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18.02.2026
20:30 Uhr

Lagarde vor dem Absprung: Was der mögliche Rücktritt der EZB-Chefin für Europas Geldpolitik bedeutet

Lagarde vor dem Absprung: Was der mögliche Rücktritt der EZB-Chefin für Europas Geldpolitik bedeutet

Es ist eine Nachricht, die in den Handelsräumen Europas für hochgezogene Augenbrauen sorgt, an den Märkten aber erstaunlich wenig Wellen schlägt: Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, plant offenbar, ihr Amt vorzeitig niederzulegen – noch bevor ihre achtjährige Amtszeit im Oktober 2027 regulär endet. Die Financial Times berichtete am Mittwoch über die möglichen Rücktrittspläne, und sofort begann das große Rätselraten um die Nachfolge.

Märkte bleiben erstaunlich gelassen

Die Reaktion der Finanzmärkte? Ein kollektives Schulterzucken. Die Rendite zweijähriger deutscher Bundesanleihen stieg um gerade einmal einen Basispunkt auf 2,06 Prozent, die zehnjährige Rendite verharrte unverändert bei 2,74 Prozent. Der Euro gab lediglich 0,3 Prozent nach und notierte bei 1,1821 Dollar. Von Panik keine Spur – und das hat Gründe.

Die EZB selbst reagierte betont nüchtern. Eine Sprecherin erklärte, Lagarde sei auf ihre Arbeit konzentriert und habe keinerlei Entscheidung bezüglich des Endes ihrer Amtszeit getroffen. Doch hinter den Kulissen dürfte es bereits heftig brodeln, denn die Personalie an der Spitze der zweitgrößten Zentralbank der Welt ist alles andere als trivial.

Macron und Merz als Königsmacher?

Besonders brisant: Lagarde soll dem Bericht zufolge darauf drängen, dass der amtierende französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz die entscheidende Rolle bei der Auswahl ihres Nachfolgers spielen. Ein Kalkül, das durchaus politische Sprengkraft birgt. Denn Macron kann bei der französischen Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2027 nicht erneut antreten – und die Wahrscheinlichkeit, dass Marine Le Pens Rassemblement National an die Macht kommt, ist alles andere als gering.

Lagarde wolle offenbar verhindern, dass eine möglicherweise populistische französische Regierung Einfluss auf die Besetzung des mächtigsten geldpolitischen Postens Europas nimmt. Ein Manöver, das an die jüngste Entscheidung des französischen Notenbankchefs François Villeroy de Galhau erinnert, der Anfang Februar ebenfalls vorzeitig zurücktrat, um Macron die Ernennung seines Nachfolgers zu ermöglichen.

Ehrenwerte Absichten – fragwürdige Methoden

Frederik Ducrozet, Leiter der makroökonomischen Forschung bei Pictet Wealth Management, brachte das Dilemma auf den Punkt: Lagarde möge zwar ehrenwerte Absichten verfolgen – den Schutz der EZB vor populistischem politischem Druck –, doch diese Entscheidung sei schwer zu rechtfertigen. Man fragt sich unwillkürlich: Ist es wirklich die Aufgabe einer EZB-Präsidentin, durch taktische Rücktritte die demokratische Willensbildung zu unterlaufen? Wenn neue Regierungen kein Mitspracherecht bei der Besetzung derart einflussreicher Positionen erhalten, leidet die Reputation der Institution – und das zu Recht.

Die Kronprinzen stehen bereit

Während die politischen Ränkespiele im Hintergrund laufen, richten Investoren ihren Blick bereits auf die wahrscheinlichsten Nachfolger. Zwei Namen dominieren die Spekulationen: Pablo Hernández de Cos, der ehemalige Chef der spanischen Zentralbank, und Klaas Knot, der frühere Präsident der niederländischen Notenbank. Ducrozet charakterisierte Knot als „pragmatischen Falken" und De Cos als eher taubenhaft, betonte aber, dass beide ausgewogene Profile aufwiesen, die für geldpolitische Kontinuität sorgen würden.

Andrzej Szczepaniak, Senior-Ökonom für Europa bei Nomura, unterstrich, dass die EZB ihre geldpolitischen Entscheidungen durch Konsensbildung treffe. Wer auch immer Lagarde ersetze, werde die Arbeitsweise der Zentralbank kaum radikal verändern. Eine Einschätzung, die Ross Hutchison von der Zurich Insurance Group teilte: Dies sei nicht die Ära eines Mario Draghi, in der kreative und unkonventionelle Geldpolitik an der Tagesordnung gewesen sei. Die EZB befinde sich in einer komfortablen Position, was die unmittelbaren Risiken eines Führungswechsels reduziere.

Die eigentliche Frage: Wem dient diese Geldpolitik?

Für den deutschen Sparer und Bürger bleibt die zentrale Frage freilich eine andere. Die EZB hält den Leitzins derzeit bei 2 Prozent, und die Märkte erwarten, dass sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Die Inflation scheint unter Kontrolle – zumindest auf dem Papier. Doch die Realität in den Supermärkten und an den Tankstellen erzählt eine andere Geschichte. Die jahrelange Nullzinspolitik und die billionenschweren Anleihekaufprogramme haben das Fundament für eine schleichende Enteignung der Mittelschicht gelegt, deren Folgen noch lange nachwirken werden.

Ob Lagarde nun geht oder bleibt, ob ein Falke oder eine Taube ihr nachfolgt – die grundsätzliche Ausrichtung der europäischen Geldpolitik dürfte sich kaum ändern. Die EZB bleibt ein Instrument, das primär den hochverschuldeten Südstaaten der Eurozone dient, während deutsche Sparer die Zeche zahlen. In Kombination mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz auf den Weg gebracht hat, entsteht ein toxischer Mix aus Schulden und lockerer Geldpolitik, der kommende Generationen belasten wird.

Gold als Anker in unsicheren Zeiten

Gerade in einem solchen Umfeld – geprägt von politischen Personalrochaden an der EZB-Spitze, einer fragwürdigen Fiskalpolitik und der fortschreitenden Entwertung des Euro – erweist sich physisches Edelmetall einmal mehr als verlässlicher Wertspeicher. Während Zentralbanker kommen und gehen, bleibt Gold das, was es seit Jahrtausenden ist: ein Bollwerk gegen die Launen der Geldpolitik und die Hybris der Mächtigen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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