
Merz' Chaos-Kabinett: Wie ein Kanzler von einer Panne zur nächsten stolpert

Es gibt Sprichwörter, die klingen so vernünftig, dass man sich fragt, warum ausgerechnet ein Bundeskanzler sie ignoriert. „Never change a winning team" – ändere niemals eine erfolgreiche Mannschaft. Nur: Friedrich Merz hat gar kein erfolgreiches Team. Und was er derzeit als beherzten Umbau seiner Regierungsriege verkaufen lässt, ist bei genauerer Betrachtung nichts weiter als ein hektisches Durchwühlen desselben abgegriffenen Kartendecks, mit dem er sich seit Monaten von einer Blamage zur nächsten hangelt.
Ein Kanzler, der reagiert, statt zu regieren
Manch wohlmeinendes Leitmedium bejubelt die Kabinettsrochade bereits als „Befreiungsschlag", als Beweis kanzlerhafter Führungsstärke. Wer so etwas schreibt, hat die Realität entweder nicht verstanden oder will sie nicht verstehen. Denn die Wahrheit ist unbequem: Merz agiert nicht, er reagiert. In der Affäre um Jens Spahn verhielt er sich über Tage hinweg passiv, ließ die Dinge treiben, riss noch Stunden vor Spahns Rücktritt lockere Sprüche – um dann den Ereignissen atemlos hinterherzulaufen.
Das ist kein Bild von Stärke. Das ist das Bild eines Getriebenen, der die Kontrolle über die eigene Regierung längst verloren hat. Und die deutschen Bürger, die im Februar 2025 auf einen echten politischen Neuanfang gehofft hatten, dürfen nun mit ansehen, wie sich ihre Erwartungen in Luft auflösen.
Das eigentliche Problem: Niemand will für diesen Kanzler arbeiten
Es ist eine bemerkenswerte Konstellation, die sich da im Berliner Regierungsviertel abspielt. Nina Warken – künftig womöglich Kanzleramtsministerin – soll den Posten laut Medienberichten gar nicht gewollt haben. Carsten Linnemann, bisher CDU-Generalsekretär, wurde vom Kanzler ausdrücklich „gebeten", ins Gesundheitsministerium zu wechseln. Von Begeisterung keine Spur.
Wer eine Mannschaft aufstellt, in der die Spieler gar nicht spielen wollen, braucht sich über das Ergebnis nicht zu wundern.
Das Gesundheitsministerium gilt seit jeher als vergiftetes Geschenk. Schon Angela Merkel verstand es 2018 meisterhaft, den ihr gefährlich werdenden Parteirechten Jens Spahn genau dort zu parken – als goldenen Klotz am Bein. Nun trifft es Linnemann, der während der Koalitionsverhandlungen noch von einem mächtigen „Super-Ministerium" träumte und stattdessen erst gar kein Amt bekam. Jetzt soll er ausgerechnet die ohnehin unbeliebte Gesundheitsreform seiner Vorgängerin weiter durchboxen.
Ein Abstieg, kein Aufstieg
Für Linnemann bedeutet der Wechsel den Verlust eines profilierten Postens. Als quasi geschäftsführender Parteichef pflegte er die von Merz strapazierte Seele der CDU. Nun muss er direkt geradestehen für die Leistungen einer Regierung, deren Teil er wird – und in einem der undankbarsten Ressorts überhaupt liefern. Sollte ihm das nicht gelingen, wäre ein möglicher innerparteilicher Rivale des Kanzlers elegant entsorgt. Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um in dieser Personalie Kalkül zu vermuten.
Das Trauerspiel um Verkehrsminister Schnieder
Besonders entlarvend ist der Fall Patrick Schnieder. Der Verkehrsminister sollte gehen – so hatte Merz es ihm hinter den Kulissen mitgeteilt. Schnieder informierte bereits Parteifreunde, seine Entlassung werde am Freitagmorgen verkündet. Und dann? Nichts. Der Kanzler vertröstete auf „weitere Kabinettsumbildungen". Ein Nachfolger existierte schlicht nicht. Der Wunschkandidat, CDU-Finanzexperte Fritz Güntzler, ließ Merz kurzfristig im Regen stehen.
Man stelle sich das einmal bildlich vor: Ein Bundeskanzler will einen Minister feuern, hat aber keinen Ersatz. Das ist keine Regierungsführung – das ist Improvisationstheater auf offener Bühne. Schnieder, der für das anhaltende Bahnchaos und die maroden Infrastrukturprobleme verantwortlich gemacht wird, soll trotzdem gehen. Der Grund? Merz sei „genervt" gewesen. Willkommen in der Politik der Bauchgefühle.
Chaos statt Aufbruch
Am Ende bleibt ein Personalkarussell, mit dem niemand der Beteiligten wirklich glücklich zu sein scheint. Wer darin einen aktiven, planvoll handelnden Regierungschef erkennen will, muss die Augen fest verschließen. Merz stolpert von Tag zu Tag, ohne erkennbare Strategie, ohne den vielbeschworenen großen Wurf. Die Trumpfkarte, auf die Deutschland so dringend wartet, bleibt im Ärmel stecken.
Es ist genau diese Mischung aus Konzeptlosigkeit und Machtarithmetik, die viele Bürger dieses Landes zunehmend verzweifeln lässt. Man hatte die Ampel abgewählt in der Hoffnung auf klare Kante, auf Kompetenz, auf einen Politikstil, der Deutschland wieder nach vorne bringt. Bekommen hat man eine Große Koalition, die vor allem eines produziert: Schlagzeilen über sich selbst. Während die Kriminalität steigt, die Infrastruktur bröckelt und ein 500-Milliarden-Euro-Schuldenberg kommende Generationen belasten wird, beschäftigt sich Berlin mit dem Postengeschacher im eigenen Kabinett.
Was das für den Anleger bedeutet
Politische Instabilität und ein handlungsunfähiges Kabinett sind Gift für Planungssicherheit – wirtschaftlich wie privat. Wenn eine Regierung nicht einmal ihre eigenen Personalien geordnet über die Bühne bringt, sollte sich niemand darauf verlassen, dass sie das Vermögen der Bürger schützt. In Zeiten, in denen politische Führung zur Farce verkommt und Staatsschulden explodieren, gewinnt die krisenfeste Absicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von den Launen der Tagespolitik ihren Wert bewahren. Als solide Beimischung eines breit gestreuten Vermögens bieten sie das, was der Politik dieser Tage vollständig abgeht: Beständigkeit.
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