
Goldpreis auf Rekordkurs: Warum das Edelmetall auch 2026 glänzen dürfte

Während die Ampel-Koalition in Deutschland zerbrach und die politische Landschaft Europas von Unsicherheit geprägt bleibt, vollzieht sich an den Edelmetallmärkten eine bemerkenswerte Entwicklung. Gold hat im Jahr 2025 eine Performance hingelegt, die selbst hartgesottene Marktbeobachter staunen lässt: Ein Anstieg von satten 65 Prozent – die beste Jahresrendite seit fast einem halben Jahrhundert. Und die Experten sind sich einig: Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.
Die Rekordjagd geht weiter
Mit einem aktuellen Kurs von über 4.500 US-Dollar je Unze fehlt dem gelben Edelmetall nur noch ein Wimpernschlag bis zum historischen Höchststand von 4.549 US-Dollar. Was treibt diese beispiellose Rally? Die Antwort ist so simpel wie beunruhigend: Das Vertrauen in die klassischen Papierwährungen schwindet rapide. Zentralbanken weltweit kaufen Gold in einem Tempo, das seinesgleichen sucht. Institutionelle Investoren, Pensionskassen und selbst der vielzitierte kleine Mann auf der Straße erkennen zunehmend, dass physisches Gold der einzige Vermögenswert ist, der nicht per Knopfdruck eingefroren oder entwertet werden kann.
Ian Samson, Portfoliomanager bei Fidelity International, bringt es auf den Punkt: Die fundamentalen Treiber der Goldrally bleiben intakt. Sinkende Realzinsen, explodierende Staatsschulden und geopolitische Spannungen – all diese Faktoren sprechen weiterhin für das Edelmetall. Wer glaubt, nach einem derart starken Jahr müsse zwangsläufig eine Korrektur folgen, verkennt die strukturellen Veränderungen im globalen Finanzsystem.
Das Fiatwährungssystem wankt
Mike Wilson, Chief Investment Officer bei Morgan Stanley, spricht aus, was viele denken: Gold entwickelt sich zunehmend zu einem „Anti-Fiat-Währungsspiel". Die Angriffe auf die Unabhängigkeit von Zentralbanken, die ausufernde Staatsverschuldung in nahezu allen westlichen Industrienationen und die politischen Blockaden von Washington bis Paris haben das Vertrauen in das bestehende Geldsystem nachhaltig erschüttert.
„Wenn jeder die Geschichte versteht, muss man sich fragen: Ist es jetzt eingepreist? Ich glaube nicht, dass es vollständig eingepreist ist. Ich sehe nirgendwo fiskalische Disziplin – eher das genaue Gegenteil."
Diese Worte Wilsons sollten jeden Anleger aufhorchen lassen. Der erfahrene Stratege empfiehlt, das klassische 60/40-Portfolio aus Aktien und Anleihen durch eine 60/20/20-Struktur zu ersetzen – mit einem Fünftel in Sachwerten einschließlich Gold. Eine Empfehlung, die angesichts der fiskalischen Realitäten mehr als nachvollziehbar erscheint.
Die neue Bundesregierung und die Schuldenfalle
Auch in Deutschland zeigt sich das bekannte Muster: Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz plant ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur. Trotz aller Wahlkampfversprechen, keine neuen Schulden zu machen, werden kommende Generationen auf Jahre hinaus Zinsen durch Steuern und Abgaben finanzieren müssen. Die Inflation wird weiter steigen, die Kaufkraft des Euro weiter schwinden. Wer sein Vermögen schützen will, kommt an physischen Edelmetallen kaum vorbei.
Zentralbanken als Preismotor
Goldman Sachs rechnet für 2026 mit Zentralbankkäufen von etwa 80 Tonnen Gold pro Monat. Diese Nachfrage zog bereits 2022 deutlich an, nachdem die Blockade russischer Währungsreserven die Attraktivität des Edelmetalls unterstrichen hatte. Gold ist schlicht der einzige Vermögenswert, der nicht eingefroren werden kann – eine Erkenntnis, die sich in den Tresoren von Peking bis Riad längst durchgesetzt hat.
Thomas Roderick vom Hedgefonds Trium Capital verweist auf Chinas strategische Gold-Akkumulation: Das Reich der Mitte wolle seine Überschüsse in Vermögenswerte lenken, die gegen US-Eingriffe abgeschirmt sind. Die Vorstellung, China würde bei hohen Goldpreisen einfach wieder US-Staatsanleihen kaufen, sei geopolitisch naiv. Der Trend zur Entdollarisierung ist real und wird die Goldnachfrage auf Jahre hinaus stützen.
Historische Warnung oder neue Ära?
Skeptiker verweisen gerne auf die Geschichte: Nach dem Rekord von 1.921 US-Dollar im Jahr 2011 dauerte es neun Jahre, bis dieses Niveau wieder erreicht wurde. Doch die heutige Situation unterscheidet sich fundamental von damals. Die Verschuldung der westlichen Staaten hat Dimensionen erreicht, die selbst in Kriegszeiten selten waren. Die geopolitischen Spannungen – vom Ukraine-Krieg über den eskalierenden Nahost-Konflikt bis zu Trumps Zollpolitik – schaffen ein Umfeld permanenter Unsicherheit.
Bemerkenswert ist zudem, wie untergewichtet Gold in den Portfolios amerikanischer Anleger noch immer ist. Goldgedeckte ETFs machen laut Goldman Sachs nur 0,17 Prozent der privaten US-Finanzportfolios aus – weniger als auf dem Hoch von 2012. Jede Kaufwelle, die diesen Anteil um nur 0,01 Prozent erhöht, könnte den Goldpreis um rund 1,4 Prozent anheben. Das Aufwärtspotenzial ist also keineswegs erschöpft.
Physisches Gold als Vermögenssicherung
Für den langfristig orientierten Anleger bleibt physisches Gold ein unverzichtbarer Baustein zur Vermögenssicherung. In einer Welt, in der Zentralbanken die Geldmenge nach Belieben ausweiten, Regierungen ihre Schulden durch Inflation entwerten und geopolitische Risiken zunehmen, bietet das gelbe Edelmetall genau das, was Papierwährungen nicht mehr bieten können: Substanz, Beständigkeit und Unabhängigkeit von politischen Eingriffen.
Die Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Anlageportfolio erscheint vor diesem Hintergrund nicht nur sinnvoll, sondern geradezu geboten. Wer sein Vermögen über Generationen hinweg erhalten will, sollte die Signale der Märkte ernst nehmen – und handeln, bevor es alle anderen tun.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Die dargestellten Informationen und Meinungen spiegeln die Einschätzung unserer Redaktion wider und können sich jederzeit ändern.
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