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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
06:54 Uhr

Kinderlose sollen bluten: Junge Union fordert höhere Rentenbeiträge für Menschen ohne Nachwuchs

Es ist ein Vorstoß, der ins Mark trifft – und der eine längst überfällige Debatte neu entfacht. Die Junge Union, Nachwuchsorganisation von CDU und CSU, will Kinderlose stärker zur Kasse bitten. Wer keinen Nachwuchs in die Welt setzt, soll künftig einen Prozentpunkt mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen als Eltern mit zwei oder mehr Kindern. Selbst Paare mit nur einem Kind müssten nach den Plänen der JU noch einen halben Prozentpunkt mehr berappen. Ein Vorschlag, der polarisiert – aber ist er wirklich so abwegig?

Der Generationenvertrag steht vor dem Kollaps

Man muss kein Mathematikprofessor sein, um zu erkennen, dass das deutsche Rentensystem auf eine Katastrophe zusteuert. Das Umlageverfahren, jenes Konstrukt, bei dem die arbeitende Generation die Renten der Älteren finanziert, funktioniert nur dann, wenn genügend junge Menschen nachkommen. Doch genau daran hapert es gewaltig. Deutschland vergreist in atemberaubendem Tempo. Die Geburtenrate dümpelt seit Jahrzehnten auf einem erbärmlich niedrigen Niveau, während die Babyboomer-Generation in den kommenden Jahren massenhaft in Rente geht. Wer soll das bezahlen? Diese Frage stellt sich mit zunehmender Dringlichkeit.

JU-Chef Johannes Winkel bringt es auf den Punkt: Man müsse sich dringend auf den demografischen Wandel vorbereiten. Mit der geplanten Reform wolle seine Organisation rund 50 Milliarden Euro bei den jährlichen Rentenausgaben einsparen. Eine gewaltige Summe. Vor allem junge Familien müssten endlich entlastet werden, so Winkel.

Familien stärken statt bestrafen

Der Grundgedanke der JU ist im Kern richtig und verdient Anerkennung. Wer Kinder großzieht, leistet einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Eltern investieren Zeit, Geld, Nerven und Lebensenergie in die nächste Generation – jene Generation, die eines Tages die Renten aller finanzieren wird, auch die der Kinderlosen. Dass dieser Beitrag bislang im Rentensystem kaum honoriert wird, ist ein Skandal, über den viel zu lange geschwiegen wurde.

Jahrzehntelang hat die deutsche Politik Familien im Stich gelassen. Statt Anreize für Nachwuchs zu schaffen, wurde das traditionelle Familienmodell systematisch entwertet. Karriere statt Kinder, Selbstverwirklichung statt Verantwortung – das waren die Mantras einer Gesellschaft, die ihre eigene Zukunft verspielt hat. Die Quittung kommt jetzt, und sie wird bitter schmecken.

Berechtigte Einwände – aber keine Ausrede für Untätigkeit

Natürlich gibt es berechtigte Kritik an dem Vorschlag. Was ist mit Paaren, die ungewollt kinderlos bleiben? Laut dem Bundesfamilienministerium sei etwa jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren von ungewollter Kinderlosigkeit betroffen. Für diese Menschen stelle dies eine erhebliche körperliche und seelische Belastung dar, hinzu kämen oft hohe Kosten für medizinische Behandlungen. Hier müsste eine Reform selbstverständlich differenzieren und Härtefallregelungen vorsehen.

Auch der Sozialverband VdK äußerte sich skeptisch. VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärte, sie halte von dem Vorschlag nichts. Nicht Kinder finanzierten die Rente, sondern sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Wer ein stabiles Rentensystem wolle, solle für gute Arbeit und gute Löhne sorgen. Ein Einwand, der nicht völlig von der Hand zu weisen ist – der aber das Kernproblem elegant umschifft: Ohne Kinder gibt es irgendwann schlicht keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mehr.

Weitere Reformpläne gehen noch weiter

Die Mehrbelastung Kinderloser ist dabei nur ein Baustein eines umfassenderen Reformpakets, das die JU auf dem anstehenden CDU-Parteitag in Stuttgart durchsetzen will. Weitere Forderungen umfassen die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung, die Abschaffung der sogenannten „Rente mit 63", eine Verringerung der Anreize für Frühverrentung sowie eine Anpassung der Rentenzahlungen an die Inflation statt an die Lohnentwicklung.

Gerade der letzte Punkt hätte weitreichende Konsequenzen. Bislang profitieren Rentner von steigenden Löhnen – eine Umstellung auf Inflationsanpassung würde die Rentenerhöhungen in vielen Jahren deutlich geringer ausfallen lassen. Ein harter Schnitt, aber möglicherweise ein notwendiger, wenn man das System vor dem völligen Zusammenbruch bewahren will.

Deutschland braucht eine ehrliche Debatte

Was die Junge Union hier anstößt, ist im Grunde nichts weniger als eine Grundsatzdebatte über die Zukunft unserer Gesellschaft. Wollen wir weiterhin so tun, als könne ein schrumpfendes Volk ein wachsendes Rentensystem finanzieren? Oder haben wir endlich den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen? Die demografische Zeitbombe tickt, und sie tickt laut. Jedes Jahr, das ohne grundlegende Reform verstreicht, macht die unvermeidliche Korrektur nur schmerzhafter.

Ob die Große Koalition unter Friedrich Merz den Mut aufbringen wird, solch tiefgreifende Reformen tatsächlich anzupacken, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung lehrt, dass deutsche Regierungen unangenehme Entscheidungen gerne auf die lange Bank schieben – und die Rechnung den kommenden Generationen überlassen. Genau das aber darf diesmal nicht passieren. Denn die kommenden Generationen werden ohnehin schon genug zu schultern haben, nicht zuletzt die Zinslast des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens, das die neue Regierung aufgelegt hat.

Eines steht fest: In Zeiten, in denen die Kaufkraft schwindet, die Inflation das Ersparte auffrisst und die Zukunft des Rentensystems ungewisser denn je erscheint, sollte jeder Bürger seine Altersvorsorge nicht allein dem Staat überlassen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios zur Vermögenssicherung beitragen – unabhängig davon, welche Rentenreform am Ende beschlossen wird.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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