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Kettner Edelmetalle
25.03.2026
18:24 Uhr

Krieg im Nahen Osten lähmt Asiens Gebrauchtwagenhandel – Lamborghinis stranden in Sri Lanka

Was klingt wie die Pointe eines schlechten Witzes, ist bittere Realität für Tausende Händler in Japan und Südkorea: Luxuskarossen wie Lamborghinis, Ferraris und Rolls-Royces stehen auf Hafengeländen in Sri Lanka und China herum, weil sie ihre eigentlichen Käufer in Dubai nicht erreichen können. Die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran hat nicht nur eine geopolitische Krise ausgelöst, sondern auch die globalen Handelsrouten in beispielloser Weise durcheinandergewirbelt.

Die Straße von Hormus als Nadelöhr des Welthandels

Die nahezu vollständige Blockade der Straße von Hormus – jener schmalen Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die ein erheblicher Teil des globalen Schiffsverkehrs fließt – trifft eine Branche, die kaum jemand auf dem Radar hat: den Gebrauchtwagenexport aus Ostasien. Japan und Südkorea exportierten im vergangenen Jahr zusammen Gebrauchtwagen im Wert von 19 Milliarden US-Dollar. Mehr als ein Drittel der 883.000 aus Südkorea verschifften Fahrzeuge ging in den Nahen Osten. Die Vereinigten Arabischen Emirate allein nahmen 224.000 japanische Gebrauchtwagen ab – rund 15 Prozent des gesamten japanischen Exportvolumens in diesem Segment.

Nun steht dieser gewaltige Handelsfluss praktisch still. Und die Leidtragenden sind nicht etwa Großkonzerne, sondern überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen, die von diesem Geschäft leben.

Panik in den Häfen: Schiffe irren auf den Weltmeeren umher

Umar Ali Hyder Ali, ein seit zwei Jahrzehnten in Japan lebender Händler, betreibt von Yokohama aus das Unternehmen Kobe Motor und verschifft jährlich rund 18.000 Fahrzeuge – hauptsächlich in seine Heimat Sri Lanka, aber auch in den Nahen Osten und nach Afrika. Japanische Gebrauchtwagen gelten dort als besonders begehrt, da die strengen japanischen Inspektionsvorschriften für einen überdurchschnittlich guten Zustand der Fahrzeuge sorgen.

Doch seit Ausbruch der Kampfhandlungen herrscht Chaos. Eine seiner Lieferungen mit mehr als 500 Fahrzeugen trieb tagelang auf dem Meer, weil der Hafen in Sri Lanka mit umgeleiteter Fracht aus Dubai vollgestopft war. Erst nach über zehn Tagen Verspätung konnten die Wagen im Hafen von Hambantota entladen werden. Rund 50 Luxusfahrzeuge – darunter besagte Lamborghinis und Ferraris – stehen nun in Sri Lanka und China fest, weil die Schiffe Dubai schlicht nicht erreichen konnten.

Die Hafenverstopfung habe unter japanischen Reedereien regelrechte „Panik" ausgelöst, berichtet Hyder Ali. Einige hätten Lieferungen komplett storniert, andere schlügen vor, Fracht nach Pakistan oder China umzuleiten. Eine Reederei habe sogar eine Kaution von 5.000 Dollar pro Fahrzeug verlangt. Manche seiner Autos müssten womöglich nach Japan zurückgebracht werden.

Luftfracht? Nur für die Reichsten der Reichen

Theoretisch wäre der Transport per Luftfracht eine Alternative – doch die astronomischen Kosten machen dies nur für die wohlhabendsten Kunden überhaupt denkbar. Wer sich einen gebrauchten Lamborghini nach Dubai einfliegen lassen kann, dem dürfte es an Kaufkraft wahrlich nicht mangeln. Für den Massenmarkt kompakter Toyotas und Hondas, die in Sri Lanka besonders beliebt sind, ist das freilich keine Option.

