
Goldfieber in Singapur: Anleger stürmen Banken nach historischem Preiseinbruch
Was sich in den vergangenen Tagen vor dem Hauptsitz der United Overseas Bank in Singapur abspielte, gleicht einem Szenario aus längst vergangenen Zeiten: Menschenmassen, die stundenlang ausharren, um physisches Gold zu erwerben. Der Grund? Ein dramatischer Preisrückgang, der clevere Anleger auf den Plan rief – und der einmal mehr beweist, dass das Vertrauen in das gelbe Edelmetall ungebrochen ist.
Sechs Stunden Wartezeit für eine Unze Gold
Als der Goldpreis innerhalb von nur zwei Handelstagen um mehr als 13 Prozent einbrach – von einem Rekordhoch bei knapp 5.600 Dollar auf rund 4.700 Dollar pro Unze – erkannten die Singapurer sofort ihre Chance. Die United Overseas Bank, als einziges Finanzinstitut im Stadtstaat berechtigt, physisches Gold an Privatkunden zu verkaufen, wurde regelrecht überrannt. Beliebte Bullionprodukte renommierter Marken wie MKS PAMP waren binnen kürzester Zeit ausverkauft. Manche Käufer harrten mehr als sechs Stunden in der Schlange aus – ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, wie ernst es den Menschen mit ihrer Vermögenssicherung ist.
Singapur als Goldparadies
Die Attraktivität des Stadtstaates als internationales Goldzentrum ist kein Zufall. Die Kombination aus enormer Vermögenskonzentration und steuerfreiem Anlagebullion macht Singapur zu einem Magneten für Edelmetallinvestoren aus aller Welt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Investitionsnachfrage nach Gold stieg dort im Jahr 2025 um beeindruckende 48 Prozent auf den Rekordwert von 9,6 Tonnen. Damit verzeichnete Singapur das stärkste Wachstum in ganz Südostasien – wohlgemerkt in einem Jahr, in dem die Goldpreise den größten Jahresanstieg seit 1979 erlebten.
Korrektur statt Trendwende – Analysten bleiben bullisch
Während manch ein Beobachter den jüngsten Preisrückgang als Warnsignal interpretieren mag, sehen die großen Investmenthäuser die Lage völlig anders. JP Morgan prognostiziert, dass Gold bis zum Jahresende auf stolze 6.300 Dollar pro Unze klettern könnte. Die Deutsche Bank hält an ihrer Prognose von 6.000 Dollar für das Jahr 2026 fest und verweist auf die anhaltend starke Nachfrage der Anleger. Der Einbruch? Lediglich eine gesunde Korrektur in einem intakten Aufwärtstrend.
Diese Einschätzung überrascht kaum, wenn man die globalen Rahmenbedingungen betrachtet. In einer Welt, die von geopolitischen Spannungen, Währungsunsicherheiten und einer Politik des billigen Geldes geprägt ist, suchen immer mehr Menschen Zuflucht in handfesten Werten. Gold hat sich über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt – eine Eigenschaft, die in Zeiten grassierender Inflation und politischer Instabilität wichtiger denn je erscheint.
Was deutsche Anleger daraus lernen können
Die Bilder aus Singapur sollten auch hierzulande zum Nachdenken anregen. Während die deutsche Politik weiterhin Schulden in astronomischer Höhe anhäuft – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung – und die Inflation die Ersparnisse der Bürger schleichend entwertet, zeigen die Singapurer, wie man sein Vermögen aktiv schützt. Physisches Gold, fernab von Bankbilanzen und politischen Eingriffen, bietet genau jene Sicherheit, die Papiergeld längst nicht mehr garantieren kann.
Die Botschaft ist klar: Preisrückgänge bei Edelmetallen sind keine Bedrohung, sondern eine Gelegenheit. Wer sein Portfolio mit physischem Gold und Silber diversifiziert, schafft sich ein solides Fundament für unsichere Zeiten. Die Menschen in Singapur haben das verstanden – und handeln entsprechend.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, sich umfassend zu informieren und seine Investitionsentscheidungen eigenständig zu treffen. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle Beratung.

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