
Kahlschlag bei Schaeffler: 2660 Jobs weg, vier deutsche Werke vor dem Aus

Die nächste Hiobsbotschaft aus der deutschen Autoindustrie: Der Zulieferer Schaeffler aus Herzogenaurach hat am Dienstag, 3. November, ein weiteres Sparprogramm angekündigt. In Europa fallen 3460 Stellen weg, davon 2660 in Deutschland. Vier deutsche Standorte sollen „perspektivisch“ schließen, ein fünfter in Belgien.
Dortmund, Berlin, Morbach, Schwalbach: Hier gehen die Lichter aus
Laut Unternehmensangaben trifft es das Werk in Dortmund mit 430 Beschäftigten, Schwalbach mit 385, Berlin mit 270 und Morbach mit 160 Mitarbeitern. Hinter jeder dieser Zahlen stehen Familien, Hypotheken und Lebenspläne. Und für ganze Regionen bricht ein wichtiger Arbeitgeber weg.
Ganz sicher sind aber auch die übrigen Standorte nicht. In Höchstadt, Erlangen und Schweinfurt plant der Konzern „Anpassungen“, einzelne Geschäftsbereiche werden teils ganz eingestellt. Im Ausland werden Hagenau und Toulouse in Frankreich sowie Skalica und Kysuce in der Slowakei verkleinert. Das belgische Herstal mit 15 Mitarbeitern macht dicht.
Fast jeder fünfte Job verschwindet
Schaeffler beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben knapp 32.000 Menschen. Allein die neue Runde betrifft rund neun Prozent der Belegschaft und soll bis 2028 abgeschlossen sein. Zusammen mit früheren Sparprogrammen und rund 1800 bereits unterschriebenen Altersteilzeitverträgen fallen damit 18 Prozent der deutschen Arbeitsplätze weg.
Schon im November 2024 hatte der Konzern, kurz nach der Fusion mit Vitesco, einen massiven Abbau verkündet. Diese Maßnahmen seien nach Firmenangaben inzwischen schneller umgesetzt worden als geplant. Kaum ist das erledigt, folgt die nächste Welle. Wie Berichten zu entnehmen ist, betrifft rund die Hälfte der gestrichenen Stellen die Produktion, 30 Prozent Forschung und Entwicklung.
480 Millionen für den Abbau, 300 Millionen Ersparnis
Die Rechnung ist nüchtern. Einmalig veranschlagt Schaeffler 480 Millionen Euro für den Abbau, ab 2030 sollen dadurch jedes Jahr 300 Millionen Euro eingespart werden. Medienberichten zufolge bittet der Konzern zusätzlich alle Hierarchieebenen um einen befristeten, freiwilligen Gehaltsverzicht, angefangen beim Vorstand. Damit wolle man weitere Stellenstreichungen begrenzen.
Bekenntnis zu Deutschland mit Haken
Als Gründe nennt das Unternehmen das „anhaltend herausfordernde Umfeld“ in der Autobranche, die schwächere Nachfrage nach Verbrenner-Teilen und den „verzögerten Hochlauf“ der Elektromobilität. Hinzu kommt: Ein E-Motor braucht deutlich weniger Bauteile als ein klassischer Antrieb. Für Zulieferer, die von Getrieben, Lagern und Motorkomponenten leben, ist das existenziell.
Schaeffler betont zwar ein „klares Bekenntnis zum Standort Deutschland“. Im gleichen Atemzug beklagt der Konzern aber überdurchschnittlich hohe Personalkosten hierzulande. Mehr Wachstum erhofft sich das Unternehmen Berichten zufolge in neuen Feldern wie humanoider Robotik und Verteidigung.
Beobachter sehen darin ein Muster, das Berlin nicht länger ignorieren darf. Hohe Energiepreise, hohe Abgaben, eine Flut an Vorschriften und eine politisch erzwungene Antriebswende, die der Markt in dieser Geschwindigkeit offenbar nicht mitgeht: Die Industrie stimmt mit den Füßen ab. Die Regierung Merz hatte eine Wirtschaftswende versprochen. Bei Schaeffler in Dortmund oder Morbach dürfte davon bisher wenig angekommen sein.
Was das für Sparer bedeutet
Wenn ein Traditionskonzern nach dem anderen den Rotstift ansetzt, wackelt auch der Wohlstand der Mittelschicht. Wer sein Vermögen absichern will, sollte nicht allein auf Versprechen aus der Politik oder einzelne Branchen setzen. Physisches Gold und Silber können als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, Werte über unruhige Zeiten zu retten.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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