Südkoreas Händler im Würgegriff der Krise

Noch dramatischer stellt sich die Lage in Südkorea dar. Der Konflikt trifft die Branche ausgerechnet in der Hochsaison, die normalerweise von März bis September andauert, wenn die Nachfrage im Nahen Osten aufgrund von Reise- und Bauaktivitäten ihren Höhepunkt erreicht.

In der Hafenstadt Incheon, wo normalerweise rund 80 Prozent der gelagerten Fahrzeuge für den Nahen Osten bestimmt sind, ist die Aktivität drastisch eingebrochen. Mehr als 70 Prozent der Fahrzeuge steckten derzeit im Lager fest, berichtet Kang Tae-yang, ein Vertreter einer Reederei. Schiffe, die bereits auf See seien, würden ihre Reise unterbrechen oder umleiten, anstatt ihre ursprünglichen Ziele anzusteuern.

„Immer wenn ein Krieg ausbricht, bleibt uns nichts anderes übrig, als in den Warte-Modus zu gehen", sagt Jin Jae-woong, Präsident des Gebrauchtwagenhändlers Automobile International.

Jin zufolge sei der Konflikt genau zu dem Zeitpunkt eskaliert, als die Preise normalerweise zu steigen beginnen. Sein Unternehmen zahle mittlerweile rund 40 Millionen Won monatlich allein für die Lagerung bereits eingekaufter Fahrzeuge in Südkorea. Dennoch plane er, während des Abschwungs weiter Fahrzeuge vorzukaufen – in der Hoffnung, dass die Nachfrage nach Kriegsende wieder anziehe. Eine Wette mit ungewissem Ausgang.

Alternative Märkte? Fehlanzeige

Die naheliegende Idee, Lieferungen einfach in andere Regionen umzuleiten, erweist sich als Illusion. „Man kann Lieferungen nicht einfach nach Afrika oder Lateinamerika umleiten", erklärt Yun Seung-hyun, Präsident von Ventus Auto. Diese Märkte hätten schlicht nicht die Kapazität, das zusätzliche Volumen aufzunehmen. Container, die sein Unternehmen Ende Januar verschifft habe und die Anfang März in Dubais Hafen Jebel Ali hätten ankommen sollen, seien immer noch unterwegs – Schiffe der südkoreanischen Reederei HMM steckten nahe Mumbai an Indiens Westküste fest.

Steigende Ölpreise treiben zudem die Frachtraten in die Höhe. Für Ventus Auto, dessen Jahresumsatz von 6,6 Milliarden Won zu mehr als der Hälfte an den VAE hängt, stellt die Disruption ein existenzielles Risiko dar. „Es gibt im Moment praktisch keine Lösung", resümiert Yun mit einer Nüchternheit, die das ganze Ausmaß der Hilflosigkeit offenbart.

Ein Lehrstück über die Fragilität globaler Lieferketten

Was sich hier in der Nische des asiatischen Gebrauchtwagenhandels abspielt, ist im Grunde ein Mikrokosmos einer viel größeren Problematik. Die zunehmende geopolitische Instabilität – befeuert durch den Iran-Konflikt, aber auch durch die aggressive Zollpolitik der USA unter Präsident Trump mit 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren – macht globale Handelsströme unberechenbarer denn je.

Für den aufmerksamen Beobachter zeigt sich einmal mehr, wie verwundbar eine Weltwirtschaft ist, die auf reibungslos funktionierende Lieferketten angewiesen ist. Wenn selbst der vermeintlich banale Transport von Gebrauchtwagen zum Glücksspiel wird, sollte man sich fragen, wie robust andere, weitaus kritischere Versorgungsketten tatsächlich sind. Die Antwort dürfte vielen nicht gefallen.

In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten erweist sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle wie Gold und Silber als krisenfeste Wertanlage gelten. Während Handelsrouten blockiert werden, Währungen schwanken und ganze Branchen ins Straucheln geraten, bieten Edelmetalle jene Stabilität, die in einer zunehmend unberechenbaren Welt ihresgleichen sucht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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