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Kettner Edelmetalle
22.09.2026
13:23 Uhr
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Hormus-Poker: Iran stellt Bedingung – Ölpreis bricht ein

Hormus-Poker: Iran stellt Bedingung – Ölpreis bricht ein
Symbolbild: KI-generiert

Teheran signalisiert Bewegung an der wichtigsten Öl-Schlagader der Welt: Der Iran könnte die Straße von Hormus Medienberichten zufolge binnen sieben Tagen wieder freigeben – wenn Washington den militärischen Druck zurücknimmt und die Blockade iranischer Häfen beendet. Die Nachricht, die sich auf einen nicht namentlich genannten hohen iranischen Regierungsvertreter stützt, ließ die Ölpreise am Dienstag abstürzen.

Brent-Rohöl mit November-Fälligkeit gab um 2,6 Prozent auf 97,73 Dollar je Barrel nach, die US-Sorte WTI verlor 3,1 Prozent auf 92,40 Dollar. US-Aktienfutures zeigten sich uneinheitlich. Unabhängig bestätigen ließ sich das Angebot bislang nicht.

20 Prozent des Welt-Öls hängen an dieser Nadelöhr-Passage

Die Straße von Hormus ist keine gewöhnliche Meerenge. Rund 20 Prozent des weltweiten Öls und Flüssiggases passieren normalerweise diesen schmalen Korridor zwischen Iran und Oman. Nach fast sieben Monaten Krieg im Nahen Osten ist der Schiffsverkehr massiv gestört – mit Druckwellen, die längst in europäischen Tankstellen und Industriestromrechnungen ankommen.

Für Deutschland, dessen Industrie nach Jahren teurer Energiepolitik ohnehin auf dem Zahnfleisch läuft, ist jeder Dollar am Ölmarkt eine zusätzliche Bürde. Berlin sitzt in diesem Machtspiel nur auf der Zuschauerbank.

Bessents Drohung: Raus aus dem Dollar-System

Parallel dreht Washington die Daumenschrauben weiter. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte an, iranische Fluglinien schon ab Mittwoch faktisch stilllegen zu wollen. In einem TV-Interview erklärte er das Prinzip mit bemerkenswerter Offenheit:

„Wenn sie landen, dürfen Sie sie nicht betanken. Sie dürfen ihnen keine Landedienste bieten, Sie dürfen ihnen keine Tickets verkaufen – oder Sie werden aus dem Dollar-System geworfen."

Die USA würden Iran „wie nie zuvor" unter Druck setzen und weltweit dessen Unterstützer treffen, so Bessent. Vergangene Woche belegte das Finanzministerium die russische Staatsbank VTB mit neuen Sanktionen – ein Hebel, der zeigt, wie sehr die Dominanz des Dollars als politische Waffe dient. Ein Argument, das Notenbanken rund um den Globus seit Jahren dazu bewegt, ihre Reserven stärker in physisches Gold zu verlagern.

Zweites Nadelöhr in Gefahr – und London springt ein

Noch brisanter: Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben laut Berichten die jemenitische Insel Perim eingenommen und damit ihren Griff um die Meerenge Bab el-Mandeb verstärkt. Damit geraten zwei der wichtigsten Öl-Engpässe der Welt unter den Einfluss Teherans und seiner Verbündeten. Ausgerechnet Bab el-Mandeb gilt als Ausweichroute, über die Saudi-Arabien per Ost-West-Pipeline Rohöl am Golf vorbeischleusen kann.

Die G7 verurteilten die „unakzeptablen anhaltenden Angriffe" der Huthi auf Jemen und Saudi-Arabien und forderten Iran auf, die Unterstützung einzustellen. Die Huthi erklärten Berichten zufolge, sie hätten „sensible" Ziele in Riad attackiert; nahe dem Flughafen seien Feuer und Rauch zu sehen gewesen.

Während Trump eine Bitte Riads um Hilfe am Wochenende abgelehnt und einen geplanten Luftschlag gestrichen haben soll, greift London ein: Die Royal Air Force soll saudische Kampfjets in der Luft betanken. Der britische Premier begründete den Schritt damit, man handle im Interesse Großbritanniens und der Region, um die Öl-Pfade offen zu halten. NATO-Generalsekretär Mark Rutte deutete an, auch europäische Partner könnten folgen.

Ob Teherans Sieben-Tage-Offerte mehr ist als ein taktisches Manöver, muss sich zeigen. Frühere Vermittlungsversuche über Oman und ein befristetes Rahmenabkommen brachten Berichten zufolge kaum Entlastung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen. Physische Edelmetalle können aus unserer Sicht eine sinnvolle Beimischung zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio sein.

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