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Kettner Edelmetalle
21.05.2026
20:33 Uhr

Londons Bürgermeister kippt Palantir-Millionendeal – und Deutschland sollte hellhörig werden

Es ist ein Vorgang, der weit über die Grenzen der britischen Hauptstadt hinaus für Aufsehen sorgt: Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat einen 50-Millionen-Pfund-Vertrag zwischen der Metropolitan Police und dem US-Datenanalyseriesen Palantir mit einem Veto gestoppt. Umgerechnet rund 57 Millionen Euro, die nun nicht in die Software des Konzerns aus Denver fließen werden. Offiziell begründet das Büro des Bürgermeisters für Polizei und Kriminalität (MOPAC) den Schritt mit formalen Mängeln – die Polizei habe keine Beschaffungsstrategie zur Genehmigung vorgelegt, was einen „klaren und schwerwiegenden Verstoß" gegen die Vergaberegeln darstelle. Palantir sei zudem der einzige Anbieter gewesen, den die Met überhaupt ernsthaft in Erwägung gezogen habe.

Ethische Bedenken durch die Hintertür

Doch hinter den juristischen Spitzfindigkeiten verbergen sich politische Motive. Khan ließ über einen Sprecher verlauten, die Londoner Bürger wollten öffentliche Gelder nur an Unternehmen vergeben, „die die Werte der Stadt teilen". Was so harmlos klingt, ist in Wahrheit eine bemerkenswerte Anmaßung: Ein Stadtoberhaupt entscheidet darüber, welche Firma moralisch genehm ist und welche nicht. Pikant: Das geltende Vergaberecht erlaubt es Khan eigentlich gar nicht, ethische Bedenken zum Ausschlusskriterium zu machen. Er kündigte bereits an, dieses Manko „zu gegebener Zeit bei der Regierung zur Sprache bringen" zu wollen. Mit anderen Worten: Man möchte sich künftig das Recht sichern, missliebige Anbieter politisch auszusieben.

Sowohl die Met Police als auch Palantir reagierten verärgert. Ein Polizeisprecher betonte gegenüber der BBC, die Behörde müsse sich modernisieren und dafür auf die leistungsfähigste verfügbare Technologie zurückgreifen können. Ein nachvollziehbares Argument in Zeiten ausufernder Kriminalität.

Palantirs lange Schatten reichen bis nach Deutschland

Während London also abwinkt, hat sich das von Peter Thiel mitgegründete Unternehmen längst tief in die deutsche Sicherheitsarchitektur hineingearbeitet. Die Polizeibehörden in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg setzen auf das Palantir-Analysetool „Gotham" – benannt nach der fiktiven Verbrecherstadt aus den Batman-Comics. Damit lassen sich gewaltige Datenmengen verknüpfen, Verbindungen sichtbar machen, Ermittlungen beschleunigen. Klingt nach effizienter Polizeiarbeit, wirft aber zugleich grundlegende Fragen auf, die in Deutschland viel zu selten gestellt werden.

Die unterschätzte Abhängigkeit von US-Technologie

Denn was passiert eigentlich, wenn der politische Wind aus Washington dreht? Unter IT-Fachleuten wächst die Sorge, dass politischer Druck eines Tages auch durch gesperrte Datenzugänge, gezielten Datenabfluss oder gar eine Fernabschaltung amerikanischer Software ausgeübt werden könnte. Angesichts der spürbaren Spannungen im transatlantischen Verhältnis – Trump hat mit massiven Zöllen gegenüber Europa unmissverständlich klargemacht, dass er Verbündete künftig anders behandelt – ist diese Sorge keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Wer seine kritische Sicherheitsinfrastruktur in die Hände eines fremden Staates legt, gibt einen Teil seiner Souveränität ab. Punkt.

Es ist bezeichnend, dass die deutsche Politik diese Debatte beharrlich umschifft. Während in Berlin nun ausgerechnet Telekom und SAP damit beauftragt werden sollen, eine KI-Infrastruktur für Behörden aufzubauen, hängen die Bundesländer munter weiter am Tropf eines US-Konzerns, dessen Chef Alex Karp keinen Hehl aus seinen geopolitischen Ambitionen macht.

Was bleibt: Ein Lehrstück über digitale Souveränität

Khans Veto mag in seiner Begründung zweifelhaft sein – ein Bürgermeister, der sich zum moralischen Schiedsrichter über Beschaffungsprozesse aufschwingt, ist ordnungspolitisch problematisch. Doch der Vorgang lenkt den Blick auf eine zentrale Frage, die auch in Deutschland endlich offen diskutiert werden müsste: Wie viel digitale Abhängigkeit kann ein souveräner Staat sich leisten, ohne sich selbst zu entmündigen? Die Antwort darauf sollte die Bundesregierung schnell finden. Bevor sie ihr von außen aufgezwungen wird.

In Zeiten geopolitischer Unsicherheit, technologischer Abhängigkeiten und volatiler Märkte zeigt sich einmal mehr, wie wertvoll physische Werte sind, die sich weder per Mausklick abschalten noch von fremden Mächten kontrollieren lassen. Edelmetalle wie Gold und Silber bleiben ein Anker der Vermögenssicherung – greifbar, unabhängig und über Generationen bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio entfalten sie ihre Stärke besonders in unruhigen Zeiten.

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