
Hamburger Prozess gegen mutmaßlichen Cyber-Sadisten: Wenn das Internet zur tödlichen Waffe wird
Ein Fall, der selbst abgehärtete Ermittler erschüttert, beschäftigt seit dieser Woche das Landgericht Hamburg. Der unter dem Pseudonym „White Tiger" bekannt gewordene 21-jährige Deutsch-Iraner muss sich wegen mehr als 200 Straftaten verantworten – darunter ein vollendeter und fünf versuchte Morde. Das Perfide: Seine Waffen waren keine Messer oder Schusswaffen, sondern Bildschirme, Chatfenster und die psychische Manipulation seiner Opfer.
Ein Netzwerk des Grauens
Die Staatsanwaltschaft zeichnet das Bild eines kaltblütigen Manipulators, der als mutmaßlicher Kopf des internationalen Sadisten-Netzwerks „764" agiert haben soll. Seine Opfer: über 30 Kinder und Jugendliche aus Deutschland, England, Kanada, den USA und Finnland. Die Taten sollen sich zwischen Januar 2021 und September 2023 ereignet haben – der Angeklagte war damals selbst noch minderjährig oder heranwachsend.
Die Vorgehensweise, die ihm zur Last gelegt wird, offenbart die dunkelsten Abgründe des digitalen Zeitalters. Der Angeklagte soll gezielt in Internetforen nach psychisch labilen Kindern und Jugendlichen gesucht haben. Er gewann ihr Vertrauen, missbrauchte es – und erpresste seine Opfer anschließend mit pornografischem Material. Vor laufender Kamera soll er sie zu Selbstverletzungen gezwungen haben, bis hin zum Suizid.
Ein 13-Jähriger starb
Das jüngste bekannte Todesopfer war ein 13-jähriger Junge aus den USA, den der Angeklagte in den Suizid getrieben haben soll. Eine 14-jährige Kanadierin überlebte einen Selbstmordversuch nur knapp. Besonders perfide: Der „White Tiger" soll seine Opfer teilweise als Werkzeuge eingesetzt haben, um weitere Kinder und Jugendliche zu misshandeln.
Verteidigung spricht von „konstruierten Vorwürfen"
Die Verteidigerin des Angeklagten, Rechtsanwältin Christiane Yüksel, wies die Anklage als haltlos zurück. Das juristische Konstrukt der „doppelten mittelbaren Täterschaft" beim Mordvorwurf nannte sie „experimentell" und sachlich fehlerhaft. Ob diese Argumentation vor Gericht Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.
Gewalt auch hinter Gittern
Dass der Fall auch unter Häftlingen für Empörung sorgt, zeigte sich am Donnerstag vor Prozessbeginn. Der Angeklagte wurde nach seiner Verlegung aus der Jugendvollzugsanstalt Hahnöfersand in eine Sammelzelle des Hamburger Untersuchungsgefängnisses von Mitgefangenen verprügelt. Diese sollen dabei „White Tiger, White Tiger" gerufen haben.
Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – zum Schutz des damals minderjährigen Angeklagten. Bis Dezember sind 82 Verhandlungstermine angesetzt. Eine junge Finnin, die ebenfalls zu seinen Opfern gehören soll, wurde als Nebenklägerin zugelassen.
Ein Versagen auf ganzer Linie
Dieser Fall wirft unbequeme Fragen auf: Wo waren die Eltern? Wo die Plattformbetreiber? Und wo der Staat, der unsere Kinder schützen sollte? Während die Politik sich in ideologischen Grabenkämpfen verliert, gedeihen im digitalen Untergrund Netzwerke, die unsere Schwächsten ins Visier nehmen. Es ist höchste Zeit, dass der Schutz von Kindern wieder zur obersten Priorität wird – nicht nur in Sonntagsreden, sondern in konkretem Handeln.
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