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Kettner Edelmetalle
09.07.2026
06:14 Uhr

Kampfjets für Erdogan? Trumps riskantes Spiel im Pulverfass Nahost

Kampfjets für Erdogan? Trumps riskantes Spiel im Pulverfass Nahost

Es ist ein geopolitisches Manöver, das selbst hartgesottene Nahost-Beobachter aufhorchen lässt: US-Präsident Donald Trump will dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan die hochmodernen F-35-Kampfjets verkaufen – und das ausgerechnet gegen den ausdrücklichen Widerstand Israels. Ein Schachzug, der die ohnehin fragilen Machtverhältnisse in der Region weiter ins Wanken bringen dürfte.

Sanktionen fallen, Kampfjets sollen fliegen

Am Dienstag verkündete Trump, dass Washington die im Jahr 2020 verhängten Sanktionen gegen die Türkei aufheben werde. Der Grund für die damalige Strafmaßnahme? Ankara hatte sich das russische Raketenabwehrsystem S-400 zugelegt – ein Affront gegen die westliche Militärallianz. Nun scheint all das vergessen. Trump will die Türkei offenbar um jeden Preis als strategischen Partner an sich binden und lockt mit den begehrten Tarnkappenjets aus dem Hause Lockheed Martin.

Doch der Preis für diese Charmeoffensive könnte hoch sein. Denn die Türkei ist im Nahen Osten alles andere als ein zahmer Verbündeter, sondern ein ambitionierter Gegenspieler Israels.

Netanjahu schlägt Alarm

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ließ keinen Zweifel daran, was er von diesem Deal hält. In einem Telefonat habe er Trump nachdrücklich davon abgeraten, der Türkei die F-35 oder auch nur die Triebwerke für deren Kampfflugzeuge zu überlassen, wie er selbst berichtete.

Die Türkei sei „ein von der Muslimbruderschaft infiziertes Regime, einer extremistischen Bewegung, die Amerika hasst und ‚Tod den USA‘ skandiert“, warnte Netanjahu in einem Interview mit Fox News.

Starke Worte, die zeigen, wie tief das Misstrauen zwischen Jerusalem und Ankara mittlerweile sitzt. Dass ausgerechnet einem Regime, das Israel offen anfeindet, modernste Waffentechnologie in die Hände gelegt werden soll, dürfte in Israel als handfester Vertrauensbruch empfunden werden.

Syrien-Wende sorgt für weitere Irritationen

Als wäre das nicht genug, legte Trump nach. Er kündigte an, Syrien von der Liste staatlicher Terrorismus-Sponsoren des US-Außenministeriums zu streichen. Zuvor hatte er gar die kuriose Idee geäußert, Syrien solle anstelle Israels im Libanon gegen die Hisbollah in den Kampf ziehen. Man reibt sich verwundert die Augen: Der einstige Paria Syrien avanciert plötzlich zum potenziellen Ordnungshüter?

Ob all diese Wortmeldungen tatsächlich ernst gemeint sind oder lediglich als Nebelkerze dienen, um militärische Gegner zu verwirren, lässt sich derzeit kaum seriös einschätzen. Trumps Politik bleibt so unberechenbar wie eh und je.

Waffenruhe mit Iran am Ende

Parallel dazu erklärte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara die mit dem Iran vereinbarte Waffenruhe für beendet und drohte mit neuen Angriffen.

„Ich werde sie etwas vorwarnen, wir werden sie heute Nacht richtig hart treffen“, kündigte Trump am Rande seines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj an. Teheran verletze das Abkommen „jeden Tag“.

Die Vorgeschichte liest sich wie ein Kriegstagebuch: Nach dem Beschuss dreier Tanker in der Straße von Hormus hatte die US-Armee über 80 Ziele im Iran attackiert. Teheran wiederum antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen auf 85 US-Ziele in der Region. Ein gefährliches Wechselspiel, das jederzeit außer Kontrolle geraten kann.

Und dann diese entlarvende Randnotiz: Vizepräsident JD Vance hatte offen eingeräumt, die Waffenpause sei unter anderem dazu genutzt worden, einigen Staaten das Auffüllen ihrer Ölreserven zu ermöglichen. Wer angesichts solcher Aussagen noch an selbstlose Friedensbemühungen glaubt, dürfte reichlich naiv sein.

Was bedeutet das für Anleger?

Während die Diplomaten Schach spielen und die Kanonen sprechen, sollten kluge Sparer eines nicht vergessen: In Zeiten geopolitischer Erschütterungen ist Stabilität ein rares Gut. Der Nahe Osten gleicht einem Pulverfass, dessen Zündschnur bereits glimmt. Solche Eskalationen treiben erfahrungsgemäß die Energiepreise nach oben, befeuern die Inflation und lassen Papierwährungen an Kaufkraft verlieren.

Gerade in solchen unsicheren Phasen haben sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber über Jahrhunderte hinweg als verlässlicher Anker bewährt. Sie sind unabhängig von politischen Launen, von brüchigen Waffenruhen und von den Spielchen mächtiger Staatschefs. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung leisten – gerade dann, wenn andernorts die Welt in Flammen zu stehen droht.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und seine Entscheidungen selbst zu verantworten. Für getroffene Anlageentscheidungen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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