
Iran-Krieg als Bremsklotz: Wirtschaftsinstitute beziffern die Kosten des Nahostkonflikts für Deutschland
Während im Nahen Osten die Waffen sprechen, rechnen Deutschlands führende Wirtschaftsforschungsinstitute bereits fieberhaft an den Folgen für die ohnehin angeschlagene Bundesrepublik. Die Ergebnisse sind ernüchternd – wenn auch nicht apokalyptisch. Noch nicht.
Wachstum unter Beschuss
Die fünf großen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre vorläufigen Kalkulationen zu den ökonomischen Auswirkungen des Iran-Konflikts vorgelegt, und das Bild, das sich ergibt, ist so trüb wie ein Novembertag über dem Hamburger Hafen. Das Münchner Ifo-Institut und das Essener RWI kommen unabhängig voneinander zu dem Schluss, dass der Krieg das deutsche Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um rund 0,2 Prozentpunkte drücken dürfte. Das Berliner DIW rechnet mit einem Minus zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkten – basierend auf den aktuellen Terminkursen an den Öl- und Gasmärkten.
Bei einem erwarteten Wirtschaftswachstum von gerade einmal rund einem Prozent mag man einwenden, dass diese Zahlen verkraftbar seien. Doch man sollte sich nichts vormachen: Ein Prozent Wachstum ist für eine einstige Wirtschaftslokomotive Europas bereits ein Armutszeugnis. Dass nun auch noch ein geopolitischer Konflikt an diesem kümmerlichen Rest nagt, offenbart die ganze Fragilität des deutschen Wirtschaftsmodells.
Inflation: Der stille Preistreiber
Gravierender als die Wachstumsdelle könnte sich der Inflationseffekt erweisen. DIW und RWI prognostizieren eine um 0,4 bis 0,5 Prozentpunkte höhere Inflationsrate für das laufende Jahr. Das Ifo-Institut ist mit einem geschätzten Plus von 0,2 Prozentpunkten etwas zurückhaltender. Für den deutschen Bürger, der bereits unter den Folgen der Energiepreisexplosion der vergangenen Jahre ächzt, bedeutet das: Der Griff ins Portemonnaie wird noch schmerzhafter.
Man erinnere sich: Es war erst wenige Jahre her, dass die desaströse Energiepolitik der Ampel-Regierung – der überstürzte Atomausstieg, die ideologiegetriebene Abhängigkeit von erneuerbaren Energien – Deutschland in eine beispiellose Energiekrise gestürzt hatte. Dass das Land nun erneut als Spielball geopolitischer Energiepreisschwankungen dient, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger strategischer Fehlentscheidungen.
Fragile Erholung auf tönernen Füßen
Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, gibt sich betont gelassen. Die unmittelbaren Folgen für die deutsche Wirtschaft seien „nicht gravierend", sofern der Konflikt auf wenige Monate beschränkt bleibe. Er spricht von „überschaubaren Dämpfern". Auch Oliver Holtemöller vom IWH in Halle hält am Bild einer „fragilen Erholung" fest und weist darauf hin, dass die Energieversorgung weniger das Problem zu sein scheine.
Doch genau hier liegt der Hund begraben. Das Wörtchen „sofern" trägt eine gewaltige Last. Denn wer garantiert, dass dieser Konflikt tatsächlich in wenigen Monaten beendet sein wird? Die Geschichte lehrt uns, dass Kriege im Nahen Osten eine fatale Tendenz zur Eskalation haben. Und dann?
Die Straße von Hormus als Achillesferse
Geraldine Dany-Knedlik vom DIW bringt das eigentliche Risikoszenario auf den Punkt: „Kritisch wird es erst, wenn aus dem Konflikt ein echter Öl- und Transportschock wird, also wenn die Straße von Hormus länger beeinträchtigt bleibt." Durch diese Meerenge fließen täglich rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels. Eine längere Blockade würde nicht nur die Energiepreise in astronomische Höhen treiben, sondern könnte die gesamte globale Lieferkette zum Erliegen bringen.
Timo Wollmershäuser vom Ifo-Institut ergänzt, dass die Auswirkungen auf Deutschland gering bleiben dürften, sollten die Rohöl- und Erdgaspreise nur für wenige Monate auf dem aktuell erhöhten Niveau verharren. Ein schnelles Ende des Konflikts vorausgesetzt. Doch wann hat sich im Nahen Osten jemals etwas „schnell" gelöst?
Deutschland braucht strategische Unabhängigkeit
Was diese Analyse einmal mehr schonungslos offenlegt, ist die erschreckende Verwundbarkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber externen Schocks. Ein Land, das seine Kernkraftwerke abschaltet, seine Industrie mit Bürokratie erdrosselt und gleichzeitig ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf Pump finanziert, hat schlicht keine Reserven mehr, um geopolitische Stürme abzuwettern. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden zu machen – und tut nun genau das Gegenteil. Die Zeche werden kommende Generationen zahlen.
Statt sich in ideologischen Debatten über Gendersprache und Klimaneutralität zu verlieren, wäre es an der Zeit, die deutsche Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig zu machen. Energiesicherheit, Bürokratieabbau, steuerliche Entlastung der Mittelschicht – das wären die Rezepte, die Deutschland jetzt bräuchte. Stattdessen starrt die politische Klasse wie das Kaninchen auf die Schlange und hofft, dass der Sturm vorüberzieht.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle als Absicherung gegen geopolitische Risiken und inflationäre Tendenzen. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg bewiesen, dass sie in Krisenzeiten ihren Wert bewahren – ganz im Gegensatz zu Papiergeld, das von Politikern nach Belieben vermehrt werden kann.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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