
Iran-Abkommen: Während Trump den Frieden verhandelt, übt sich Merz im diplomatischen Applaus
Es ist ein Bild, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Während in Washington und am Verhandlungstisch echte Diplomatie betrieben wird, eilt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) herbei, um in der Nacht zum Montag seinen Glückwunsch zu „diesem diplomatischen Durchbruch“ zu übermitteln. Ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran soll den Irankrieg beenden – und Deutschland steht, wie so oft, am Spielfeldrand und klatscht artig Beifall.
Wer hat hier eigentlich verhandelt?
Man sollte sich die Reihenfolge der Akteure genau ansehen. Den Durchbruch erzielten US-Präsident Donald Trump und die pakistanische Regierung, die als Vermittler auftrat. Berlin war an den eigentlichen Gesprächen nicht beteiligt. Die deutsche Rolle beschränkte sich darauf, im Nachgang gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien und Italien eine Erklärung zu verbreiten und seine Bereitschaft zu signalisieren, Sanktionen aufzuheben – „sofern Iran klare und überprüfbare Schritte in Bezug auf sein Atomprogramm unternimmt“.
„Das Abkommen kann den Weg zu einer Erholung der Weltwirtschaft und einer Stabilisierung der Region bahnen“, erklärte Merz in der Nacht zum Montag.
Hübsch formuliert. Doch wer in der Region tatsächlich Frieden stiftet, das war eben nicht der deutsche Kanzler, sondern ein US-Präsident, den man hierzulande in den Redaktionsstuben gern als unberechenbaren Polterer abtut. Die Realität sieht anders aus: Trump hat geliefert, wo die europäische Schwatzbude jahrelang nur Kommuniqués produzierte.
Die Straße von Hormus – Lebensader der Weltwirtschaft
Im Zentrum des Abkommens steht die Wiederöffnung der Straße von Hormus, jener strategischen Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels fließt. Merz forderte, diese müsse „dauerhaft und uneingeschränkt für die freie Schifffahrt geöffnet werden“. Die vier europäischen Staaten kündigten gar eine „rein defensiv ausgerichtete, unabhängige Mission“ zur Minenräumung an.
Bemerkenswert ist dabei vor allem eines: Plötzlich erkennt man in Berlin und Paris, wie verwundbar man durch die eigene Energieabhängigkeit geworden ist. Frankreichs Präsident Macron sprach beim G7-Gipfel im französischen Evian davon, man wolle „die Energierouten aus der Region diversifizieren, um aus unserer Abhängigkeit herauszukommen“. Eine späte Erkenntnis – nachdem man die heimische Energieversorgung jahrelang an die Wand gefahren und sich freiwillig in Abhängigkeiten begeben hat, die nun mit großen Gesten kaschiert werden sollen.
Vertrauen ist gut, Kontrolle wäre besser
Die europäischen Staats- und Regierungschefs betonten, der Iran dürfe „niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangen“. Man wolle mit den USA, dem Iran und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammenarbeiten, um eine „dauerhafte diplomatische Lösung“ zu erreichen. Schöne Worte. Doch der Teufel steckt, wie immer, im Detail der Umsetzung.
Ob der Iran sein militärisches Nuklearprogramm tatsächlich „nachprüfbar beendet“ und es „keine weiteren Angriffe gegen Israel und andere Nachbarn“ gibt, wie Merz fordert, das wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Bis dahin gilt: Erst die Taten zählen, nicht die nächtlichen Glückwunschtelegramme.
Was bleibt für den deutschen Bürger?
Für den Bürger in Deutschland bedeutet eine Stabilisierung der Region zunächst eine mögliche Entspannung an den Energie- und Rohstoffmärkten. Doch wer die geopolitische Großwetterlage der vergangenen Jahre verfolgt hat, der weiß: Solche Abkommen sind fragil, und jede neue Eskalation kann die Märkte binnen Stunden in Aufruhr versetzen. Gerade in einer Welt, in der ein einziges Statement ganze Energieversorgungsketten ins Wanken bringt, zeigt sich der Wert krisenfester Vermögenswerte.
Physisches Gold und Silber haben über die Jahrhunderte bewiesen, dass sie in geopolitisch unsicheren Zeiten ihren Wert behalten – unabhängig davon, welcher Politiker gerade welchen Durchbruch verkündet. Als bewährte Ergänzung eines breit gestreuten Vermögens bleiben Edelmetalle ein verlässlicher Anker in stürmischen Zeiten.
Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben weder Anlage- noch Rechts- oder Steuerberatung. Jeder Leser ist gehalten, sich vor einer Anlageentscheidung eigenständig umfassend zu informieren oder fachkundigen Rat einzuholen. Für getroffene Entscheidungen trägt jeder Anleger die alleinige Verantwortung.

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