
Milliardengrab F-35: Wie Berlin sich von einem amerikanischen Pannen-Jet abhängig macht

Es ist eine dieser Geschichten, die Sinnbild für die deutsche Verteidigungspolitik der vergangenen Jahre stehen könnten: Da zerbricht ein hochambitioniertes europäisches Prestigeprojekt, und statt aus den eigenen Versäumnissen zu lernen, greift Berlin reflexartig zur amerikanischen Notlösung. Nach dem Aus des deutsch-französischen Kampfjet-Programms FCAS (Future Combat Air System) erwägt die Bundesregierung nun, weitere F-35-Tarnkappenjets in den Vereinigten Staaten zu ordern. Doch ein frisch veröffentlichter Bericht des US-Rechnungshofs lässt erhebliche Zweifel aufkommen, ob dieser teure Vogel überhaupt fliegen kann.
Wenn das Prestigeprojekt im Sturzflug endet
Das FCAS, einst als Leuchtturm europäischer Rüstungssouveränität gefeiert, ist Geschichte. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bringt nun mehrere Optionen ins Spiel. Eine davon sei die Nachbestellung weiterer F-35-Maschinen, zusätzlich zu den bereits georderten 35 Exemplaren. Alternativ könne man in das britisch-italienisch-japanische Global Combat Air Programme einsteigen oder gar ein eigenes Vorhaben unter deutscher Führung mit Airbus stemmen. Man fragt sich unweigerlich: Warum eigentlich nicht von Anfang an?
Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, plädiert für die amerikanische Variante. Zwischen der Auslieferung der letzten Eurofighter im Jahr 2035 und der Verfügbarkeit eines künftigen europäischen Kampfflugzeugs entstehe, so Neumann, eine Lücke, die man überbrücken müsse. Ohne Tarnkappen-Fähigkeiten und das Zusammenspiel mit unbemannten Systemen stoße die Truppe an operationelle Grenzen.
Nur ein Viertel der Flotte voll einsatzbereit
Doch wie zuverlässig ist dieser angeblich rettende Hochtechnologie-Jet eigentlich? Die Zahlen des US-Rechnungshofs sind ernüchternd. Die sogenannte „Full Mission Capable Rate" – also der Anteil der Zeit, in dem die Maschinen sämtliche zugewiesene Aufgaben erfüllen können – sei im Haushaltsjahr 2025 auf magere 25 Prozent gesunken. Zum Vergleich: 2021 lag dieser Wert noch bei 38 Prozent. Auch die allgemeine Einsatzbereitschaft brach von 67 auf 44 Prozent ein.
„Die F-35 ist das teuerste Waffensystem des Verteidigungsministeriums, aber sie hat ihre Leistungsziele nicht erreicht, und die Kosten für den Betrieb steigen weiter."
Softwareverzögerungen, fehlende Ersatzteile, Korrosionsprobleme – die Liste der Mängel liest sich wie das Pflichtenheft eines Pannenflugzeugs. Neue Maschinen seien teilweise gar nicht einsatzfähig, weil die Software hinterherhinke. Und genau in dieses technische Minenfeld will Berlin nun weiteres Steuergeld pumpen?
Ein Sanierungsprogramm in Milliardenhöhe
Das F-35-Programmbüro hat im Juni 2025 ein Sanierungsprogramm gestartet, das bis 2030 eine allgemeine Einsatzbereitschaft von 80 Prozent erreichen soll. Kostenpunkt: satte 13,7 Milliarden US-Dollar zusätzlich zur bisherigen Planung. Mit spürbaren Verbesserungen sei laut Rechnungshof frühestens Ende 2026 zu rechnen. Das Pentagon betreibt derzeit über 800 dieser Jets und plant bis Mitte der 2040er Jahre den Kauf von rund 1.700 weiteren Maschinen.
Die deutsche Abhängigkeit als strategisches Risiko
Was hier in nüchternen Verteidigungsmeldungen verpackt wird, ist im Kern ein politisches Versagen mit Ansage. Anstatt eine starke, eigenständige europäische Rüstungsindustrie aufzubauen, begibt sich Deutschland erneut in die teure Abhängigkeit von Washington. Jeder Ersatzteil, jedes Software-Update, jede Wartung hängt am amerikanischen Tropf. In Zeiten, in denen Donald Trump als US-Präsident seine Verbündeten mit Zöllen und unberechenbaren Manövern überzieht, sollte man sich gut überlegen, wie weit man sich von der Gnade fremder Mächte abhängig machen will.
Die deutsche Sicherheitspolitik gleicht einem Schiff ohne Kompass. Milliarden werden in fragwürdige Projekte gesteckt, während die eigene Industrie geschwächt und die Souveränität verspielt wird. Es braucht endlich eine Politik, die wieder für Deutschland und seine Interessen denkt – und nicht gegen sie.
Beständigkeit, die kein Software-Update braucht
Während Rüstungsprojekte in Milliardengräbern versinken und ganze Flugzeugflotten am Boden bleiben, gibt es Werte, die unabhängig von politischen Fehlentscheidungen und technischen Pannen Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber unterliegen weder Lieferkettenproblemen noch Softwareverzögerungen. Sie sind seit Jahrtausenden ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung und eine sinnvolle Beimischung für ein krisenfestes, breit gestreutes Portfolio – gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und ausufernder Staatsverschuldung.
Hinweis: Dieser Artikel gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigenständig ausreichend recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.

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