
Iran-Krieg treibt Preise in die Höhe: Deutsche Verbraucher müssen sich auf harte Zeiten einstellen
Als hätten die deutschen Bürger nicht schon genug unter der Inflation der vergangenen Jahre gelitten, rollt nun die nächste Preiswelle auf sie zu. Ein Kurzgutachten von Beratern der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zeichnet ein düsteres Bild: Der Iran-Krieg und die damit verbundene Sperrung der Straße von Hormus drohen nicht nur die Spritpreise weiter in die Höhe zu treiben, sondern könnten eine ganze Kaskade von Verteuerungen auslösen – von Lebensmitteln über Strom bis hin zu Industriegütern.
Düngemittel als Preistreiber für den Einkaufskorb
Was viele Verbraucher noch nicht auf dem Schirm haben dürften: Die Nahostregion ist ein zentraler Knotenpunkt für den globalen Düngemitteltransport. Steigen die Düngemittelpreise, verteuert sich mittelfristig die gesamte Lebensmittelproduktion. Die Ökonomen Justus Haucap, Stefan Kolev und Volker Wieland sowie die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnen in ihrem 29-seitigen Gutachten mit dem Titel „Eskalation im Nahen Osten: Auswirkungen auf Europa – und was (nicht) zu tun ist" eindringlich vor dieser Entwicklung. Wer also glaubt, die Preissteigerungen an der Zapfsäule seien das einzige Problem, der irrt gewaltig. Auch der Restaurantbesuch, der ohnehin für viele Familien längst zum Luxus geworden ist, dürfte noch teurer werden.
Hinzu kommen steigende Strompreise, die Haushalte und Unternehmen gleichermaßen belasten werden. Gestörte internationale Lieferketten könnten zudem Industriegüter und Haushaltsgeräte verteuern – praktisch alles, was einen hohen Energie- und Transportkostenanteil aufweist. Konkrete Preisprognosen nennen die Gutachter zwar nicht, doch die Richtung ist unmissverständlich.
Inflation könnte auf 3,5 Prozent klettern
Besonders alarmierend: Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Wieland könnte die Inflationsrate in der Eurozone von derzeit rund zwei Prozent auf etwa 3,5 Prozent ansteigen. Zwei Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank um insgesamt 0,5 Prozentpunkte seien in diesem Jahr „durchaus plausibel". Das würde das ohnehin schwächelnde Wachstum in Deutschland weiter dämpfen – auch wenn die Experten eine ausgewachsene Rezession für unwahrscheinlich halten.
Jeweils 20 Prozent der globalen Öl- und Gaslieferungen passieren normalerweise die Straße von Hormus, jene schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Dass deren Sperrung massive Auswirkungen auf die Energiemärkte hat, überrascht niemanden. Dass Deutschland aber derart verwundbar ist, sollte jeden Bürger nachdenklich stimmen.
Regierungsberater gegen Preisdeckel – aber für Fracking
Bemerkenswert ist, was die Ökonomen der Regierung nicht empfehlen. Kurzfristiger Aktionismus wie Preisdeckel, ein neuer Tankrabatt oder eine Übergewinnsteuer seien kontraproduktiv, da sie lediglich notwendige Anpassungseffekte – etwa das Energiesparen – verhinderten. „Ultimativ gehören auch Preissteigerungen zu den Risiken des Lebens", heißt es in dem Gutachten mit einer Nüchternheit, die manchen Verbraucher angesichts seiner Heizkostenabrechnung wohl kalt erwischen dürfte.
Stattdessen plädieren die Berater für mehr langfristige Gaslieferverträge. Dass Deutschland solche bislang kaum abgeschlossen habe, liege ausgerechnet an den selbst auferlegten Klimazielen. Man sei den täglich schwankenden Marktpreisen „ziemlich ungeschützt ausgesetzt", kritisierte die Wirtschaftsweise Grimm. Eine Ironie der Geschichte: Die ideologiegetriebene Energiepolitik der vergangenen Jahre, die Deutschland von russischem Gas unabhängig machen sollte, hat das Land nun in eine neue, nicht minder prekäre Abhängigkeit manövriert.
Besonders aufhorchen lässt der Vorschlag von Haucap, über eine stärkere Förderung heimischer Schiefergasvorkommen durch Fracking nachzudenken. Deutschland verfüge über beträchtliche Reserven, und die Technologie sei ökologisch deutlich sicherer geworden. Weniger Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen, geringere Emissionen durch kürzere Transportwege – eigentlich ein Argument, das selbst die größten Fracking-Skeptiker zum Nachdenken bringen müsste. Doch man darf gespannt sein, wie lange es dauert, bis die üblichen Bedenkenträger diesen pragmatischen Ansatz wieder im Keim ersticken.
Ein Silberstreif am Horizont?
Immerhin: Die Gutachter sehen auch Chancen. Sollte es im Iran zu einem politischen Wandel und einer Öffnung des Landes kommen, könnten deutsche Maschinen- und Anlagenbauer erheblich profitieren. Die Wachstumsimpulse für Deutschland lägen möglicherweise in einer Größenordnung, die mit großen Handelsabkommen wie dem Mercosur-Abkommen vergleichbar oder sogar größer sei. Zudem könnte iranisches Öl die Weltmarktpreise dämpfen.
Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Die Realität für den deutschen Verbraucher sieht vorerst anders aus: höhere Preise an der Tankstelle, im Supermarkt und auf der Stromrechnung. Wer sein Vermögen in Zeiten steigender Inflation schützen möchte, sollte über bewährte Strategien der Vermögenssicherung nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich historisch in inflationären Phasen als verlässlicher Wertspeicher erwiesen und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios dienen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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