorie blenden. Ein gefährliches Spiel, das sich bitter rächen könnte.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Verkauf von American-Eagle-Münzen brach im Mai im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 70 Prozent ein. Ein klares Signal dafür, dass die Amerikaner ihr Vertrauen in das System zurückgewonnen zu haben glauben – oder zumindest die kurzfristigen Gewinne den langfristigen Schutz vorziehen.

Asien setzt auf bewährte Sicherheit

Ganz anders das Bild in Asien: Hier stieg die Nachfrage nach Goldbarren und Münzen im ersten Quartal 2025 um drei Prozent, wobei China mit einem Plus von zwölf Prozent voranging. Noch beeindruckender sind die Zuwächse in Südkorea, Singapur, Malaysia und Indonesien mit jeweils über 30 Prozent.

Die Gründe für diese anhaltende Goldbegeisterung in Asien sind vielschichtig. Kenny Hu von der Citigroup verweist auf die anfänglichen Befürchtungen vor Trumps Zöllen, die zu einer "extrem starken" Nachfrage geführt hätten. Doch es geht um mehr als nur kurzfristige Handelspolitik. Brian Lan vom Edelmetallhändler GoldSilver Central in Singapur bringt eine tiefere Wahrheit ans Licht: "Südostasiaten, die Erinnerungen an den Krieg haben, verstehen, dass Gold in Zeiten der Unsicherheit eine Form der Absicherung ist."

Die Weisheit der Geschichte

Hier zeigt sich der fundamentale Unterschied zwischen den Märkten. Während Amerikaner, verwöhnt von Jahrzehnten relativer Stabilität, Gold als spekulatives Investment betrachten, das man bei hohen Kursen verkauft, sehen Asiaten darin einen unverzichtbaren Vermögensschutz. Die kollektive Erinnerung an Währungskrisen, Kriege und wirtschaftliche Turbulenzen hat sie gelehrt, dass papierne Versprechen schnell wertlos werden können.

Die Sorge vor Währungsabwertungen ist in Asien keineswegs unbegründet. Während der Dollar seine Dominanz behauptet, kämpfen viele asiatische Währungen mit Abwertungsdruck. Gold bietet hier einen bewährten Schutz – eine Lektion, die offenbar noch nicht bis nach Amerika vorgedrungen ist.

Analysten uneins über die Zukunft

Die Expertenmeinungen zur weiteren Entwicklung des Goldpreises gehen weit auseinander. Goldman Sachs hält optimistisch an einem Kursziel von 4.000 Dollar bis 2026 fest, Morgan Stanley sieht 3.800 Dollar bis Jahresende als realistisch an. Die Citigroup hingegen prognostiziert einen Rückgang unter 3.000 Dollar im kommenden Jahr.

Diese Uneinigkeit spiegelt die fundamentale Unsicherheit wider, die trotz aller Trump-Euphorie in den Märkten herrscht. Die Wahrheit ist: Niemand weiß, wie sich die massiven Zölle, die explodierende Staatsverschuldung und die geopolitischen Spannungen letztendlich auswirken werden.

Ein gefährliches Spiel

Die aktuelle Entwicklung offenbart eine beunruhigende Selbstgefälligkeit im Westen. Während Asiaten aus historischer Erfahrung heraus vorsichtig bleiben und ihre Goldbestände aufstocken, geben sich Amerikaner der Illusion hin, dass die guten Zeiten ewig währen werden. Die Aussage des Citigroup-Strategen Hu fasst diese Naivität perfekt zusammen: "Und jetzt denken sie vielleicht, dass eigentlich alles in Ordnung ist."

Doch ist wirklich alles in Ordnung? Die Staatsverschuldung wächst ungebremst, die geopolitischen Spannungen nehmen zu, und die Gelddruckmaschinen laufen weiter auf Hochtouren. In diesem Umfeld Gold zu verkaufen, nur weil der Preis gestiegen ist, könnte sich als historischer Fehler erweisen.

Die Weisheit liegt vermutlich, wie so oft, in der Mitte. Weder panische Verkäufe noch überstürzte Käufe sind ratsam. Doch die asiatische Strategie, Gold als langfristigen Vermögensschutz zu betrachten statt als kurzfristiges Spekulationsobjekt, erscheint angesichts der globalen Unsicherheiten als der klügere Ansatz. Physisches Gold bleibt eine sinnvolle Beimischung für jedes ausgewogene Portfolio – eine Versicherung gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend instabilen Welt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss seine Investitionsentscheidungen selbst treffen und trägt die volle Verantwortung für seine Anlageentscheidungen. Wir empfehlen, sich umfassend zu informieren und gegebenenfalls professionellen Rat einzuholen.

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