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Kettner Edelmetalle
09.02.2026
10:43 Uhr

Kreml lockt Washington mit Billionen-Deal: Selenskyj schlägt Alarm

Die geopolitischen Verwerfungen zwischen Ost und West nehmen immer bizarrere Züge an. Während die Ukraine seit nunmehr vier Jahren einen blutigen Abwehrkampf gegen die russische Invasion führt, scheint Moskau einen ganz anderen Hebel anzusetzen: den des großen Geldes. Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt eindringlich vor einem wirtschaftlichen Schulterschluss zwischen Russland und den Vereinigten Staaten, der die Interessen Kiews schlichtweg übergehen könnte.

Zwölf Billionen Dollar als Köder für Trump

Bei einem Briefing vor Journalisten am vergangenen Wochenende ließ der ukrainische Staatschef eine Bombe platzen: Russland habe der Trump-Administration bilaterale Wirtschaftsvereinbarungen im schwindelerregenden Umfang von rund zwölf Billionen Dollar in Aussicht gestellt. Eine Summe, die selbst hartgesottene Finanzexperten schlucken lässt. Selenskyj beruft sich dabei auf Geheimdienstunterlagen, die ein umfassendes Rahmenkonzept für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau skizzieren sollen.

Der ukrainische Präsident bezeichnet dieses Angebot als das sogenannte „Dmitriew-Paket" – benannt nach Kirill Dmitriew, dem Chef des russischen Staatsfonds und einem engen Vertrauten Wladimir Putins. Dmitriew soll auch bei den laufenden Gesprächen über eine mögliche Waffenruhe eine Schlüsselrolle spielen. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um hier eine perfide Strategie zu erkennen: Während an der Front ukrainische Soldaten sterben, versucht der Kreml, die amerikanische Führung mit wirtschaftlichen Verlockungen zu ködern.

Kiew fürchtet Absprachen über seinen Kopf hinweg

Selenskyj sieht deutliche Hinweise darauf, dass einzelne Punkte des russischen Angebots Fragen von Souveränität und Sicherheit berühren könnten – Fragen, die unmittelbar die Ukraine betreffen. Seine Botschaft an Washington und Moskau könnte kaum deutlicher sein: Absprachen über die Ukraine ohne die Ukraine wird Kiew nicht akzeptieren. Eine Haltung, die angesichts der Umstände mehr als verständlich erscheint, denn wer möchte schon zum Spielball fremder Mächte degradiert werden?

Die Sorge ist nicht unbegründet. Die Trump-Regierung hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, den Krieg bis zum Sommer zu beenden. Für die kommende Woche ist bereits eine neue Gesprächsrunde mit Russland angesetzt – diesmal auf amerikanischem Boden, voraussichtlich in Miami. Washington hat sogar vorgeschlagen, die ukrainisch kontrollierten Gebiete in Donezk zu einer „Freihandelszone" zu erklären, in der keine der beiden Kriegsparteien militärische Macht ausüben soll.

Ukrainischer Außenminister fordert Trump-Vermittlung

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha drängt unterdessen auf ein direktes Treffen zwischen Selenskyj und Putin zur Klärung der letzten Streitpunkte. Doch er macht auch unmissverständlich klar: „Nur Trump kann den Krieg beenden." Die Ukraine wolle die Dynamik der amerikanisch vermittelten Gespräche nutzen, bevor andere Faktoren – wie etwa die US-Zwischenwahlen im November – die Verhandlungen erschweren könnten.

Orbán provoziert mit „Feind"-Aussage

Als wäre die Lage nicht schon kompliziert genug, sorgt auch der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán für Irritationen. In einer Wahlkampfrede bezeichnete er die von Russland angegriffene Ukraine kurzerhand als „Feind". Sein Vorwurf: Kiew verlange in Brüssel permanent, dass Ungarn von billiger russischer Energie abgeschnitten werde. Solange die Ukraine das tue, sei sie Ungarns Feind, so der Rechtspopulist. Eine Aussage, die innerhalb der EU für erhebliche Verstimmung sorgen dürfte und einmal mehr zeigt, wie fragil die europäische Einheit in dieser Krise tatsächlich ist.

Während die diplomatischen Ränkespiele weitergehen, kämpft die ukrainische Bevölkerung mit den alltäglichen Folgen des Krieges. Massive russische Angriffe führen immer wieder zu weitreichenden Stromausfällen. Immerhin gibt es auch positive Nachrichten: Mitte Februar erwartet die Ukraine die ersten Drohnen aus einer Produktionsstätte in Deutschland – ein kleiner Lichtblick in einer ansonsten düsteren Lage.

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