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Kettner Edelmetalle
05.03.2026
06:32 Uhr

Hormus-Krise: Russland wittert Europas energiepolitische Kapitulation

Die geopolitische Lage am Persischen Golf spitzt sich dramatisch zu – und Moskau reibt sich die Hände. Während die iranischen Revolutionsgarden die vollständige Kontrolle über die strategisch bedeutsame Straße von Hormus beanspruchen und Katar seine LNG-Produktion nach iranischen Angriffen auf Energieanlagen einstellt, rechnen russische Experten bereits eifrig die Gaspreise hoch. Europa, das sich mit ideologischem Eifer von russischen Energielieferungen abgenabelt hat, könnte nun vor den Trümmern seiner eigenen Sanktionspolitik stehen.

Gaspreise explodieren – Europas Speicher auf historischem Tiefstand

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Seit dem Frühjahr seien die Gaspreise um nahezu 60 Prozent in die Höhe geschossen und hätten am 3. März die Marke von 780 US-Dollar je 1000 Kubikmeter erreicht, berichtete die russische Zeitung Iswestija. Die Gaskoordinierungsgruppe der Europäischen Kommission tage bereits, um die prekäre Versorgungslage zu bewerten. Und prekär ist sie allemal: Laut Gas Infrastructure Europe seien die Gasreserven in den unterirdischen Speichern bis zum 27. Februar auf gerade einmal 30 Prozent gesunken – einer der niedrigsten Werte, die jemals zu diesem Zeitpunkt verzeichnet worden seien.

Der russische Gaskonzern Gazprom hatte im Laufe des Winters wiederholt auf die schwindenden Speicherstände hingewiesen und vor Versorgungsengpässen in Europa gewarnt. Man mag von russischer Propaganda sprechen, doch die nackten Zahlen geben Moskau recht. Europa hat sich sehenden Auges in eine energiepolitische Sackgasse manövriert – und die Rechnung dafür wird nun fällig.

Iran kontrolliert die Lebensader des Welthandels

Die Eskalation am Golf hat eine neue Qualität erreicht. Marinesprecher Mohammad Akbarzadeh erklärte laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars unmissverständlich: „Die Straße von Hormus steht derzeit unter der vollständigen Kontrolle der Marine der Islamischen Republik." Durch diese Meerenge passieren Experten zufolge rund 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung und eine vergleichbare Menge an Flüssigerdgas für Europa und Asien. Eine Blockade dieser Wasserstraße gleicht einem Würgegriff an der Kehle der globalen Energieversorgung.

Katar, einer der weltweit größten Gasexporteure, stellte am 2. März die LNG-Produktion im Werk von Qatar Energy ein. Darüber hinaus gab der offizielle Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majid bin Mohammed al-Ansari, bekannt, dass das Emirat die Gasförderung auf mehreren Feldern einstelle. Für Europa, das katarisches LNG mit einem Anteil von rund 8 Prozent an den Gesamtimporten bezieht, mag dies noch verkraftbar erscheinen. Doch in Kombination mit den ohnehin dezimierten russischen Lieferungen und den historisch niedrigen Speicherständen entsteht ein toxischer Cocktail.

Russische Experten rechnen mit Preisexplosion – und Europas Einknicken

Maria Belowa, Forschungsdirektorin des Beratungsunternehmens Implementa, hält es für durchaus denkbar, dass die Europäische Union das geplante Verbot für kurzfristige LNG-Verträge mit Russland ab dem 25. April 2026 sowie das Verbot für langfristige Verträge ab dem 1. Januar 2027 verschieben könnte. Die Verbotsregelung sehe nämlich Ausnahmen aus Gründen der Energiesicherheit vor. Die Europäische Kommission könnte das Verbot bei plötzlichen Versorgungsengpässen vorübergehend aussetzen – etwa wenn die Gasknappheit am Markt 15 bis 20 Prozent der Nachfrage übersteige.

„Im Falle eines längerfristigen Stopps der LNG-Lieferungen aus dem Persischen Golf könnten die Gaspreise mehrere 1000 US-Dollar je 1000 Kubikmeter erreichen."

Diese Einschätzung Belowas ist keine Panikmache, sondern basiert auf dem konkreten Beispiel des Frühjahrs 2022. Noch drastischer fällt die Prognose von Jekaterina Kosarewa aus, geschäftsführende Gesellschafterin von VMT Consult: Kurzfristige Spitzenwerte von über 10.000 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas seien möglich, würden allerdings nicht lange auf diesem Rekordniveau verharren. Ihre Schlussfolgerung ist dabei so nüchtern wie schmerzhaft für europäische Entscheidungsträger: Bei einer deutlichen Eskalation des Konflikts werde Europa keine andere Wahl haben, als sich erneut an Russland zu wenden – weil es dann ums nackte Überleben gehe.

