
Konsumkollaps in Deutschland: Bürger verweigern den Griff ins Portemonnaie
Die Zahlen sind ernüchternd, die Botschaft unmissverständlich: Die Deutschen haben die Lust am Konsumieren verloren – oder besser gesagt, sie können es sich schlicht nicht mehr leisten. Was die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) und das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) in ihrer jüngsten Erhebung zutage fördern, gleicht einem wirtschaftlichen Offenbarungseid für den Standort Deutschland.
Sparneigung auf dem Niveau der Weltwirtschaftskrise
Die Anschaffungsneigung der deutschen Verbraucher ist im Februar dramatisch eingebrochen – von minus 4,0 auf minus 9,3 Punkte. Gleichzeitig kletterte die Sparneigung um einen weiteren Punkt auf 18,9 Zähler und liegt damit satte 9,5 Punkte über dem Vorjahreswert. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Die Deutschen sparen so viel wie seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 nicht mehr. Damals brach das globale Finanzsystem zusammen. Heute? Heute reicht offenbar die schiere Existenz der deutschen Regierungspolitik, um denselben Effekt zu erzielen.
Der Konsumklima-Index für März sackte um weitere 0,5 Punkte auf minus 24,7 Zähler ab. Ein Wert, der tief im negativen Bereich verharrt und als Frühindikator für die private Konsumneigung in Deutschland gilt. Die Erhebung, durchgeführt zwischen dem 29. Januar und dem 9. Februar, zeichnet ein Bild der Hoffnungslosigkeit, das man sonst nur aus Krisenstaaten kennt.
Steigende Einkommen – und trotzdem wird gespart
Das Paradoxe an der Situation: Die Einkommenserwartungen verbesserten sich im Februar sogar leicht. Sie liegen im zweiten Monat in Folge im Plus und stiegen um 1,2 Zähler auf 6,3 Punkte. Doch was nützt ein marginal besserer Gehaltszettel, wenn das Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft des Landes am Boden liegt? NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl bringt es auf den Punkt: Die steigenden Einkommen würden aus Vorsichtsmotiven eher gespart als ausgegeben. Die Deutschen trauen dem Braten nicht. Und wer könnte es ihnen verdenken?
Geopolitische Spannungen, der nicht enden wollende Ukraine-Krieg, die Eskalation im Nahen Osten, Zollkonflikte mit den USA und China – die Liste der Verunsicherungsfaktoren ist lang. Doch der eigentliche Kern des Problems liegt nicht in Washington, Peking oder Moskau. Er liegt in Berlin.
Die Regierung Merz-Klingbeil: Vertrauensvorschuss bereits verspielt?
Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil ist kaum im Amt, da scheint der ohnehin dünne Vertrauensvorschuss bereits aufgebraucht. Der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm, formulierte es in einer Stellungnahme unmissverständlich: Die Zurückhaltung der Deutschen beim Konsum zeige eindrucksvoll, dass die Bürger der Merz-Klingbeil-Regierung nicht über den Weg trauten. Die Verbraucher würden nicht mehr an die wiederholten Versprechungen aus Berlin glauben.
Und tatsächlich: Was hat sich seit dem Regierungswechsel substanziell verändert? Das für das laufende Jahr erwartete BIP-Wachstum in der Bundesrepublik sei weitgehend auf Sondereffekte zurückzuführen. Eine echte, nachhaltige Erholung der Wirtschaft zeichne sich derzeit nicht ab. Stattdessen wurde ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen beschlossen – ein euphemistischer Begriff für das, was es in Wahrheit ist: neue Schulden in historischem Ausmaß. Schulden, die kommende Generationen durch Steuern und Abgaben werden finanzieren müssen. So viel zum Versprechen von Friedrich Merz, keine neuen Schulden zu machen.
Die schleichende Enteignung durch Inflation
Besonders perfide wirkt in diesem Zusammenhang der anhaltende Kaufkraftverlust des Euro. Zwar erreichte die offizielle Inflationsrate im Euroraum im Februar mit 1,7 Prozent den niedrigsten Stand seit September 2024 – doch diese Zahl ist bestenfalls ein statistisches Beruhigungspflaster. Am langfristigen Wertverlust der Gemeinschaftswährung ändert sie rein gar nichts. Die Preise sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen und werden nicht wieder sinken. Was einmal teuer geworden ist, bleibt teuer.
Besonders eindrücklich lässt sich diese schleichende Enteignung am Goldpreis ablesen. Kostete eine Feinunze Gold im Februar 2016 noch rund 1.000 Euro, so liegt der Preis heute bei über 4.300 Euro. Das ist keine Goldpreisexplosion – das ist ein Euro-Verfall. Im Währungspaar EUR/USD hat der Euro seit 2008 mehr als 25 Prozent an Wert eingebüßt. Wer sein Erspartes in den vergangenen Jahren auf dem Sparbuch oder Girokonto geparkt hat, wurde de facto enteignet – leise, aber gnadenlos.
Die höchste Steuer- und Abgabenlast der Welt
Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu verstehen, warum die Deutschen den Konsum verweigern. Die Bundesrepublik leistet sich eine der höchsten Steuer- und Abgabenquoten weltweit. Explodierende Energiepreise – eine direkte Folge der ideologiegetriebenen Energiewende – treiben Unternehmen in die Insolvenz und Verbraucher in die Verzweiflung. Die CO₂-Abgaben steigen unaufhörlich. Milliarden fließen in die Ukraine-Hilfe, in das Bürgergeld, in eine Migrationspolitik, deren Kosten niemand mehr beziffern kann oder will.
Gleichzeitig baut die deutsche Industrie in atemberaubendem Tempo Arbeitsplätze ab. Bosch will 13.000 Stellen streichen, die Chemieindustrie ächzt, der Maschinenbau verliert seine internationale Spitzenposition an China. Wer täglich solche Schlagzeilen liest, der greift nicht beherzt zur Kreditkarte, sondern klammert sich an jeden Euro, den er noch hat. Es ist kein Konsumstreik aus Trotz – es ist ein Überlebensinstinkt.
Gold als letzter Anker der Kaufkraft
In Zeiten, in denen das Vertrauen in die politische Führung erodiert und die Gemeinschaftswährung kontinuierlich an Wert verliert, rücken physische Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung wieder verstärkt in den Fokus. Die Entwicklung des Goldpreises der vergangenen Jahre spricht eine deutliche Sprache: Wer vor zehn Jahren in Gold investierte, hat seine Kaufkraft nicht nur bewahrt, sondern vervielfacht. Während der Euro auf dem Sparbuch still und leise an Wert verliert, hat sich Gold als das bewährt, was es seit Jahrtausenden ist – ein verlässlicher Wertspeicher in unsicheren Zeiten.
Die aktuelle Sparneigung der Deutschen ist im Grunde ein gesunder Reflex. Doch wer spart, sollte sich die Frage stellen, worin er spart. Auf einem Bankkonto wird das Ersparte durch die Inflation Jahr für Jahr aufgefressen. Physisches Gold und Silber hingegen bieten einen Schutz, den keine Zentralbank und keine Regierung aushebeln kann. Als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio können Edelmetalle einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, gründlicher Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.
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