
Israels Abrissankündigung im Libanon: Katz will ganze Dörfer dem Erdboden gleichmachen
Was sich wie ein düsteres Kapitel aus einem Geschichtsbuch liest, ist bittere Realität im März 2026: Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat unverhohlen angekündigt, sämtliche Wohnhäuser in libanesischen Grenzdörfern zerstören zu lassen. Die Begründung? Sicherheit für Nordisrael. Die Methode? Man orientiere sich am „Vorbild von Rafah und Beit Hanoun" im Gazastreifen – Orte, die bereits in Trümmern liegen.
Eine „Pufferzone" auf fremdem Territorium
Die Dimension dieser Ankündigung ist kaum zu überschätzen. Katz erklärte laut Nachrichtenagenturen, die israelische Armee werde nach Abschluss der laufenden Offensive eine dauerhafte „Sicherheitszone" innerhalb des Libanon errichten. Die Kontrolle solle sich über das gesamte Gebiet bis zum Litani-Fluss erstrecken – rund 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze. Dieses Areal entspricht nahezu einem Zehntel des gesamten libanesischen Staatsgebiets. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein souveräner Staat beansprucht offen die militärische Kontrolle über zehn Prozent eines Nachbarlandes.
Die vertriebene Zivilbevölkerung dürfe erst dann in ihre Heimat südlich des Litani zurückkehren, wenn die Sicherheit der nordisraelischen Bewohner gewährleistet sei, so Katz weiter. Wann das sein wird? Darüber schweigt sich der Minister aus. Bereits jetzt seien mehr als 1,2 Millionen Libanesen vertrieben worden. Nach libanesischen Angaben wurden seit Beginn der israelischen Offensive Anfang März rund 1.200 Menschen getötet.
Europas Außenminister zwischen Verurteilung und Beschwichtigung
Die Reaktion aus Europa fiel – wie so oft – bemerkenswert ambivalent aus. Zehn europäische Außenminister, darunter jene aus Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden, veröffentlichten gemeinsam mit EU-Außenbeauftragter Kaja Kallas eine Erklärung. Darin heißt es, die Verantwortung für die Eskalation liege bei der Hisbollah. Man verurteile deren Angriffe auf Israel „aufs Schärfste".
Gleichzeitig forderten dieselben Minister Israel auf, eine weitere Ausweitung des Konflikts zu vermeiden – insbesondere durch eine Bodenoffensive auf libanesischem Territorium. Die territoriale Integrität des Libanon müsse geachtet werden. Zivile Infrastruktur wie Flughäfen, Häfen und Brücken sei zu schützen. Schöne Worte. Doch was folgt daraus konkret? Humanitäre Hilfe wurde zugesagt, eine internationale Unterstützungskonferenz angekündigt – allerdings erst dann, wenn es „die Umstände zulassen". Wann immer das auch sein mag.
UN-Friedenstruppe unter Beschuss
Besonders alarmierend: Die europäischen Minister verurteilten auch jüngste Angriffe auf die UN-Friedenstruppe UNIFIL, bei denen Blauhelmsoldaten getötet wurden. Dass eine internationale Schutztruppe der Vereinten Nationen unter Beschuss gerät, ohne dass dies spürbare Konsequenzen nach sich zieht, offenbart die ganze Hilflosigkeit der internationalen Gemeinschaft in diesem Konflikt.
Ein gefährlicher Präzedenzfall
Was hier geschieht, sollte auch in Deutschland aufmerksam verfolgt werden. Die systematische Zerstörung ganzer Dörfer und die dauerhafte militärische Besetzung fremden Territoriums – unabhängig von der Frage, wer den Konflikt ausgelöst hat – schafft Präzedenzfälle, die das ohnehin fragile Gefüge des Völkerrechts weiter untergraben. Wenn ein Staat offen erklärt, nach dem Modell bereits verwüsteter Gebiete vorzugehen, dann ist das keine Sicherheitspolitik mehr. Es ist eine Ankündigung totaler Zerstörung.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre gut beraten, hier eine klare und unmissverständliche Position zu beziehen – statt sich hinter wolkigen EU-Erklärungen zu verstecken. Deutschland hat als eine der führenden Wirtschaftsnationen Europas nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, für die Einhaltung internationaler Regeln einzutreten. Alles andere wäre ein Armutszeugnis.
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