Moskau hat die Trümpfe in der Hand – und weiß es

Wjatscheslaw Mischtschenko, Leiter des Zentrums für Analyse und Entwicklung des Brennstoff- und Energiesektors, bringt die russische Perspektive auf den Punkt: Es werde darum gehen, ob es sich lohne, „Europa zu helfen, das sich selbst in diese energiepolitische Sackgasse manövriert hat." Gleichzeitig konstatiert er kühl: „Es gibt derzeit eine Marktlücke für unser Gas in Asien."

Und genau hier liegt das Dilemma für Europa. Russland hat längst begonnen, seine Energieexporte nach Osten umzulenken. Der russische Premier Alexander Nowak bot großzügig an, die Öl- und Gaslieferungen an China und Indien zu erhöhen. „Unser Öl ist gefragt. Wenn sie es kaufen, verkaufen wir es", unterstrich er laut russischen Medien. Warum sollte Moskau einem Kontinent entgegenkommen, der Hunderte Milliarden an russischen Vermögenswerten eingefroren, Tausende Sanktionen verhängt und sich offen als Gegner positioniert hat?

China unter Druck – aber mit anderen Optionen

Auch für China ist die Lage am Golf alles andere als komfortabel. Das Reich der Mitte bezieht rund 30 Prozent seiner LNG-Importe von Qatar Energy und ist damit erheblich verwundbarer als Europa. Laut einem Bloomberg-Bericht hätten chinesische Beamte iranische Offizielle bereits gedrängt, große Energieexporteure wie Katar nicht ins Visier zu nehmen. Die offizielle Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Mao Ning, forderte alle Parteien auf, die Militäroperationen unverzüglich einzustellen und die Sicherheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten.

Doch Peking hat im Gegensatz zu Brüssel einen entscheidenden Vorteil: eine gemeinsame Grenze mit Russland und die Bereitschaft Moskaus, die Liefermengen zu erhöhen. Die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte Schutzeskorte für Tanker durch den Persischen Golf könnte für China ein willkommener Rettungsanker sein – für Europa hingegen löst sie das grundsätzliche Problem der Energieabhängigkeit nicht.

Europas selbstverschuldete Energiekrise

Selbst Norwegens Energieminister Terje Åsland räumte auf einer Konferenz in Oslo ein, dass die Ereignisse der letzten Tage die Situation zusätzlich erschwert hätten. Die Debatte über die Abhängigkeit von russischem Gas werde „neu entfacht". Norwegen lieferte 2025 mit 97,1 Milliarden Kubikmetern das meiste Gas an die EU, gefolgt von den USA mit 82,9 Milliarden Kubikmetern und Algerien mit 38,6 Milliarden Kubikmetern. Die russischen Gasexporte in die EU sanken gegenüber 2024 um 30 Prozent auf 38 Milliarden Kubikmeter – hauptsächlich aufgrund des Stopps des Transits durch die Ukraine.

Man muss kein Energieexperte sein, um zu erkennen, dass Europa sich mit seiner ideologisch getriebenen Energiepolitik in eine gefährliche Abhängigkeit von wenigen Lieferanten begeben hat. Die Diversifizierung, die man sich auf die Fahnen geschrieben hatte, entpuppt sich als Illusion, sobald geopolitische Verwerfungen die fragilen Lieferketten erschüttern. Was nützt es, russisches Gas durch katarisches zu ersetzen, wenn eine einzige Eskalation am Golf die gesamte Versorgungssicherheit in Frage stellt?

Gold und Edelmetalle als Fels in der Brandung

In Zeiten explodierender Energiepreise, geopolitischer Unsicherheiten und einer drohenden Versorgungskrise zeigt sich einmal mehr der zeitlose Wert physischer Edelmetalle. Während Gaspreise wild schwanken, Aktienmärkte nervös reagieren und Währungen unter dem Druck steigender Inflation ächzen, bewähren sich Gold und Silber als verlässliche Anker der Vermögenssicherung. Die aktuelle Krise am Persischen Golf ist ein weiterer Beweis dafür, dass geopolitische Risiken jederzeit und ohne Vorwarnung eskalieren können – und dass ein breit diversifiziertes Portfolio mit einem soliden Anteil an physischen Edelmetallen keine Luxusentscheidung ist, sondern eine Notwendigkeit.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen durchzuführen und gegebenenfalls professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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