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Kettner Edelmetalle
24.09.2026
17:12 Uhr
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Heizöl-Schock: 89 Prozent teurer – und Berlin lässt Öl-Heizer allein!

Heizöl-Schock: 89 Prozent teurer – und Berlin lässt Öl-Heizer allein!
Symbolbild: KI-generiert

Mit dem Herbst kommt für Millionen Deutsche die Rechnung. 100 Liter Heizöl kosten am 24. September 2026 im bundesweiten Schnitt rund 172 Euro, fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Viele Tanks sind so leer wie seit Jahren nicht mehr, und eine Entlastung für Öl-Heizer hat die Bundesregierung bislang nicht zugesagt.

5160 Euro für eine Tankfüllung

Die Zahlen muss man zweimal lesen. Vor einem Jahr kosteten 100 Liter bei einer Bestellung von 3000 Litern noch rund 91 Euro. Heute ist es ein Plus von etwa 89 Prozent.

Wer 3000 Liter bestellt, zahlt derzeit rund 5160 Euro. Vor einem Jahr waren es etwa 2730 Euro. Das ist ein Unterschied von über 2400 Euro, also so viel wie ein Familienurlaub oder mehrere Monatsraten für ein Auto.

Betroffen ist kein kleiner Kreis: Nach den jüngsten umfassenden Zensusdaten heizt etwa jeder fünfte Haushalt in Deutschland mit Öl. Vor allem auf dem Land haben viele Eigenheimbesitzer kaum eine Alternative.

Tanks so leer wie seit fünf Jahren nicht

Viele Verbraucher haben mit dem Kauf gewartet. Laut dem Geschäftsführer des Portals HeizOel24, Oliver Klapschus, sind die Tanks im September so leer wie seit mindestens fünf Jahren nicht mehr. Die Füllstände lägen schätzungsweise 20 bis 25 Prozent unter dem Vorjahr. Viele hätten nur Teilmengen gekauft oder auf sinkende Preise gehofft.

Diese Hoffnung hat sich bisher nicht erfüllt. Im Januar und Februar lagen die Preise noch rund zehn Prozent unter dem Vorjahr, im Juni nur etwa zehn Prozent darüber. Im Jahresschnitt kostet der Liter bislang 1,25 Euro. 2025 waren es 0,92 Euro, also ein Plus von rund 36 Prozent.

Laut dem neuen Heizspiegel der Beratungsgesellschaft co2online dürften die Heizölkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung 2026 bei rund 1275 Euro liegen. Für ein Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern steigen sie demnach von 2145 auf etwa 2745 Euro.

Hormus als Preistreiber

Ein wichtiger Grund für den Anstieg liegt im Nahen Osten. Die Straße von Hormus, über die ein großer Teil des weltweiten Ölhandels läuft, ist weitgehend blockiert. Ausweichrouten können den Ausfall bisher nur teilweise ausgleichen.

Dass Deutschland selbst relativ wenig Rohöl aus der Region bezieht, hilft kaum. Heizöl wird international gehandelt, deshalb kommen steigende Weltmarktpreise direkt beim Verbraucher an. Hinzu kommt der CO₂-Preis, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt. Diese Belastung hat die Politik selbst eingeführt.

Autofahrer bekommen Hilfe, Öl-Heizer nicht

Ab 1. Oktober sollen Autofahrer um rund 17 Cent je Liter Benzin oder Diesel entlastet werden. Medienberichten zufolge haben sich Bund und Länder zudem auf einen Spritpreisdeckel geeinigt. Für Haushalte mit Ölheizung gibt es bislang keine vergleichbare Zusage. In der Regierungspressekonferenz am 23. September erklärte das Wirtschaftsministerium auf Nachfrage, von solchen Hilfen nichts zu wissen.

Aus dem Finanzministerium heißt es, der Koalitionsausschuss habe sich zunächst auf Industrie und Gewerbe konzentriert, um Arbeitsplätze zu sichern. Weitere Entlastungen seien möglich, aber nur unter einer Bedingung:

„wenn sie finanzierbar sind“

Für viele Bürger klingt das bitter. Dieselbe Regierung hat ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Für Rentner im Einfamilienhaus mit Ölkessel ist bisher offenbar kein Geld vorgesehen.

Jetzt kaufen oder warten?

Die Verbraucherzentrale Berlin rät zur Ruhe. Ein nicht ganz voller Tank sei zunächst kein Grund zur Panik, sagt Grit Kittelmann. Haushalte sollten die Tankanzeige ablesen und anhand früherer Heizperioden prüfen, wie lange der Vorrat reicht. Vergleichsportale empfehlen, zunächst 1000 bis 1500 Liter zu kaufen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind kleine Mengen pro Liter aber oft teurer. Wie sich die Preise entwickeln, könne niemand vorhersagen.

Der Fall zeigt vor allem eines: Wer selbst vorsorgt, ist besser dran, als wer auf Hilfe vom Staat hofft. Viele Sparer legen deshalb einen Teil ihres Vermögens in physischem Gold und Silber an, um sich gegen Krisen und Kaufkraftverlust abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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