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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
05:44 Uhr
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Hardliner an Irans Schalthebel: Droht der Öl-Schock am Hormus?

Hardliner an Irans Schalthebel: Droht der Öl-Schock am Hormus?
Symbolbild: KI-generiert

Teheran hat seinen Sicherheitsapparat neu sortiert. Generalmajor Mohsen Rezaei, von 1981 bis 1997 Kommandeur der Revolutionsgarden, wurde Medienberichten zufolge am 9. August 2026 zum Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats ernannt – nach mehr als fünf Monaten Krieg gegen die USA und Israel. Für Beobachter ist das mehr als eine Personalrochade.

Ein Kriegsveteran ersetzt den stillen Verwalter

Der 71-Jährige löst Mohammad Baqer Zolqadr ab, der den Posten erst Ende März übernommen hatte. Dessen Vorgänger Ali Larijani war laut Berichten bei einem Luftangriff getötet worden. Zolqadr wechselt demnach als politischer Berater an die Seite des Staatsoberhaupts Mojtaba Khamenei, der das Amt nach dem Tod seines Vaters zu Kriegsbeginn übernommen hat.

Rezaei ist kein Bürokrat. Er formte die IRGC im Iran-Irak-Krieg aus einer Miliz zur zentralen Militärmacht des Landes, war über zwei Jahrzehnte Sekretär des Schlichtungsrats und unter Präsident Raisi Vizepräsident für Wirtschaftsfragen. Promoviert wurde er in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Teheran. Ein Mann also, der Waffen und Warenströme gleichermaßen versteht – eine gefährliche Kombination.

Die Straße von Hormus als Faustpfand

Seine erste öffentliche Botschaft ließ keinen Interpretationsspielraum: Die Straße von Hormus bleibe geschlossen, solange Washington sein Verhalten nicht ändere. Durch dieses Nadelöhr fließt rund ein Fünftel der globalen Ölversorgung. Kommt zusätzlich die Bab al-Mandab-Passage ins Spiel – Schätzungen sprechen von 12 bis 15 Prozent des Welthandels über das Rote Meer –, wird aus einem Regionalkonflikt ein Rechnungsproblem für jeden deutschen Mittelständler.

In Analysen aus dem iranfreundlichen Spektrum wird der Wechsel als Übergang von der „strategischen Geduld“ zu einer offensiveren Doktrin gedeutet: US-Marineziele stünden im Fokus, ebenso Golfmonarchien, die amerikanische Basen bereitstellten. Diese Einschätzungen stammen von Kommentatoren, nicht von der iranischen Führung – und sind entsprechend mit Vorsicht zu lesen. In sozialen Medien kursierende Behauptungen über Kopfgelder auf US-Soldaten sind bislang unbestätigt.

Berlin schweigt, die Rechnung kommt trotzdem

Präsident Massud Peseschkian erklärte, sein Land müsse Fähigkeiten erlangen, die Gegner von Angriffen abhalten. Ob das auch nukleare Optionen einschließe, blieb offen. Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Skandal: Die westliche Iran-Politik der vergangenen Jahre sollte Teheran zähmen – sie hat den Hardlinern die Argumente geliefert.

Und Deutschland? Die Bundesregierung diskutiert Sondervermögen, Klimapfade und Bürokratieprogramme, während Energiepreise und Lieferketten am Persischen Golf verhandelt werden. Wer eine Industrienation ohne heimische Energiereserven betreibt, macht sich abhängig von Männern wie Rezaei. Das ist keine Verschwörung, sondern schlichte Geografie.

Was Anleger daraus lernen könnten

Die Märkte haben die Botschaft längst verstanden. Der Goldpreis kletterte im laufenden Jahr auf ein Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar, korrigierte danach deutlich und zog Berichten zufolge in den vergangenen Tagen wieder kräftig an. Silber legte laut Medienberichten binnen zwölf Monaten zeitweise um rund 270 Prozent zu.

Geopolitische Risiken lassen sich nicht wegregulieren – aber ein Vermögen lässt sich robuster aufstellen. Physische Edelmetalle waren historisch in Zeiten von Kriegen, Blockaden und Währungssorgen ein Anker, wenn Papierwerte ins Rutschen kamen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bleiben sie eine nüchterne Antwort auf eine unruhige Welt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Er spiegelt unsere Einordnung der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst informieren.

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