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11.10.2026
11:36 Uhr
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Mini-Plus für Merz: Union bei 19 Prozent – AfD enteilt weiter

Mini-Plus für Merz: Union bei 19 Prozent – AfD enteilt weiter
Symbolbild: KI-generiert

Ein Prozentpunkt, mehr nicht: Im neuen Insa-Sonntagstrend für die „Bild am Sonntag“ steigt die Union auf 19 Prozent. Die Umfrage wurde am 11. Oktober 2026 veröffentlicht. Die AfD liegt unverändert bei 30 Prozent und damit elf Punkte vorn. Für Kanzler Friedrich Merz ist das kein Comeback, sondern bestenfalls eine kurze Atempause, und das unmittelbar vor den Krisenberatungen der CDU-Spitze.

Ein Lichtblick, der kaum leuchtet

Erstmals seit Mitte August legt die Union in dieser Insa-Reihe wieder zu. Davor war sie Woche für Woche abgerutscht, von 21 auf 18 Prozent. Ein Grund zum Feiern? Wohl kaum.

Zum Vergleich: Bevor die Union bei den Landtagswahlen im September Niederlagen kassierte, war sie bei Insa erst zweimal auf 19 Prozent oder darunter gefallen. Das geschah kurz nach der verlorenen Bundestagswahl 2021, als die Partei ohne echte Führungsfigur dastand. Heute stellt sie den Kanzler. Das macht den Wert noch bitterer.

Dazu kommt ein methodischer Haken. In der Wochenmitte hatte Insa die Union bei nur 17,5 Prozent gesehen, die AfD erreichte laut Medienberichten mit 30,5 Prozent einen Höchstwert. Weil die Werte gerundet werden und die Fehlertoleranz eher bei zwei bis drei Punkten liegt, kann ein Zugewinn von einem Punkt auch statistisches Rauschen sein.

Die Zahlen im Überblick

  • AfD: 30 Prozent (unverändert)
  • CDU/CSU: 19 Prozent (+1)
  • Grüne: 14 Prozent (unverändert)
  • SPD: 13 Prozent (–1)
  • Linke: 10 Prozent
  • FDP: 4 Prozent
  • BSW: 3 Prozent (–1)
  • Sonstige: 7 Prozent

Die SPD rutscht damit erneut hinter die Grünen auf Platz vier. Für die Partei von Vizekanzler Lars Klingbeil ist das eine Blamage. FDP und BSW würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Schwarz-Rot: Abgewählt auf Raten

Der eigentliche Befund steckt in der Summe. Union und SPD kommen zusammen auf nur 32 Prozent, das sind gerade zwei Punkte mehr als die AfD allein. Der Zugewinn der Union gleicht lediglich den Verlust des Koalitionspartners aus. Unterm Strich bewegt sich die Regierung keinen Millimeter.

Rechnerisch bleiben zwei Optionen. Eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen käme auf 46 Prozent. Weil 14 Prozent der Stimmen auf Parteien entfallen, die den Einzug ins Parlament verpassen würden, könnte das für eine Mehrheit der Sitze reichen. Ein Bündnis aus AfD und Union hätte ebenfalls eine Mehrheit. CDU und CSU schließen das wegen ihrer Brandmauer aber kategorisch aus.

Ausgerechnet die Grünen würden also zum Königsmacher einer Partei, die im Wahlkampf einen Politikwechsel versprochen hatte. Diese Ironie muss man den Wählern erst einmal erklären.

Unruhe in der CDU wächst

Innerhalb der Union rumort es hörbar. Medienberichten zufolge wirft Ex-CSU-Chef Horst Seehofer dem Kanzler einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust vor. Andere Parteifreunde fordern öffentlich einen Kurswechsel. Laut einer weiteren Erhebung sollen 79 Prozent der Befragten mit Merz unzufrieden sein.

Überraschend ist das nicht. Merz hatte keine neuen Schulden versprochen. Dann kam das 500-Milliarden-Sondervermögen, und die spürbaren Entlastungen für Bürger und Mittelstand lassen weiter auf sich warten. Kritiker sehen darin den Kern der Vertrauenskrise: Wer Leistung und Eigenverantwortung predigt, aber vor allem die Staatsschulden anhäuft, verliert seine Stammwähler.

Ein Punkt Plus in einer einzigen Umfrage ändert daran nichts. Die entscheidende Frage stellt sich nach der CDU-Krisensitzung: Folgt ein echter Kurswechsel oder geht es weiter wie bisher? Davon dürfte abhängen, ob diese Woche einen Wendepunkt markiert oder nur ein kurzes Aufflackern war.

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