
Klima-Minister steigen um: Jetzt wieder Verbrenner statt E-Auto!

Berlin, 1. September 2026: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat ihren 20. Dienstwagen-Check vorgelegt – und das Ergebnis dürfte manchem Klimapolitiker unangenehm sein. 160 von 249 untersuchten Dienstwagen aus Bund und Ländern kassieren eine rote Karte, weil sie den EU-Flottengrenzwert nach Berechnung der Organisation überschreiten. Besonders pikant: Mehrere Umwelt- und Klimaressortchefs haben ihr reines Elektroauto gegen ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor an Bord getauscht.
Wasser predigen, Benzin tanken?
Hamburgs grüne Umweltsenatorin Katharina Fegebank fuhr bislang elektrisch, laut DUH sitzt sie inzwischen in einem Mercedes-Benz E 300 e – rechnerisch 153 Gramm CO2 je Kilometer. Auch Finanzsenator Andreas Dressel wechselte demnach vom Stromer auf einen Plug-in-Hybrid.
Der Kontrast ist bemerkenswert: Das städtische Förderprogramm „UmweltFlotte“ zählt Plug-in-Hybride ausdrücklich nicht als emissionsfrei. Im Juli lobte die Senatorin noch Hamburger Unternehmen für den Umstieg auf emissionsfreie Fahrzeuge. Wer moralische Maßstäbe setzt, muss sich daran messen lassen.
Die Rangliste der Ressortchefs
Sachsen-Anhalts Umweltminister Armin Willingmann landet mit einem Audi A8 L 60 TFSI e bei 192 Gramm – wie im Vorjahr auf dem letzten Platz unter den Umweltministern. Sachsens Umweltstaatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch kommt mit einem Mercedes S 580 e auf 182 Gramm, Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt auf 176 Gramm.
Auch im Auswärtigen Amt stiegen die Staatsminister Serap Güler, Gunther Krichbaum und Florian Hahn laut DUH vom E-Auto auf Plug-in-Hybride um – je 196 Gramm. Denselben Wert erreichen Justizministerin Stefanie Hubig und Bildungsministerin Karin Prien. Bei den Länderchefs führen Hendrik Wüst, Manuela Schwesig und Kai Wegner die Negativliste mit je 262 Gramm an; für ihre gepanzerten Fahrzeuge existieren allerdings keine eigenen Emissionsdaten, die DUH rechnet mit Basismodellen.
Sparsam unterwegs
- Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan: 64 Gramm (elektrisch)
- Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir: 66 Gramm
- Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer: 50 Gramm
Der Rechentrick hinter den Horrorwerten
Eine Einordnung ist Pflicht: Die DUH misst nicht, wie viel ein konkreter Dienstwagen tatsächlich elektrisch fährt. Sie unterstellt Plug-in-Hybriden pauschal einen elektrischen Fahranteil von rund elf Prozent – 89 Prozent laufen in der Modellrechnung über den Verbrenner. So entstehen Werte weit oberhalb der offiziellen WLTP-Angaben.
Der Kern der Botschaft bleibt dennoch bestehen: Der Anteil reiner Elektroautos sank auf 36 Prozent beziehungsweise 90 Fahrzeuge, Plug-in-Hybride stellen mit 42 Prozent die größte Gruppe. Im Parteienvergleich schneiden die Grünen mit 89 Gramm am besten ab.
Wenn die Realität die Ideologie überholt
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Check weniger einen Sündenfall einzelner Politiker als das Scheitern einer Planungspolitik von oben. Wer Reichweite, Werkstattnetz und Restwerte im Alltag braucht, entscheidet sich offenbar auch dann gegen den reinen Stromer, wenn er ihn öffentlich propagiert. Auch aus der Wirtschaft wurden zuletzt Rückzieher bei E-Dienstwagen gemeldet.
Und Brüssel? Dort wird laut Berichten erwogen, Firmen- und Dienstwagenflotten ab 2030 vollständig auf Elektroantrieb zu verpflichten. Die Frage drängt sich auf: Warum soll für Bürger und Betriebe gelten, was Minister selbst meiden?
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















