
Heiz-Hammer droht: Leere Gasspeicher treiben Preise um bis zu 20 Prozent!

So leer waren Deutschlands Gasspeicher zu dieser Jahreszeit noch nie. Laut Bundesnetzagentur lag der Füllstand am 5. Oktober bei nur 58,7 Prozent. Vergleichsportale warnen deshalb vor Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent. Treffen würde das Millionen Haushalte, und zwar schon in diesem Winter.
400 Euro mehr für die Durchschnittsfamilie
Bisher haben erst wenige Versorger höhere Preise angekündigt. Nach Einschätzung von Verivox-Chef Daniel Puschmann, die er gegenüber der Rheinischen Post äußerte, dürften viele weitere spätestens zum Jahreswechsel folgen. Dabei geht es nicht nur um Neukunden. Auch wer schon lange Kunde ist, müsse mit Aufschlägen rechnen.
Für eine Familie im Einfamilienhaus würde die jährliche Gasrechnung nach Berechnungen des Portals von rund 2.000 auf etwa 2.400 Euro steigen. Je nach Tarif kann es noch deutlich mehr werden. Rund jede zweite Wohnung in Deutschland wird mit Gas beheizt, die Teuerung landet also in einem großen Teil der Haushalte.
Auch Strom wird teurer. Verivox-Energieexperte Lundquist Neubauer sagte dem MDR:
„Wir lagen im März noch bei rund 0,26 Euro die Kilowattstunde. Jetzt sind es schon 0,31 Euro – also ein Anstieg um 20 Prozent.“
Gesetzliches Ziel kaum noch erreichbar
Die Zahlen sind deutlich. Anfang Oktober 2025 waren die Speicher noch zu gut 76 Prozent gefüllt. Im Schnitt der Jahre 2017 bis 2021 lag der Wert zu dieser Zeit bei knapp 86 Prozent. Laut Gesetz soll jede Speicheranlage am 1. November zu 80 Prozent voll sein. Dass dieses Ziel kaum noch zu schaffen ist, hat Netzagentur-Chef Klaus Müller Ende September selbst eingeräumt.
Berlin hat inzwischen reagiert. Medienberichten zufolge wies Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) das bundeseigene Unternehmen Sefe an, bis zum 15. Dezember acht Terawattstunden Gas zu kaufen und einzulagern. Müller rechne trotzdem nicht mit Engpässen, solange der Winter normal verlaufe. Gegen Ende der Heizperiode wären die Speicher dann aber sehr leer. Ein strategische Gasreserve will die Regierung erst ab 2027 aufbauen. Kritiker halten das für reichlich spät.
Kälte als Risiko
Der Verband der Speicherbetreiber INES schließt einen Gasmangel bei sehr tiefen Temperaturen im Januar nicht aus. Hinzu kommt: Der Winter 2025/26 hatte die Speicher stark geleert. Anfang März lag der Füllstand zeitweise nur noch bei 21 Prozent.
Warum Händler kein Gas einlagern
Normalerweise kaufen Händler im Sommer billig ein und verkaufen im Winter teurer. Dieser Preisunterschied wird „Sommer-Winter-Spread“ genannt. Seit dem Iran-Krieg funktioniert das nicht mehr: Am Terminmarkt war Wintergas zuletzt billiger als Sommergas. Nach Berechnungen von INES machte Anfang September jeder, der Gas einlagerte, einen Verlust von 3,14 Euro pro Megawattstunde. BDEW-Chefin Kerstin Andreae sagte im Deutschlandfunk: „Es wäre im Moment unwirtschaftlich, Gas vorzuhalten, einzuspeichern.“ Kein Unternehmen könne auf Dauer mit Verlust einkaufen.
Der eigentliche Preistreiber kommt 2028
Ein Teil der Kosten ist vom Staat gemacht. Der nationale CO₂-Preis liegt 2026 zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne. Bei der Einführung 2021 waren es 25 Euro. Bezahlt wird er zunächst von Gasversorgern und Heizöllieferanten, die ihn aber an ihre Kunden weitergeben.
Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel ETS 2 den nationalen Preis ersetzen. Dann gibt es keine festen Preise mehr, und die EU verringert die Zahl der Zertifikate schrittweise. ZEW-Präsident Achim Wambach rechnet mit bis zu 200 Euro pro Tonne. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit Gasheizung wären das nach seiner Rechnung etwa 1.000 Euro mehr Heizkosten im Jahr, ein Liter Benzin würde rund 60 Cent mehr kosten.
Selbst wenn sich die Lage an der Straße von Hormus beruhigt, dürfte Energie in Deutschland also teuer bleiben. Für viele Bürger ist das ein weiterer Grund, ihr Geld vor Inflation zu schützen. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Wer investieren will, sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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