
„Haltet mal den Ball flach“: ÖRR-Frau widerlegt sich selbst
Eine Journalistin des öffentlich-rechtlichen Jugendangebots Funk wollte auf Instagram mit dem Vorwurf aufräumen, ARD und ZDF hätten eine linke Schlagseite. Das Ergebnis: Medienberichten zufolge lieferte sie am Ende selbst die Belege für genau diese These. Der Auftritt sorgt seit Tagen für Diskussionen im Netz.
Der Streit begann mit einem Podcast-Ausschnitt
Auslöser war ein kurzer Clip aus dem Podcast „Deutschland3000“ mit Moderatorin Eva Schulz. Zu Gast: die Influencerin Alicia Joe. Sie beschrieb dort ein wachsendes Lagerdenken in einer polarisierten Medienlandschaft.
Ihre Worte laut dem Bericht: „Wir haben dann alternative Medien, die gerne so in die konservative Richtung gehen (…) Medien wie die Öffentlich-Rechtlichen, die tendenziell in den letzten Jahren politisch in die progressive oder linke Richtung gehen.“ Eine nüchterne Beobachtung — keine Kampfansage.
Aus „progressiv“ wird „linksgrünversifft“
Die Funk-Journalistin Maria Popov reagierte darauf sichtlich pikiert. „Wenn sogar du, Alicia Joe, glaubst, dass die öffentlich-rechtlichen linksgrünversifft sind, dann bist du gerade dabei, einer ziemlich cleveren Erzählung auf den Leim zu gehen“, sagte sie dem Bericht zufolge.
Das Problem: Dieses Wort hatte Alicia Joe nie benutzt. Kritiker sehen darin ein Lehrstück im Aufbau eines Strohmanns — man verschärft die Aussage des Gegenübers so lange, bis sie sich bequem abräumen lässt.
Die Studien, die alles beweisen sollten — und das Gegenteil taten
Anschließend wollte Popov mit Wissenschaft kontern. Sie verwies unter anderem auf das Gutachten „Ausgewogenheit als Maßstab von Medienqualität“ für den Bayerischen Rundfunk. Dessen Befund gab sie selbst wieder: Studien zu ARD und ZDF stellten „höchstens eine leichte Tendenz links der Mitte“ fest, die Sender wiesen „tatsächlich eine leichte progressive Tendenz“ auf.
Ihr Gegenargument: Auch private Medien seien davon nicht frei. Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2023 verortet demnach die Tagesschau in ihrer Grundhaltung ebenfalls „leicht links der Mitte“.
Popov ergänzte, Positionen rechter Parteien kämen in den Nachrichten sogar häufiger vor als die linker Parteien. Ob sie dort positiv oder negativ eingeordnet würden, blieb dem Bericht zufolge unerwähnt — für viele Zuschauer dürfte genau das die entscheidende Frage sein.
Das Beitragsgeld zahlt der Bürger — ob er will oder nicht
Zum Abschluss verwies die Journalistin auf den Medienstaatsvertrag, der die Sender zu ausgewogener Berichterstattung verpflichte: „Und das ist auch gut so. Also haltet mal den Ball flach.“
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Auftritt weniger ein Argument als eine Haltung. Wer über 18 Euro monatlich per Zwangsbeitrag von jedem Haushalt einsammelt, sollte Kritik nicht mit einem pädagogischen Zeigefinger abbügeln, sondern ernst nehmen.
Denn die Zahlen, die Popov selbst zitierte, bestätigen ausgerechnet das, was Millionen Beitragszahler seit Jahren empfinden. Wer den Ball flach halten will, sollte zuerst prüfen, auf welcher Spielhälfte er liegt.
Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.
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