Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
11.03.2026
15:11 Uhr

Lufthansa-Pilotenstreik verpufft – wenn Arbeitskampf zur Farce wird

Während Deutschland unter geopolitischen Spannungen, wirtschaftlicher Unsicherheit und einer zunehmend fragilen Infrastruktur ächzt, leisten sich die bestbezahlten Angestellten der Republik einen Arbeitskampf, dessen Timing kaum unglücklicher hätte sein können. Die zweite Streikwelle der Lufthansa-Piloten, angesetzt für Donnerstag und Freitag dieser Woche, droht zum Rohrkrepierer zu werden – und wirft grundsätzliche Fragen über die Verhältnismäßigkeit gewerkschaftlicher Machtdemonstrationen auf.

Mehr Flüge als erwartet – der Streik mit angezogener Handbremse

Die Vereinigung Cockpit (VC) hatte ihre mehr als 5.000 Piloten bei Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zu einem 48-Stunden-Ausstand aufgerufen. Doch anders als bei der ersten Streikwelle Mitte Februar, als rund 800 Flüge an einem einzigen Tag gestrichen werden mussten, rechnet man diesmal mit lediglich 300 Ausfällen pro Tag. Die Lufthansa selbst gibt sich betont gelassen: Mindestens die Hälfte aller geplanten Flüge solle abheben, auf der Langstrecke sogar 60 Prozent. Bei der Frachttochter Cargo müsse nur etwa jeder fünfte Flug gestrichen werden.

Wie schafft die Airline das? Durch den Einsatz größerer Maschinen, die Umleitung von Verbindungen auf nicht bestreikte Konzerntöchter und – man höre und staune – durch freiwillige Crews, die sich dem Streikaufruf ihrer Gewerkschaft verweigern. Lufthansa-Manager Francesco Sciortino dankte diesen Piloten ausdrücklich für ihren Einsatz. Ein bemerkenswertes Signal: Offenbar tragen nicht alle Cockpit-Besatzungen den Arbeitskampf mit der gleichen Überzeugung mit.

Schwer vermittelbare Ziele in schwierigen Zeiten

Was genau fordern die Piloten eigentlich? Bei der Regionaltochter Cityline geht es um eine Gehaltsanhebung – das mag man noch nachvollziehen können. Bei der Kerngesellschaft und der Cargo-Sparte hingegen dreht sich der Streit um höhere Betriebsrenten. Betriebsrenten wohlgemerkt, nicht Grundgehälter. Für eine Berufsgruppe, die ohnehin zu den Spitzenverdienern in Deutschland zählt, ist das ein Anliegen, das beim durchschnittlichen Steuerzahler – der gerade mit steigenden Lebenshaltungskosten, Inflation und einem Mindestlohn von mageren 12,82 Euro pro Stunde kämpft – auf wenig Verständnis stoßen dürfte.

Personalvorstand Michael Niggemann hat den erneuten Streik als „unnötige Eskalation" verurteilt und den Zeitpunkt scharf kritisiert. Angesichts des Iran-Konflikts und der damit verbundenen geopolitischen Unsicherheit sei der Streikaufruf schlicht nicht nachvollziehbar. Tatsächlich hatte die VC wegen der Krisensituation im Nahen Osten in der vergangenen Woche noch von Streiks abgesehen und etliche Ziele in der Region vom aktuellen Ausstand ausgenommen. VC-Vizepräsidentin Katharina Diesseldorff betonte, wegen der Piloten werde „kein Passagier im Krisengebiet hängen bleiben". Eine noble Geste – die allerdings auch zeigt, wie dünn das Eis ist, auf dem sich die Gewerkschaft bewegt.

Die Kabinengewerkschaft macht diesmal nicht mit

Ein weiterer Grund für die geringere Wirkung des Streiks: Die Kabinengewerkschaft Ufo beteiligt sich diesmal nicht am Ausstand. Bei der ersten Welle im Februar hatte die Solidarität der Flugbegleiter den Druck auf die Lufthansa erheblich verstärkt. Dass Ufo nun abseitssteht, spricht Bände. VC-Präsident Andreas Pinheiro kommentierte dies lapidar, das sei für seine Gewerkschaft „okay". Ob es das wirklich ist, darf bezweifelt werden. Ein Arbeitskampf, der seine Verbündeten verliert, ist ein Arbeitskampf auf dem absteigenden Ast.

Das eigentliche Problem: Lufthansas Billigstrategie

Hinter dem vordergründigen Tarifkonflikt schwelt ein weit tiefgreifenderes Problem, das die Lufthansa seit Jahren umtreibt. Das Management baut systematisch neue Flugbetriebe mit niedrigeren Tariflöhnen auf – Discover Airlines und Lufthansa City Airlines sind die prominentesten Beispiele. Diese wachsen derzeit deutlich schneller als die tariflich abgesicherten Stammgesellschaften. Es ist die alte Geschichte: Was der Konzern an Tariferhöhungen bei der Kernmarke spart, investiert er in günstigere Parallelstrukturen.

Niggemann bot der VC Gespräche über eine „Gesamtlösung" an, die auch die Modernisierung und zukünftige Flottengröße umfassen solle. Solche strategischen Verhandlungen seien allerdings bereits mehrfach gescheitert, wie beide Seiten einräumen. Die Piloten und auch die Kabinengewerkschaft Ufo wehren sich grundsätzlich gegen die Erosion ihrer Tarifstandards durch konzerninterne Billigkonkurrenz. Ein berechtigtes Anliegen – das allerdings durch den Fokus auf Betriebsrenten in der öffentlichen Wahrnehmung völlig untergeht.

Ein Streik, der niemandem nützt

Am Ende steht ein Arbeitskampf, der in seiner aktuellen Form kaum jemandem hilft. Die Passagiere werden zwar weniger stark betroffen sein als befürchtet, doch die Verunsicherung bleibt. Betroffene Fluggäste würden per E-Mail benachrichtigt, so die Lufthansa – wer keine Nachricht erhalte, könne „vorerst davon ausgehen", dass sein Flug stattfinde. Ein schwacher Trost für alle, die in diesen Tagen am Frankfurter oder Münchner Flughafen stehen und auf die Anzeigetafeln starren.

Die nicht bestreikten Gesellschaften – Eurowings, Austrian, Swiss, Air Dolomiti und die ausländischen Töchter – fangen einen Großteil des Ausfalls auf. Flughäfen außerhalb der deutschen Drehkreuze sind kaum betroffen. Der Streik trifft also vor allem den innerdeutschen und europäischen Verkehr ab Frankfurt und München – und damit genau jene Geschäftsreisenden und Familien, die ohnehin schon unter den explodierenden Flugpreisen leiden.

Man muss kein Freund des Managements sein, um festzustellen: Dieser Streik ist schwer vermittelbar. In einem Land, in dem Millionen Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, in dem die Inflation das Ersparte auffrisst und in dem die neue Bundesregierung gerade ein 500-Milliarden-Schuldenpaket geschnürt hat, das kommende Generationen belasten wird, wirkt der Kampf um höhere Betriebsrenten für Piloten wie ein Luxusproblem aus einer anderen Welt. Deutschland hat wahrlich drängendere Sorgen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen