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Kettner Edelmetalle
06.08.2026
10:58 Uhr
KI-generiert

„MAGA-Barbie“: Wie eine Basketballerin zum Feindbild wurde, weil sie Frauen Frauen sein lassen will

„MAGA-Barbie“: Wie eine Basketballerin zum Feindbild wurde, weil sie Frauen Frauen sein lassen will
Symbolbild: KI-generiert

Es gibt Sätze, für die man in den Vereinigten Staaten des Jahres 2026 offenbar seine Reputation verliert. Einer davon lautet in etwa: Junge Sportlerinnen sollten nicht gegen biologische Männer antreten müssen. Ausgesprochen hat ihn Sophie Cunningham, seit 2019 Profi in der US-Frauenbasketballliga WNBA, derzeit bei den Indiana Fever. Die Reaktion? Kein Diskurs, keine Debatte, sondern ein Etikett: „MAGA-Barbie“.

Der Satz, der alles ausgelöst hat

Cunningham hatte im Gespräch mit dem Sportsender ESPN erklärt, sie wolle Mädchen in Umkleidekabinen schützen und halte es für falsch, dass Athletinnen gegen biologische Männer konkurrieren müssten. Eine Position, die – so bestätigt es selbst jene Zeitung, die sie an den Pranger stellt – von rund siebzig Prozent aller Amerikaner geteilt wird. Man lasse das kurz wirken: Eine Mehrheitsmeinung wird zur Extremposition erklärt, sobald sie jemand ausspricht, der nicht ins ideologische Raster passt.

Cunningham selbst betont regelmäßig, sie stehe in der politischen Mitte und finde an beiden großen Parteien Gutes. Ein Bekenntnis zu Donald Trump hat sie nie abgegeben. Genutzt hat es ihr nichts. Der Spitzname entstand im Sommer 2025, als sie sich durch ihren robusten Spielstil den Ruf erwarb, ihre Teamkollegin Caitlin Clark auf dem Feld zu beschützen. Seither klebt das Label. Sie vermutet, dass ihr Äußeres als weiße Frau und ihr offenes Bekenntnis zum christlichen Glauben ebenfalls eine Rolle spielten.

Deutsche Medien springen dankbar hinterher

Man hätte hoffen können, dass diese Angelegenheit ein innerامerikanisches Kulturgefecht bleibt. Doch der deutsche Journalismus lässt sich eine Gelegenheit zur moralischen Ertüchtigung nur selten entgehen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde Cunningham als mittelmäßige Sportlerin mit weißer Hautfarbe, langen blondierten Haaren und fotogenem Lächeln beschrieben, die vor allem mithilfe ihres Aussehens Aufmerksamkeit erzeuge.

Wenn Kritik an einer Sportlerin über Haarfarbe, Hautfarbe und Lächeln geführt wird, dann ist nicht mehr das Argument gemeint, sondern die Person.

Es ist bemerkenswert: Jene Kreise, die sonst jede Bewertung weiblicher Körper als Sexismus geißeln, greifen selbst zum Griffel, sobald die Frau die falsche Meinung hat. Weiter heißt es, Cunninghams Haltung gehe von einem verzerrten Realitätsbild aus, da es nur sehr wenige Transsportler im Frauenbereich gebe. Dass einzelne Fälle in den USA reihenweise Wettbewerbe entschieden haben, weil körperliche Voraussetzungen sich nicht durch Selbstbezeichnung auflösen, bleibt unerwähnt. Ebenso das angebliche Kostenargument von tausend Euro pro Athletin für Geschlechtertests – eine Rechnung, die schon deshalb absurd ist, weil es solcher Prozeduren in der Praxis gar nicht bedarf.

Und dann kam das T-Shirt

Auch die taz reihte sich ein und zeichnete Cunningham als menschenfeindliche Figur. Den symbolischen Höhepunkt setzte allerdings Cheryl Reeve, Trainerin der Minnesota Lynx, die im Spiel gegen Indiana ein Shirt mit der Aufschrift trug, Trans-Kinder gehörten dazu. Als hätte Cunningham irgendjemandem das Existenzrecht bestritten. Das ist die Mechanik dieses Kulturkampfes: Wer die Fairness im Frauensport verteidigt, wird zum Unmenschen erklärt. Ein Argument muss man dann gar nicht mehr liefern.

Warum uns das etwas angeht

Man könnte das für ein fernes Sportthema halten. Ist es aber nicht. Es ist die Blaupause dafür, wie in westlichen Gesellschaften – Deutschland ganz vorn dabei – der Korridor des Sagbaren verengt wird. Wer eine mehrheitsfähige, biologisch begründete und in der Sache völlig nachvollziehbare Position vertritt, wird nicht widerlegt, sondern beschmutzt. Erst mit dem Etikett, dann mit dem Verweis auf Haarfarbe, schließlich mit dem moralischen Todesstoß.

Die eigentliche Frage lautet doch: Wer schützt eigentlich die Sportlerinnen? Jahrzehntelang wurde für den Frauensport gekämpft, für eigene Wettbewerbe, eigene Rekorde, eigene Sichtbarkeit. Nun wird dieses Erbe im Namen einer Ideologie zur Disposition gestellt – und wer daran erinnert, gilt als reaktionär. Cunningham hat schlicht gesagt, was viele denken und wenige aussprechen. Dass sie dafür angefeindet wird, sagt mehr über ihre Kritiker aus als über sie.

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