
Impfschaden-Daten: Hat die CDC die Meldeflut kleingerechnet?

Schwere Vorwürfe gegen die US-Gesundheitsbehörde CDC: Einem Bericht des Brownstone Institute zufolge soll die Behörde Anfang 2021 Entwarnung zu den Covid-Impfstoffen gegeben haben, obwohl ihr Dienstleister längst vor einer Flut an Verdachtsmeldungen gewarnt hatte. Der Kern der Kritik: Ausgewertet wurde nur ein kleiner Teil der Daten.
Ein Memo, das Alarm schlug
Rückblende in den Januar 2021. Die Massenimpfung in den USA läuft erst seit wenigen Wochen. Die Auswertung des Meldesystems VAERS, in dem Ärzte und Bürger mögliche Nebenwirkungen melden können, hatte die CDC an das IT-Unternehmen General Dynamics Information Technology (GDIT) ausgelagert.
Am 15. Januar soll GDIT der Behörde in einem Memo mitgeteilt haben, dass die eingehenden Covid-Meldungen das geschätzte Maximum von 1.000 pro Tag deutlich übersteigen würden. Fristen für Datenverarbeitung, telefonische und klinische Anfragen könne man deshalb nicht mehr einhalten. Das System war offenbar am Limit, bevor die Impfkampagne richtig Fahrt aufnahm.
Entwarnung auf schmaler Datenbasis
Am 19. Februar 2021 veröffentlichte die CDC dann vorab ihren ersten großen Sicherheitsbericht im Fachblatt „Morbidity and Mortality Weekly Report“. Die Autoren aus dem Immunization Safety Office hatten 6.994 VAERS-Meldungen aus dem Zeitraum 14. Dezember 2020 bis 13. Januar 2021 ausgewertet. Ihr Fazit: Die Überwachung zeige beruhigende Sicherheitsprofile, ungewöhnliche Meldemuster seien nicht aufgefallen.
Genau hier setzt die Kritik an. Laut Brownstone seien zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bereits rund 107.000 Meldungen eingegangen gewesen. Der Bericht habe damit nur etwa sechs Prozent der vorliegenden Daten abgebildet. Die Kritiker halten zudem den Stichtag 13. Januar für bewusst gewählt, weil die Meldezahlen kurz danach weiter in die Höhe geschnellt seien. Ein Beleg für eine solche Absicht liegt allerdings nicht vor.
113 oder 966 Todesmeldungen?
Besonders brisant sind die Zahlen zu Todesfällen. Der CDC-Bericht nannte 113 Todesmeldungen und sah keinen Hinweis auf einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung. Laut den Kritikern hätten bis Mitte Februar 2021 aber bereits rund 966 Todesmeldungen in VAERS vorgelegen. Selbst im kleinen geprüften Ausschnitt seien 9,2 Prozent der Meldungen als schwerwiegend eingestuft worden.
Was VAERS kann und was nicht
Zur Einordnung gehört eine unbequeme Wahrheit für beide Seiten. VAERS ist ein passives Meldesystem: Eine Meldung beweist keinen kausalen Zusammenhang. Gleichzeitig räumt das US-Gesundheitsministerium HHS selbst ein, dass das System nur einen „kleinen Bruchteil“ der tatsächlichen Nebenwirkungen erfasse. Insgesamt sind nach Angaben der Kritiker 2,74 Millionen Meldungen zusammengekommen, darunter rund 39.000 Todesmeldungen.
Dass auch seltene, ernste Nebenwirkungen existieren, ist längst kein Randthema mehr. Bereits im Sommer 2021 bestätigte der Impfausschuss der CDC selbst seltene schwere Ereignisse wie Herzmuskelentzündungen nach mRNA-Impfungen. „Nichts Unerwartetes“ hielt der Realität also nur wenige Monate stand.
Vertrauen verspielt?
Eine Korrektur des Februar-Berichts habe es nie gegeben, heißt es in der Kritik. Die verantwortlichen Wissenschaftler arbeiteten weiterhin bei der Behörde. Spätere Veröffentlichungen aus dem Smartphone-Meldesystem V-safe sollen ein deutlich weniger beruhigendes Bild zeichnen.
Ob die CDC bewusst getäuscht oder in einer chaotischen Ausnahmelage schlicht vorschnell kommuniziert hat, müssten unabhängige Untersuchungen klären. Fest steht: Wer Millionen Menschen zur Impfung drängt und dabei Fragen nach der Datenbasis abtut, darf sich über verlorenes Vertrauen nicht wundern. Das gilt in Washington, und ebenso in Berlin, wo die Aufarbeitung der Corona-Politik bis heute auf sich warten lässt.
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